Freiwurfablage zum Punktgewinn ins Netz geschmettert

Bildquelle: Th. Levknecht – Ausgelassene Stimmung in der Eisenacher Kabine nach dem Punktgewinn. Bestens gelaunt auch Michael Klostermann (li.), Präsident des Kreissportbundes Wartburgkreis
Ole Gastrock-Mey trifft zum 30:30-Ausgleichstreffer des ThSV Eisenach II im MHV-Regionalligaspiel Männer beim HV R-W Staßfurt
Fünf Sekunden vor der Sirene bekam der ThSV Eisenach II beim Stand von 30:29 für den HV Rot-Weiß Staßfurt aus zentraler Position einen letzten Freiwurf zugesprochen. „Unser Plan war, den Abwehrblock zu irritieren, ihn auseinanderzuziehen. Armend Alaj ist beispielsweise nach rechts gelaufen. Unser Plan ging auf. Der Abwehrblock bot eine Lücke, die ich genutzt habe“, schildert Ole Gastrock-Mey die letzte Aktion der Partie. Der 22-jährige Rückraumspieler schmetterte das Leder mit Vehemenz zu seinem 7. Treffer ins Gastgeber-Gehäuse und war Sekunden später der gefeierte Mann. In den vorherigen knapp 60 Spielminuten landete etliche Würfe von ihm nicht im Tor, doch er ließ sich davon nicht entmutigen, Der ThSV Eisenach II eroberte beim Tabellen-Dritten mit einem 30:30, nach 13:15-Halbzeit-Rückstand, einen Punkt. Wenig später intonierten die Eisenacher in der Kabine der Salzland Sporthalle in Sachsen-Anhalt Thüringens Nationalhymne, das Rennsteiglied.
„Wir haben auswärts bei einem Spitzenteam gepunktet. Wir alle sind stolz auf diese Leistung. Im zweiten Abschnitt haben wir den Kampf angenommen, auch bei Rückständen nicht den Kopf verloren. Wir ließen etliche gute Torchancen aus, bei Holztreffern fehlte uns das Wurfglück. Unsere Abwehr stand nach dem Seitenwechsel kompakter. Zum Schluss bot sich uns die Ausgleichschance, die wir resolut genutzt haben. Letztendlich gelang uns ein verdienter Punktgewinn.“, erklärte Julian Rothhämel. Der Kapitän des ThSV Eisenach II besetzte nahezu durchgehend die Regieposition. Ole Gastrock-Mey und Julius Brenner agierten überwiegend an dessen Seite im Rückraum. „Wir haben jetzt 6 Pluspunkte, müssen bis zum Jahreswechsel aber weiter punkten“, richtet Julian Rothhämel, im Sommer vom SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim gekommen, den Blick in die nahe Zukunft.

