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Eisenachs linke Angriffsseite mit rabenschwarzem Tag

Cheftrainer Markus Krauthoff-Murfuni sieht Redebedarf nach der klaren 21:32-Niederlage beim VfL Lübeck-Schwartau/ Am Mittwoch bereits Heimspiel gegen die HSG Konstanz

Eine harte Landung. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Wir sind sehr enttäuscht, erklärte Markus Krauthoff-Murfuni, der Coach des ThSV Eisenach, nach der überaus deutlichen 21:32 (11:14) -Niederlage am Freitagabend beim VfL Lübeck-Schwartau.

Zu allem Überfluss zog sich Ante Tokic bei einer Angriffsaktion eine Bänderverletzung im Fuß zu, musste gestützt humpelnd das Parkett verlassen (48.). Eine genaue Diagnose wird es am heutigen Montag geben.

Bis zur 20. Minute haben wir guten Handball gezeigt, doch unbegreiflich, wie wir uns danach angestellt haben. Wir haben eine englische Woche. Am Mittwoch bietet sich die Gelegenheit zu zeigen, was wir können. Ich erwarte vom gesamten Team eine deutliche Steigerung, eine andere Einstellung, erklärte Eisenachs Manager Rene Witte am Samstagabend.

Am gestrigen Sonntagabend sammelte Trainer Markus Krauthoff-Murfuni sein Team um sich. So einfach zur Tagesordnung will der neue Eisenacher Cheftrainer trotz der englischen Woche nicht übergehen. Es werde die eine oder andere Wahrheit ausgesprochen,

Wir alle, ein jeder, muss sich hinterfragen. Ich will keine Truppe, die Frust regieren lässt, wenn es mal nicht so läuft, erklärte Markus Krauthoff-Murfuni nach der Videoanalyse am Samstagabend. Wir sind anscheinend noch nicht da, wo wir hinwollen. Am Mittwoch, beim Heimspiel gegen die HSG Konstanz, will ich ein komplett anderes Gesicht eines jeden einzelnen sehen, findet der ThSV-Coach klare Worte. Wir haben gezeigt, dass wir es besser können, fügt er hinzu.

(Für die Partie gegen die HSG Konstanz am Mittwoch, 21.10.20 um 19.30 Uhr sind noch Tagestickets online über die ThSV-Homepage www.thsv-eisenach.de erhältlich.)

Unsere linke Angriffsseite erwischte einen rabenschwarzen Tag, mit dieser Aussage traf Eisenachs Schlussmann Thomas Eichberger den Nagel auf den Kopf.

Die linken Rückraumspieler Daniel Dicker, Luka Kikanovic und Andrej Obranovic blieben bei zusammen 7 Versuchen ohne einen einzigen Torerfolg. Entschuldigend kann angeführt werden, Daniel Dicker hatte mit einer Fersenverletzung zu kämpfen. Linkaußen Ivan Snajder traf erst, als bereits alles entschieden war. Für ihn stehen 3 Treffer bei 7 Versuchen zu Buche.

Unsere Abwehr stand beim gebundenen Angriff der Gastgeber nicht schlecht. Doch durch unsere miserable Torwurfeffektivität kassierten wir viele Treffer per Gegenstoß über die erste und zweite Welle, konstatierte Thomas Eichberger.

Eine Eisenacher Torwurfeffektivität von gerade einmal 46 Prozent spricht Bände. Die erneut gute rechte Angriffsseite mit den Linkshändern Willy Weyhrauch (7 Treffer bei 10 Versuchen) und Alexander Saul (6 Treffer aus 9 Versuchen) konnte die stumpfe linke Angriffsseite nicht kompensieren.

VfL-Keeper Nils Conrad mit Glanzleistung
Die schlechte Eisenacher Wurfausbeute hatte freilich auch mit einen Sahne-Tag des 19-hährigen Nils Conrad im Tor des VfL Lübeck-Schwartau zu tun. Er meisterte 17 Bälle und wurde zum Albtraum des einen oder anderen Eisenachers.

Fanden wir mal zu unserem Tempospiel, stand der Torhüter im Wege, resümierte Markus Krauthoff-Murfuni.

Der Auftakt, mit Eisenachs 5:1-Führung nach 10 Minuten, ließ nicht auf eine derbe 11-Tore-Niederlage schließen. Nur ein Thüringer Strohfeuer an der Ostseeküste!

Schon bis dahin ließen wir dicke Wurfchancen aus, hätten deutlicher führen müssen, rekapitulierte Thomas Eichberger, der mit seinem in der Schlussphase eingewechselten Torwartkollegen Blaz Voncina zusammen auf 15 abgewehrte Bälle kam.

Mit der Niederlage von Dessau im Kopf schienen wir zu aufgeregt, analysierte Pjotr Przybecki, der Coach des VfL Lübeck-Schwartau, die Auftaktphase.

Er musste auf einige Akteure verletzungsbedingt verzichten, hatte seine als „schwedische Hoffnungsträger“ gepriesenen Neuzugänge Julius Lindskog Andersson und Carl Löfström dabei.

Unser junger Torwart hielt uns im Spiel. Mit zunehmender Spielzeit haben wir dann funktioniert, fanden gute Lösungen. freute sich Piotr Przybecki.

Nahezu alle seiner Feldspieler beteiligten sich am Trefferreigen. Auch das war ein Plus der Hausherren. Einen 4:7-Rückstand (17.). verwandelten sie in eine 14:11-Halbzeit-Führung, trafen bei eigener Unterzahl, strotzten nach Wiederbeginn vor Spielfreude, erhöhten auf 18:13 (35.) und 24:15 (42.).

Wir verloren völlig den Faden, gab Thomas Eichberger zu.

Da war keiner, der kühlen Kopf bewahrte, als Häuptling das Kommando übernahm. Beim VfL Lübeck-Schwartau lief indes alles rund. Den i-Punkt servierte der sonstige Stammtorhüter Dennis Klockmann, der, in der 57. Minute eingewechselt, gleich einen Weyhrauch-Siebenmeter und noch zwei weitere Bälle parierte. Die Norddeutschen schraubten ihren Sieg in den zweistelligen Bereich.

Statistik
VfL Lübeck-Schwartau: Conrad (17 Paraden), Klockmann (ab 57./ 3 Paraden); Potratz (1), Gonschor (3), Lindskog Andersson (5/3), Hansen (4), Löfström (7), Waschul (1), Schult (1), Versteijnen (4), Schrader, Kretschmer (5), Bruhn (1)
ThSV Eisenach: Eichberger (12 Paraden), Voncina (ab 56./ 3 Paraden); Kikanovic, Potisk (2), Ulshöfer, A. Alaj, Tokic (1), Dicker, Mürköster, Obranovic, Beciri (2), Snajder (3), Weyhrauch (7/2), Saul (6)
Siebenmeter: VfL Lübeck-Schwartau 3/3 – ThSV Eisenach 2/4
Zeitstrafen: VfL Lübeck-Schwartau 6 Min. – ThSV Eisenach 2 Min.
Schiedsrichter: Fratcak/ Ribeiro
Zuschauer: 570 (ausverkauft)

Th. Levknecht

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