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Eisenacher Jubel am Niederrhein

Zehntausende Eisenacher und Gäste feierten am Samstag bei strahlendem Sonnenschein am Fuße der Wartburg Sommergewinn, das größte deutschen Frühlingsfest, den Sieg von Frau Sunna über den Winter. Die Zweitbundesliga-Handballer des ThSV Eisenach jubelten indes am Niederrhein, feierten mit einem 31:25 (16:13)-Sieg über Gastgeber TV Korschenbroich den dritten Auswärtssieg der Saison und kletterten auf einen einstelligen Tabellenplatz.
«Solide in der Defensive, diszipliniert im Angriff. Jeder erfüllte seine Aufgabe, jeder sprang zugleich für den anderen ein», beschrieb ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson den Auftritt seiner Schützlinge als verschworene Einheit. Die Partie stand für die Wartburgstädter unter ungünstigen Vorzeichen, hatten sie kurzfristig den Ausfall ihrer Stammkräfte Duje Miljak und Adrian Wöhler aufgrund eines Magen- und Darminfektes zu verkraften. Zu allem Überfluss verloren sie bereits nach vierzig Sekunden Philipp Lindner verletzungsbedingt. Er war auf Linksaußen freigespielt worden und landete nach Kontakt mit seinem Gegenspieler unglücklich und schmerzhaft auf dem Knie. Das frühzeitige Aus für das Eisenacher Eigengewächs und damit der Ausfall des zweiten Linksaußen.
Da musste Alexander Schiffner ran, obwohl von einer Fersenverletzung noch nicht genesen. Der Blondschopf brillierte mit Effizienz beim Torwurf: sieben Würfe, sieben Treffer! Branimir Koloper biss durch einen fiebrigen Infekt gehandicapt bis zum Abpfiff auf die Zähne, rackerte in der Abwehr, rückte in den Schlusssekunden mit in den Angriff auf und netzte zum 31:25-Endstand ein. «Unsere Torhüter ergänzten sich bestens», freute sich Eisenachs Trainer Adalsteinn Eyjolfsson über Radek Musil und Stanislaw Gorobtschuk.
Im ersten Abschnitt kamen die Eisenacher vielfach über den Kreismitte, über ihren Kapitän Benjamin Trautvetter zum Torerfolg. Nach dem Seitenwechsel nutzte Girts Lilienfelds die passive Abwehr der Gastgeber zu präzisen Würfen aus dem rechten Rückraum. Benjamin Trautvetter und Girts Lilienfelds markierte je acht Treffer. Zum Ende der ersten Halbzeit verschafften sich die Eisenacher bereits ein Übergewicht, gingen auch mit einer 16:13-Führung in die Halbzeitpause.
Der TV Korschenbroich, der sich zum Saisonende freiwillig in die 3. Liga zurückzieht, fightete nach Wiederanpfiff, glich auch zum 19:19 (39.) aus. Postwendend brachte Tomas Sklenak die Eisenacher wieder in Vorhand (20:19, 40.) und seine Farben gaben die Führung nicht wieder ab. Es blieb spannend bis in die Schlussphase (24:23 für Eisenach, 51.). Im Finish hatten die Thüringer in der kleinen Waldsporthalle die besseren Argumente: Torhüter Radek Musil parierte gleich drei Mal glänzend, Girts Lilienfelds und Eryk Kaluzinski netzten zum 29:24 (56.) ein. «Ich bin stolz auf meine Mannschaft, die allen Widrigkeiten zum Trotz sich als verschworene Einheit präsentiert und verdient beide Zähler mitgenommen hat», freute sich Adalsteinn Eyjoflfsson über den Sieg bei der «Wundertüte der Liga». Schließlich hatte der TV Korschenbroich um Torjäger Simon Breuer wenige Tage zuvor mit einem 28:25-Erfolg beim Aufstiegsanwärter TV Neuhausen für einen Paukenschlag gesorgt.

