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Eisenacher Abwehr lässt Ludwigshafener Eulen keinen Platz

Familien aus dem Saarland und der Pfalz bejubeln 27:16 (13:9)-Erfolg des ThSV Eisenach bei den Eulen Ludwigshafen • Wartburgstädter nun auf Platz 4

Wer hätte das gedacht, dass wir nach 32 absolvierten Spielen auf dem 4. Tabellenplatz stehen, fragte sich Rene Witte, der Manager des ThSV Eisenach, am Mittwochabend in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle.

Die Wartburgstädter hatten gerade den gastgebenden Erstbundesliga-Absteiger Eulen Ludwigshafen mit 27:16 (13:9) klar distanziert. Helmut von Moltke, in ganz schwierigen Zeiten Anfang der 90er Jahre Präsident des ThSV Eisenach, war Augenzeuge. Beim Hinspiel in der Wartburgstadt waren die Eisenacher noch nicht clever genug, mussten sich mit einem Remis begnügen. Dieser Abend war auch ein deutlicher Beleg für die weitere Entwicklung.

Großer Dank geht an die ThSV-Fans aus Eisenach, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, die uns lautstark unterstützt haben, betonte Rene Witte. Wir hatten wie in Ferndorf keine Torhüterleistung, sagte Eulen-Trainer Michael Biegler, maßlos enttäuscht, dass der Matchplan ad absurdum geführt wurde, Eisenachs Jannis Schneibel den Ball widerstandslos aus 14 Metern in den Winkel nageln darf. Biegler: Ich bin beschämt, weil wir den Zuschauern, die die Mannschaft gut unterstützt haben, nichts bieten!

ThSV Eisenach lässt nur 16 Gegentore zu

Wir haben nur 16 Gegentore zugelassen, das sagt alles über unsere Abwehrleistung. Im Angriff sind uns kaum Fehler unterlaufen, wir haben stets die Übersicht behalten. Rundum, eine überragende Teamleistung, fasste Eisenachs Peter Walz die 60 Minuten zusammen.

Dass er nach 54 Sekunden schon die erste Zeitstrafe kassierte, hemmte den Kapitän kaum. Und dass mit Alexander Saul der sich zuletzt in Top-Form präsentierte Linkshänder im rechten Rückraum am Spieltag mit grippalem Infekt absagen musste, kompensierte der ThSV Eisenach ebenfalls. „Ersatz“ Malte Donker übernahm dessen Part, taute von Minute zu Minute auf, suchte den direkten Weg zum Tor und konnte zwei Mal nur auf Kosten von Strafwürfen gestoppt werden.

Er hat die Chance genutzt, ist mit dem Zug zum Tor in die Zweikämpfe gegangen, hat Torgefahr ausgestrahlt, verteilte ThSV-Coach Misha Kaufmann ein Lob an Malte Donker.

Die vom Eisenacher Trainer nach seinem Amtsantritt installierte 5:1-Abwehr mit Fynn Hangstein vorgezogen war auch an diesem Abend das Prunkstück. Die Eulen, die u.a. auf Nationalspieler Hendrik Wagner verzichten mussten, waren ratlos, schienen auch keinen Plan zu haben.

Wir haben die Hausherren in die gewünschten Zonen gedrängt, analysierte Misha Kaufmann, der trotz des überaus klaren Erfolges kritische Worte fand. Zum Start in die zweite Halbzeit haben wir etwas unseren Rhythmus verloren, haben dennoch die Hausherren nicht an einer Wende im Spiel schnuppern lassen, so der Schweizer in Diensten des ThSV Eisenach.

Ein in der ersten Halbzeit treffsicherer Julius Meyer-Siebert (insgesamt 7 Treffer) war für die seit dem Ostermontag von Michal Biegler betreuten Eulen viel zu wenig. Diese brachten auch keinen ihrer zwei Siebenmeter unter. Für den ThSV Eisenach verwandelte Fynn Hangstein 5 der 6 seinem Team zuerkannte Strafwürfe, war mit 8 Treffern (bei 9 Versuchen) bester Werfer des Abends.

Wenn unser Torhüter Fran Lucin mit 4 abgewehrten Bällen binnen seines 18- minütigen Einsatzes auf eine Fangquote von 57 Prozent kommt, dann spricht das für die Abwehr vor ihm, die keine Würfe zulässt, vermerkte Misha Kaufmann positiv.