Unterschiedliche Gemütslagen bei den Trainern
„Na klar, wir sind enttäuscht. Beim Blick auf die Tabelle und auch angesichts unseres Punktgewinnes am vergangenen Wochenende in Bernburg hat nahezu jeder einen Sieg von uns erwartet. Der ThSV Eisenach II wartete mit einer starken Leistung auf. Glückwunsch zum Punktgewinn. Für uns war es das erste Spiel der Saison mit unzufriedenstellendem Ausgang“, konstatierter Svajunas Kairis, der Coach des HV R-W Staßfurt. „Dass wir aus Staßfurt einen Punkt entführen, das hat uns kaum jemand zugetraut. Den erarbeiteten Matchplan haben wir nahezu durchgehend umgesetzt. Unser Ziel war es, die Partie beim klar favorisierten Gastgeber lange offen zu halten, wenn sich die Chance in der Crunchtime bietet, diese dann auch zu nutzen. Mit unserer couragierten zweiten Halbzeit haben wir die Halle zum Verstummen gebracht. Ein großer Dank geht an Duje Miljak, der sich trotz einer Oberschenkelverletzung in den Dienst der Mannschaft gestellt hat, unserem Deckungsinnenblock zu mehr Stabilität verholfen hat“, bilanzierte Qendrim Alaj. Der Spielertrainer kam für die Verwandlung der drei seinem Team zugesprochenen Siebenmetern sowie in Unterzahlphasen auf das Parkett. „Wir stehen vor richtungsweisenden Wochen“, richtet Qendrim Alaj den Blick auf den Spielplan bis zu den Festtagen. Er meint da insbesondere die Heimspiele gegen den HC Glauchau/Meerane (Samstag, 29.11.2025), SV GW Wittenberg-Piesteritz (Sonntag, 14.12.2025) und HC Einheit Plauen (Samstag, 20.12.2025).
ThSV-Keeper Bastian Freitag im Brennpunkt
In der Stammformation mit Ardit Ukaj auf Links- und Armend Alaj auf Rechtsaußen, Ole Gastrock-Mey, Julian Rothhämel und Julius Brenner im Rückraum, Conrad Ruppert am Kreis und Bastian Freitag im Tor, Duje Miljak für Abwehraufgaben kommend, startete der ThSV Eisenach II in der schmucken Salzland-Sporthalle ausgesprochen selbstbewusst. Der körperlich präsente Innenblock der Gastgeber stoppte Angriffszüge zum Kreis. Conrad Ruppert rackerte, hatte aber einen schweren Stand. Die Hausherren zwangen das Team von der Wartburg mehrfach ins Zeitspiel. Das Angriffsspiel des ThSV Eisenach II wirkte zunächst zu statisch. Rückraumwürfe blockten die Gastgeber ab. Diese schlossen ihre Angriffszüge zunächst immer wieder über ihre linke Angriffsseite, über Tommes Vehse, ab. Einfache Kreuzungen im Rückraum eröffneten den Staßfurtern erfolgreiche Distanzwürfe (5:4/ 11.). ThSV-Keeper Bastian Freitag stand im Brennpunkt, parierte bis zum Seitenwechsel 8 Bälle. Angriffszüge auf die Rechtsaußen-Position, zu Armend Alaj, erwiesen sich beim ThSV Eisenach II als Erfolgsrezept. Der Nationalspieler des Kosovo stecke anfängliche Fehlwürfe und Holztreffer weg. Torjäger Malvin Haeske brachte die Hausherren mit 8:6 in Führung (15.), doch die Eisenacher blieben dran. Einen schwer unter Kontrolle zu bringenden Steilpass von Keeper Bastian Freitag versenkte Armend Alaj zum 9:9-Ausgleich (22.). Ballverluste gehörten aber auch zur Tagesordnung beim ThSV Eisenach II. Bastian Freitag parierte per blitzschnell die Beine schließend einen Siebenmeter von Tim Steffen, der aber insgesamt fünf Bälle vom Strich versenkte, so auch zum 12:10 (26.). Mit einfacher Finte narrte Lino Deckert die ThSV-Abwehr zum 15:12 (30.). Doch die Eisenacher haderten nicht, Armend Alaj netzte mit der Sirene zum 13. Eisenacher Treffer ein.
Julius Brenner mit 5 Treffer binnen 10 Minuten
Die ersten 10 Minuten nach Wiederanpfiff der sicher amtierenden Referees Maurice Oelsner und Moritz Pach standen im Zeichen von Eisenachs Julius Brenner. Aus dem rechten Rückraum versenkte der 25-Jährige gleich 5 Bälle, traf zum auch zum 17:18 (36.) und 21:22 (40.). Zwischenzeitlich hatte auch ThSV-Keeper Bastian Freitag aus dem eigenen Kreis das Leder ins verwaiste Staßfurter Gehäuse gezirkelt. Doch die Eisenacher Führung hatte keinen Bestand. Die Hausherren nutzten Überzahlphasen zu Treffern zum 24:22 (44.). Ole Gastrock-Mey gab eine Probe seiner Wurfkraft, die Eisenacher wollten auch dem Publikum in Staßfurt ihre Spezialität Kempa-Treffer nicht vorenthalten. Auf Vorlage seines Bruders Armend versenkte der in den Kreis fliegende Qendrim Alaj zum 24:24 (45.). Armend Alaj traf kurz darauf, Bastian Freitag hatte Sekunden zuvor einen Wurf von Rechtsaußen abgewehrt, zum 24:25 (46.). Der Tabellen-Dritte traf zum 26:25 (49.). Es blieb spannend. Der HC R-W Staßfurt legte vor, vielfach mit Treffern über die Außenpositionen, der ThSV Eisenach II egalisierte, auch wenn in Überzahl ein Ballverlust unterlief. Armend Alaj traf zum 27:27 (53.). Tim Steffen (per Strafwurf) und Jens Osterloh (von Rechtsaußen) brachten die favorisierten Gastgeber mit 29:27 in Führung (57.).
Ole Gastrock-Mey hämmert gleich dreifach ein
Es folgten die drei Minuten des Ole Gastrock-Mey. Die Staßfurter verhaspelten sich. Eisenachs Rückraum-Hüne wuchtete zum 29:28 (58.) und 29:29 (59.) ein. Über die rechte Seite schloss Malvin Haeske 19 Sekunden vor dem Ende zum 30:29 für den HV R-W Staßfurt ab. Sollten die Wartburgstädter trotz guter Leistung mit leeren Händen die Heimreise antreten? Sie besprachen während einer Auszeit die letzten 15 Sekunden. Der die erste Angriffsaktion wurde auf Kosten eines Freiwurfes gestoppt. Dieses führte dann zum umjubelten 30:30-Ausgleichjstreffer. „Endlich haben wir uns belohnt“, strahlte Julian Rothhämel.

Statistik
HV Rot-Weiß Staßfurt:
Schliwa, Kleineidam; Cieszynski, Kluge, Danowski (4), Steffen (7/5), Heinrichs, Gickert (1), Haeske (6), Hähnel (3), Vehse (5), Osterloh (4), Danneberg, Standhardt
ThSV Eisenach II:
Büchner, Freitag (1); Brenner (6), Rehm, Nothum, Stupka, Ruppert, Schlotzhauer, Kryeziu, Gastrock-Mey (7), Ukaj (3), A. Alaj (7), Katzwinkel, Q. Alaj (4/3), Rothhämel (2)
Siebenmeter:
HV R-W Staßfurt 5/6 – ThSV Eisenach II 3/3
Zeitstrafen:
HV R-W Staßfurt 3 x 2 Min. – ThSV Eisenach II 3 x 2 Min.
Schiedsrichter:
Oelsner/Pach
Zuschauer:
253 in der Salzland-Sporthalle
Th. Levknecht