Greifbare Punkte in der Crunchtime entgleiten lassen
ThSV Eisenach unterliegt beim TVB Stuttgart mit 31:33 (14:17) und muss den Tabellenplatz mit dem Sieger tauschen/ Dominik Solak mit gutem Einstand
„Es ist uns nicht gelungen, in den letzten 5 Minuten im Angriff klare Situationen zu kreieren, in der Abwehr den Gegner aufzuhalten“, konstatierte Philipp Meyer, der Abwehrchef des ThSV Eisenach. „In der Crunchtime unterliefen uns zu viele unnötige Fehler. In den letzten Minuten haben wir das Spiel noch aus der Hand gegeben“, befand auch Peter Walz, der Kapitän des ThSV Eisenach. Stephan Seitz markierte 6, Felix Aellen und Dominik Solak je 5 Treffer. Im zweiten Abschnitt lief ThSV-Keeper Matija Spikic zu großer Form auf, parierte nach dem Seitenwechsel 10 Bälle.
Die Wartburgstädter führten in der 48. Minute 26:24, eingangs der Crunchtime 30:29 (54.), unterlagen am Ende aber 31:33 (14:17). „Die Partie stand bis in die letzten Sekunden auf des Messers Schneide, hätte in beide Richtungen ausfallen können“, bekannte Misha Kaufmann, der Coach des TVB Stuttgart. Sein Team überholte Dank des besseren Torverhältnisses die punktgleichen Eisenacher in der Tabelle. Der TVB Stuttgart nimmt nun Platz 13, der ThSV Eisenach Platz 14 ein. Die Wartburgstädter schrammten haarscharf an ihren ersten Auswärtszählern vorbei. Während der zweiten Halbzeit mussten Routinier Kai Häfner (TVB Stuttgart) und Timothy Reichmuth (ThSV Eisenach) verletzt vom Parkett.
Personelle Brisanz
Für gleich sechs Protagonisten war es ein besonderes Spiel. Misha Kaufmann und Danijel Grgic, das Trainergespann des TVB Stuttgart, sowie die Spieler Simone Mengon und Ivan Snajder kamen im Sommer aus Eisenach nach Stuttgart. Keeper Mateusz Kornecki trug vor zwei Jahren das Trikot der Wartburgstädter. ThSV-Keeper Silvio Heinevetter gehörte von 2022 bis 2024 zum Torhütergespann des TVB Stuttgart. Philipp Meyer wechselt nach dieser Saison vom ThSV Eisenach zum TVB Stuttgart.
Etliche statistische Werte sprachen für den ThSV Eisenach
Die Wartburgstädter mussten in der Porsche-Arena auf die erkrankten Vincent Büchner und Justin Kurch verzichten, hatten erstmals ihren tschechischen Neuzugang Dominik Solak dabei. „Er hat gezeigt, dass er uns helfen wird“, erklärte ThSV-Coach Sebastian Hinze. Für den linken Rückraumspieler standen 5 Treffer aus 7 Versuchen in der Statistik. Apropos Statistik: Etliche Zahlen sprachen am Dienstagabend für den ThSV Eisenach. Seine Wurfquote lag bei 70 Prozent, die des TVB Stuttgart bei 63 Prozent. Der ThSV Eisenach schloss sogar 87 Prozent seiner Angriffe erfolgreich ab (31 von 36) gegenüber 69 Prozent auf der Gegenseite (33 von 48). Das Torhüterduell ging klar an Eisenachs Matija Spikic, der 15 von 48 Würfen parierte (31 Prozent), für das TVB-Torhütergespann Mateusz Kornecki und Mijan Vujovic wurden gerade einmal 5 Paraden notiert, was einer Fangquote von 14 Prozent entsprach. Bei den technischen Fehlern schnitt der Gastgeber mit 5 gegenüber 9 bei den Thüringern besser ab. „Bis zum Ende war es ganz eng. In der Abwehr hatten wir ein paar Probleme. Letztendlich entschieden zwei Szenen in der Schlussphase für uns. Ein bisschen Glück kam hinzu“, rekapitulierte Stuttgarts italienischer Rückraumspieler Simone Mengon. „Wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht. In der Summe war es aber zu wenig, um Zählbares mitzunehmen. Letztendlich entschieden die technischen Fehler in den letzten 5 Minuten gegen uns. Leider landete auch die Abpraller nicht in unseren Reihen“, ärgerte sich ThSV-Keeper Matija Spikic. „Wir haben uns ziemlich dämlich angestellt. Es war ein Hin und Her. Eisenach ist am Ende an seinen technischen Fehlern gescheitert und wir lange Zeit an Torhüter Matija Spikic, Wir haben klare Torchancen herausgespielt, doch die Abschlussquote hat nicht gepasst. Ich bin froh über die Punkte, die uns guttun“, erklärte TVB-Trainer Misha Kaufmann. Beim Stand von 32:31, Dominik Solak hatte zum Eisenacher Anschlusstreffer eingenetzt, rief er sein Team mittels Auszeit zusammen. Der finale Spielzug wurde besprochen, den Lenny Rubin zur Entscheidung vollenden sollte. Der Schweizer kam jedoch nicht an den Ball, stattdessen traf bei angezeigtem Zeitspiel Max Häfner zur Entscheidung.