Als i-Tüpfelchen seiner guten Leistung traf Fran Lucin ins leere Eulen-Gehäuse zum 16:25 (54.). Der für die letzten Minuten eingewechselte Adrian Wöhler setzte im Doppelpack den Schlusspunkt.

Pfälzer Jannis Schneibel dirigiert Thüringer zum klaren Sieg
Der 21-jährige Pfälzer Jannis Schneibel hatte die Thüringer in der Nähe seines Elternhauses als Spielmacher zum Sieg geführt. Am Nachmittag war das gesamte Team im Hause Schneibel in Hochdorf-Assenheim (Rhein-Pfalz-Kreis) zum Kaffeetrinken eingerückt. Am Abend unterstützten Familie Schneibel, Freunde und Bekannte das Team lautstark mit aus Eisenach und dem Saarland angereisten Fans. „Das Team Walz“ von Eisenachs Kapitän Peter Walz aus dem Saarland, mit Eltern, Familienangehörigen, Freunden und Bekannten, gehörte ebenso zum lautstarken Gäste-Fanblock, der Mitte der zweiten Halbzeit auch die akustische Vorherrschaft im weiten Rund übernahm. Das Eisenacher Team auf dem Parkett hatte dies längst getan, die Eulen-Anhängerschaft nahezu verstummen lassen. Mit einer präzisen „Fackel“ aus größerer Entfernung hatte Jannis Schneibel das Netz im Eulen-Gehäuse zum 12:17 zappeln lassen (38.). Kurz darauf bediente der Mann aus der Pfalz den Saarländer Peter Walz zum 12:18 (40.).

Es gibt bei uns für alles einen klaren Plan, ein genaues Timing, dazu gehört viel Disziplin, aber auch ein hohes Maß an Spielverständnis, erläutert Jannis Schneibel den Erfolgsplan der letzten Wochen und Monate mit 10 Siegen aus 12 Partien. Natürlich war es eine besondere Motivation vor der ganzen Familie und dem Freundeskreis zu spielen, erklärte der bei den Rhein-Neckar-Löwen ausgebildete Jannis Schneibel. Eine konzentrierte Leistung über 60 Minuten mit einer überragenden Abwehr im zweiten Abschnitt bildete den Grundstein, konstatierte der junge Rückraumspieler.

In der 47. Minute, beim 16:21, gelang den Hausherren der letzte Treffer! „Aber auch im Angriff haben wir ausgesprochen clever gespielt. Gegen die körperlich großen Abwehrspieler der Eulen haben wir auf geduldiges Angriffsspiel mit langen Spielzügen und konsequentem Abschluss gesetzt“, freute sich Jannis Schneibel über den gelungenen Matchplan. Martin Potisk und Jonas Ulshöfer sorgten während ihrer Einsätze für zusätzliche Farbtupfer und Tore.

Der nächste Klassiker wartet

So ein Sieg ist schön, bringt zwei Punkte, doch am nächsten Tag ist er schon was Vergangenes. Demuth ist angesagt. Bereits am Dienstag wartet mit dem Heimspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV die nächste Aufgabe, in der wir alles reinhauen wollen, sagt Jannis Schneibel abschließend und mit Blick auf den Klassiker am Dienstag, 10.05.2022 um 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle.

Zum 65. Mal stehen sich Handball-Männermannschaften aus Dessau und Eisenach in einem Pflichtspiel gegenüber. Die Handballanhänger aus der Region sollten sich rasch ihr Ticket sichern, online unter www.thsv-eisenach.de und in der ThSV-Geschäftsstelle.

Statistik
Eulen Ludwigshafen: Holaj, Asanin (3 Paraden), Urbic (1 Parade); Salger, Dietrich (1), Eisel, Keskic, Meyer-Siebert (7), Falk (4), Hofmann, Dura, Meddeb (3), Neuhaus, Klimek, Schlafmann, Sorda (1)
ThSV Eisenach: Jepsen (5 Paraden), Lucin (1 Tor/ 4 Paraden); Iffert, Wöhler (2), Potisk (2), Hangstein (8/5), Ulshöfer, Walz (4), Tokic (4), Sousa, Dicker, Donker, Schneibel (4), Snajder (2), Weyhrauch
Siebenmeter: Eulen 0/2 – ThSV 5/6
Zeitstrafen: Eulen 3 x 2 Mi. – ThSV 6 x 2 Min.
Schiedsrichter: Christian vom Dorff/ Fabian vom Dorff
Zuschauer: 1.621

Th. Levknecht

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