Alexander Schiffner mit beeindruckender Quote
Der Start in die Partie verlief für den ThSV Eisenach wenig hoffnungsvoll. Da war der frühzeitige Ausfall von Philipp Lindner und wenig später scheiterte Nick Heinemann von der Siebenmeterlinie an Torhüter Oliver Mayer. Wenig später ließ freilich Alexander Schiffner erkennen, dass auf ihn zu bauen ist (2:3, 8./ 4:5, 10.). Dann übernahm der Gastgeber, der auch einige Verletzungsausfälle zu beklagen hatte, das Kommando. Torjäger Simon Breuer und Matthias Deppisch brachten den Hausherren mit 8:7 (17.) in Führung. Mehr ließen Radek Musil und seine Vorderleute jedoch nicht zu. Der eingewechselte Roel Adams fasste sich ein Herz, lochte zum 11:11-Ausgleich (24.). Dann spielte Benjamin Trautvetter seine Klasse an der Kreismitte aus, vollendete zum 12:13 (25.). Der aufgerückte Daniel Luther wuchtete zum 12:14 (27.) ein. Christian Voß, der Coach des TV Korschenbroich, zückte die grüne Karte. Der ThSV Eisenach dominierte jedoch weiter. Der ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Stanislaw Gorobtsachuk meisterte einen Simon-Breuer-Ball. Benjamin Trautvetter behielt beim Strafwurf die Nerven, versenkte zum 13:16-Halbzeitstand.

Mit ganz viel Herzblut auf die Siegerstraße
Die Gastgeber kamen mit neuem Elan aus den Kabinen, wollten den Thüringern keinesfalls die Zähler überlassen. Problematisch für den ThSV Eisenach, als Branimir Koloper und Nick Heinemann fast zeitgleich eine 2-Minuten-Strafe kassierten. In doppelter Überzahl traf Marcel Görden per Strafwurf zum 19:19-Ausgleich (39.). Das sollte aber der einzige Gleichstand bleiben. Mit ganz viel Herzblut fighteten die Eisenacher. Der schnelle Girts Lilienfelds entwischte immer wieder seinen Gegenübern, versenkte zum 20:22 (43.). Tomas Sklenak zirkelte das Leder zum 20:23 in die Maschen (44.). Doch der TV Korschenbroich gab sich noch nicht geschlagen. Beim 23:24 (51.) wurde es für den ThSV Eisenach noch einmal kribbelig. Doch sie haben ja noch ihren Altmeister Radek Musil im Tor. Er kaufte Simon Breuer das Leder ab, Girts Lilienfelds, Eryk Kaluzinski und Benjamin Trautvetter trafen zum 23:27 (54.). Christian Voß, der Coach des TV Korschenbroich, rief sein Team zur Besprechung der Schlussphase zusammen. Den Treffer von Marcel Görden (24:27, 55.) beantworteten Eisenachs Girts Lilienfelds und Eryk Kaluzinski mit ihren Treffern zum 24:29 (56.). Für die Hausherren indes war bei Eisenachs Schlussmann Radek Musil Endstation. Alexander Schiffner netzte von Linksaußen zum 24:30 (57.) ein. Die Partie in der Waldsporthalle Korschenbroich, wo in der Vergangenheit die Trauben für den ThSV Eisenach zumeist unerreichbar hoch hingen, war entschieden…..

ThSV Eisenach empfängt bereits am Mittwoch den SC DHfK Leipzig
Der ThSV Eisenach empfängt bereits am Mittwoch, 21.03.2012 zum nächsten Punktspiel in einer Neuauflage eines alten Derbys den SC DHfK Leipzig (Anwurf 20.00 Uhr). Tickets sind im Vorverkauf in Eisenach und Waltershausen erhältlich. Reservierungen werden unter Tel. 03691/82800 oderb72360 entgegen genommen.

Statistik

TV Korschenbroich: Mayer, Bartmann; Fuchs (1), Deppisch (3), S. Breuer (7), Fischer (1), Görden (6/4), M. Breuer (1), Piske (3), Tovornik (3), Marquardt

ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk; Trautvetter (8/1), Sklenak (2), Luther (1), Kaluzinski (2), Adams (1), Schiffner (7), Heinemann (1), Lilienfelds (8), Koloper (1), Lindner

Siebenmeter: TV Korschenbroich 4/4 – ThSV Eisenach 2/1
Zeitstrafen: TV Korschenbroich 3 x 2 Min. – ThSV Eisenach 5 x 2 Min.

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