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Eisenacher Rettungsschwimmer erfolgreich bei Deutscher Meisterschaft

Bei den 31. Deutschen Seniorenmeisterschaften (DSM) im Rettungsschwimmen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vom 26. bis 28.04.2019 in Sulzbach waren auch wieder Sportler aus Eisenach unter den über 800 Teilnehmern und gewannen gleich drei Medaillen! 

Leider wird das Engagement der Rettungsschwimmer oftmals als selbstverständlich angesehen. Kaum einer macht sich bewusst, welch intensives Training und welchen Mut Rettungseinsätze bei Ertrinkenden den Mitgliedern der DLRG abverlangen, sagt Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlandes und Schirmherr der Veranstaltung in seinem Grußwort. Die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Rettungsschwimmer ist sicherlich die eigene sportliche Fitness, die er bei einem solchen Wettkampf mit Gleichgesinnten in verschiedenen Disziplinen überprüfen und messen kann.

Von diesen Worten angespornt eröffneten traditionell die Einzelstarter das Meisterschaftswochenende. Mit Eva Lützelberger, der Vorsitzenden der Ortsgruppe Eisenach und dem Geschäftsführer Peter Urbach, zeigte der Vorstand deutlich, welch hohen Stellenwert der Rettungssport in der Wartburgstadt hat. Außerdem gingen Ilona und Jürgen Büchner, Klaus Schneider und Joachim Liebetanz an den Start. Diese sechs maßen sich mit den besten Rettungsschwimmern Deutschlands.

Über die Endplatzierung entscheidet im Rettungssport die Summe aus drei Einzeldisziplinen, die an den realen Einsatz von Wasserrettern angelehnt sind. So muss zum Beispiel eine etwa 40 kg schwere Rettungspuppe im Wasser transportiert werden. Im Wettkampf entscheiden Sekunden über den Rang im Klassement, im Einsatz jedoch eventuell über Menschenleben.

Peter Urbach hatte sich erstmals in der Altersklasse (AK) 50 für den höchsten, nationalen Wettbewerb qualifiziert. Und seine gute Vorbereitung zahlte sich aus. In allen drei Disziplinen verbesserte er sich um mehr als eine Sekunde gegenüber seinen Zeiten aus den Thüringer Landesmeisterschaften.

Auch Eva Lützelberger schwamm deutlich schneller als im Vorjahr und kletterte damit verdient auf Rang 12 in der AK60.

Ilona und Jürgen Büchner sind im Rettungssport bereits alte Hasen. Seit 2013 hat das Ehepaar keine Deutschen Meisterschaft ausgelassen. In diesem Jahr gelang ihnen etwas nicht Alltägliches. Beide wurde in ihrer Altersklasse (AK70 weiblich und AK 75 männlich) deutsche Vizemeister!

Wie auch 2018 erkämpfte sich Klaus Schneider (ebenfalls in der AK75 männlich) wieder eine Medaille. Sein für einen Rettungsschwimmer unerlässlicher Brustbeinschlag ließ so manchen Konkurrenten verzweifeln. Somit standen in der Altersklasse 75 gleich zwei Eisenacher auf dem Podest.

Bis vor wenigen Jahren war die AK80 nur relativ dünn besetzt. Doch die Zahl der fitten Senioren nimmt zu. Joachim Liebetanz, der erst vor wenigen Wochen die Wiederholungsprüfung zum Rettungsschwimmer Stufe Silber erfolgreich wiederholt hatte, fand sich in einem starken Starterfeld wieder. Doch er gab sich keine Blöße. Mit Platz 4 verpasste er das Treppchen nur denkbar knapp!

Bei den Mannschaftswettkämpfen am zweiten Tag werden die Lebensalter der vier Staffelschwimmer zur Startklasse aufaddiert. In der AK280 muss das Durchschnittsalter der Rettungssportler somit bei 70 Jahren liegen! In dieser Altersklasse gingen die Eisenacher mit Jürgen Büchner, Joachim Liebetanz, Klaus Schneider und Markus Sojak als amtierende Deutsche Meister an den Start und waren wieder heiß auf eine Medaille. Auch der Staffelwettbewerb ist ein Mehrkampf. Jede der drei in die Wertung einfließenden Disziplinen ist technisch hoch anspruchsvoll. Kleinste Fehler werden vom Kampfgericht hart bestraft. Leider war das Glück den Eisenachern in diesem Jahr nicht hold. Sie handelten sich durch einen Wechselfehler Strafpunkte ein. So landeten sie trotz ihrer hervorragenden, schwimmerischen Leistungen auf dem undankbaren vierten Platz.

Die Damen der AK240 (Ilona Büchner, Kerstin Leonhardt, Eva Lützelberger und Heike Weiland) zeigten ebenfalls eine starke Leistung. Sie unterbaten ihre Zeiten aus dem Vorjahr teilweise deutlich. Am Ende blieben sie im Kampf um Platz vier nur 17 Punkte, umgerechnet etwa eine halbe Sekunde, hinter ihren Konkurrentinnen aus Bietigheim-Bissingen zurück.

Doch auch dieses Top-Fünf-Ergebnis zeigt den sehr guten Leistungsstand der Rettungssportler aus Eisenach und spornt Sportler und Trainer weiter an.

Wie in anderen Sportarten auch stehen üblicherweise bei unseren Leistungssportveranstaltungen die Athleten der offenen Altersklasse im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit diesen Titelkämpfen die Spitzenleistungen der älteren Menschen in den Vordergrund rücken können, fasst Achim Haag, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Veranstaltung zusammen.

Dem können die Eisenacher nur zustimmen und wollen sich auf jeden Fall auch für die 32. Ausgabe der Meisterschaften im nächsten Jahr qualifizieren.

Über die DLRG: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) ist mit rund 1.800.000 Mitgliedern und Förderern die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Auch in Eisenach werden die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildungen ausschließlich von ehrenamtlichen Ausbildern geleitet. Infos und Spendenmöglichkeit unter: https://eisenach.dlrg.de/

Um das aktuelle Bädersterben in Deutschland zu stoppen, durch das jedes Jahr ca. 80 Bäder schließen müssen, hat die DLRG eine Petition gestartet. Details unter https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-baeder-schwimmbadschliessungen-stoppen

Andrea T. | | Quelle:

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