Matija Spikic pariert zwei Häfner-Siebenmeter
Der zur Halbzeit eingewechselte Gian Attenhofer bewies Treffsicherheit von Rechtsaußen, markierte gleich drei Treffer. „Ja, bei mir lief es heute gut“, so der Linkshänder nach insgesamt 4 Treffern aus 4 Versuchen. Der Gastgeber begann zu wackeln. Ab der 40. Minute schien sich die Partie in Richtung ThSV Eisenach zu verlagern. Nach einer unübersichtlichen Aktion einschließlich Rudelbildung verhängten die Schiedsrichter Marcus Hurst und Mirko Krag nach Zuhilfenahme des Videobeweises Zeitstrafen gegen Tillman Leu (ThSV Eisenach) und Simone Mengon (ThSV Eisenach). Kurz darauf vollendete Oskar Joelsson per Kempa zum 22:22-Ausgleich für die Wartburgstädter. TVB-Routinier Kai Häfner scheiterte gleich doppelt (42./45.) vom Siebenmeter-Strich am überragenden Matija Soikic im Eisenacher Kasten. Dominik Solak zeigte seine Qualitäten. Einen an ihn verwirkten Siebenmeter versenkte Felix Aellen zum 22:23 (43.), Dominik Solak traf selbst zum 23:25 (46.) und 24:26 (48.). Doch die Führung hatte keinen Bestand. Felix Aellen setzte einen Siebenmeter am TVB-Tor vorbei. Den 27:27-Ausgleich beantwortete Philipp Meyer mit einem Wurf von der Mittellinie ins leere TVB-Tor zum 27:28 (52.). Der junge Jakob Nigg bewies für die Gastgeber Treffsicherheit von Außen, Simone Mengon nutzte seine Zweikampfstärke zum 29:29-Ausgleich. Im Siebenmeterduell mit dem eingewechselten Silvio Heinevetter setzte Stuttgarts Kapitän Patrick Zicker das Leder an die Querlatte. Wenige Augenblicke später führte der ThSV Eisenach durch Dominik Solak 29:30 (54.).
Handballkrimi
Die Partie mutierte zum Krimi. „Der TVB Stuttgart drehte das Spiel noch, war die letzten 5 Minuten die bessere Mannschaft“, erklärte Eisenachs Trainer Sebastian Hinze. Seinem Team unterliefen technische Fehler, die Referees stuften Angriffshandlungen als Stürmerfouls ein. Matija Spikic hielt sein Team im Rennen. Stephan Seitz, Max Beneke und Dominik Solak, teilweise hart bedrängt, brachten das Leder nicht im Kasten der Gastgeber unter. Diese versenkten über Außen zum 31:30 (57.). Eine Seitz-Aktion wurde als technischer Fehler gewertet. Antonio Serradilla, nächste Saison wieder beim SC Magdeburg, durchbrach die Eisenacher Abwehr zum 32:30 (58.). Kurz drauf, die nächste Glanzparade von Matija Spikic. Eisenach trifft 51 Sekunden vor der Sirene zum Anschluss (32:31). Max Häfner machten dann den Sieg des TVB Stuttgart perfekt. „Sehr ärgerlich, dass wir ohne Punkte gen Eisenach fahren mussten. Auswärts fehlen uns ein oder zwei Prozente gegenüber unseren Heimspielen“, so Gian Attenhofer, bevor er in der Dusche der Porsche Arena verschwand.
Heimspiel gegen den Bergischen HC
Um zwei ganz wichtige Zähler geht es für den ThSV Eisenach am Montag, 16.02.2026. Er empfängt um 19.00 Uhr den Bergischen HC. Noch sind einige Eintrittskarten erhältlich, online unter www.thsv-eisenach.de sowie im ThSV-Caffee Timeout/Fanshop in der Eisenacher Innenstadt /Marktgasse).
Statistik TVB Stuttgart – ThSV Eisenach 33:31 (17:14)
TVB Stuttgart: Kornecki (5 P), Vujovic; M. Häfner 4, Serradilla 4, Lien, Snajder 2, Mengon 5, Röthlisberger, Schmid, Heydecke, Matzken 3, Zieker 2/1, Häfner 8/3, Rubin, Nigg 5
ThSV Eisenach: Spikic (15 P), Heinevetter; Joelsson 3, Reichmuth, Beneke 2, Attenhofer 4, Walz 2, Ende 1, Aellen 5/3, Meyer 1, Solak 5, Antonijevic, Seitz 6, Saul, Leu 2
Zeitstrafen: TVB Stuttgart 4 x 2 Min. – ThSV Eisenach 7 x 2 Min.
Siebenmeter: TVB Stuttgart 4/7 – ThSV Eisenach ¾
Schiedsrichter: Hurst/ KragZuschauer: 4.913 (Porsche-Arena, Stuttgart)
