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Handball: ThSV souverän in Dresden

Da die Stammtorhüter Dragan Jerkovic und Karsten Lehmann verletzungsbedingt noch nicht einsatzfähig sind, feierte der 17-jährige Simon Herold beim Vorbereitungsmatch des ThSV Eisenach in Dresden sein Debüt im Bundesligateam. Der junge Keeper, im Mai noch mit der B-Jugend des ThSV Eisenach im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft hauchdünn an der SG Flensburg/Handewitt gescheitert, verdiente sich beim 30:21 (14:10) Erfolg des ThSV Eisenach beim Sachsenmeister und Regionalligaaufsteiger HC Dresden gleich gute Noten. Zwölf Bälle, darunter vier Siebenmeter (!!), meisterte der Youngster. „Unser Nachwuchstorwart zeigte in diesem Spiel, welche Perspektiven er hat“, zollte ThSV-Bundesligacoach Zlatko Feric seinem „jungen Spund“ Lob. „Dieser deutliche Erfolg gibt Selbstvertrauen und macht Mut für die noch schweißtreibenden Wochen bis zum Punktspielstart. Trotz der Unkenrufe nach der klaren Niederlage in Coburg im Anschluss an das kräftezehrende Trainingslager in Willingen trägt unsere gemeinsame Arbeit langsam Früchte. Diese Testspiele geben zudem Aufschluss, wem ich im rauen Punktspielalltag auf welchen Positionen vertrauen kann“, ergänzte Zlatko Feric, der trotz des klaren Erfolges die Chancenverwertung bemängelte. Ronny Göhl war beispielsweise mit 9 Treffern erfolgreichster Werfer der Wartburgstädter, doch der einzige Rechtsaußen im derzeitigen Zweitligakader ließ noch mehrere freistehende Bälle aus. Auf Linksaußen klemmt momentan die Säge am meisten. Philipp Karbe und Stefan Hellwig können den Ansprüchen nicht genügen. Gastgeber HC Dresden, bei dem der einstige Eisenacher Spieler und Trainer Matthias Allonge seine Heimpremiere als verantwortlicher Coach feierte, wurde ohne die außerdem weiterhin fehlenden Runar Sigtryggsson und Stefan Kneer klar beherrscht.
„Wir haben vor, während und nach dem Spiel stets an Stefan Schwurack gedacht. Wir wünschen ihm vor allem vollständige Gesundung“, machte Zlatko Feric im Namen der Mannschaft nach der Partie deutlich.
„Das Ergebnis fiel letztendlich etwas zu hoch aus. Uns unterliefen zu viele einfache Fehler, die Eisenach bestrafte“, so Dresdens Trainer Matthias Allonge nach dem Abpfiff. Dem ThSV Eisenach wünsche ich natürlich für die neue Saison maximalen Erfolg“, ergänzte der einstige ThSV-Leitwolf.

Peter Rost, Eisenachs ehemaliger Bundesligatrainer und nun Berater beim HC Dresden, Trainer Matthias Allonge und Frank Hannig, Präsident des HC Dresden, stellten vor dem Anpfiff mit der „Feldschlösschen AG“ den neuen Hauptsponsor vor. Im fußballverrückten Dresden (über 20000 kamen am Wochenende zum Zweitligaspiel zwischen Dynamo und dem MSV Duisburg) wollen die Handballer des HC Dresden spätestens in der Saison 2005/2006 lautstark an Bundesligatür klopfen, dem Handball zu Glanz in der Elbmetropole verhelfen – mit den Ex-Eisenachern Matthias Allonge und Peter Rost auf der Kommandobrücke.

Die Thüringer übernahmen in der modernen und höchsten Ansprüchen genügenden Mehrzweckhalle Bodenbacher Straße in Dresden sofort die Initiative. Zwei Treffer des wurfgewaltigen Krisztian Szep-Kis und ein erfolgreich abgeschlossener Tempogegenstoß sorgten für das 0:3 (4.Min.). Danijel Grgic, zunächst im linken Rückraum aufgeboten, suchte immer wieder Havard Augensen am Kreis, der im Abschluss noch deutliche Reserven zeigt. Ausgelassene Tormöglichkeiten (Hellwig, Augensen) verhalfen den jungen Hausherren zum Zwischenzeitlichen 7:7 Ausgleich (18.). Mit der Hereinnahme von Stefan Mellack im Rückraum gewann das Eisenacher Angriffsspiel an Zielstrebigkeit. Der aus Cottbus gekommene 24-Jährige löste sich mit Danijel Grgic auf der Regieposition ab. Simon Herold sorgte mit seinem zweiten parierten Siebenmeter (20.) für zusätzliche Motivation. Eisenach reißt das Ruder wieder an sich. Eine präzise Vorlage quer über das ganze Parkett von Danijel Grgic versenkte Ronny Göhl zum 8:11 (24.). Nur Augenblicke später brachte der Rechtsaußen nach einem von Simon Herold eingeleiteten Angriffszug das Leder freistehend nicht unter (25.) Aus schwierigerer Position traf der 1,77-Meter-Mann dann zum 8:12 (26.). Licht und Schatten wechselten bei Ronny Göhl abrupt.
Unmittelbar nach Wiederanpfiff angelte sich Stefan Mellack das Leder aus den Dresdner Reihen und vollendete selbst zum 11:16 (33.). Danijel Grgic und Krisztian Szep-Kis nahmen auf der Bank Platz. Andre Ludwig kam nach seinem Intermezzo beim Sonneberger SC zu seinem Comeback in den ThSV-Reihen. Till Riehn deutete im Rückraum erneut sein Potenzial an. Die Thüringer verschärften merklich das Tempo. Die Gastgeber schauten mehrfach nur hinterdrein, waren mit einfachen Fehlern gar Vorlagengeber für schnelle ThSV-Tempogegenstöße. Die ThSV-Crew baute ihren Vorsprung leicht und locker aus. Andre Ludwig schmetterte zum 16:23 (46.) ein. Till Riehn besorgte in seiner Geburtsstadt, der 18-jährige Rückraumspieler stammt aus Dresden, die erstmalige 10-Tore-Differenz (16:26, 48.Min.). Kurz danach blieb Simon Herold zum vierten Mal im Duell vom Punkt Sieger. Seine Vorderleute schalteten einen Gang zurück, ließen gute Tormöglichkeiten noch aus, sodass die wackeren Dresdner um eine deutlichere Niederlage herumkamen. Philipp Karbe sorgte vor 200 Zuschauern für den 21:30-Endstand.
ThSV in Dresden: Herold; Riehn (3), Ludwig (2), Grgic (4), Mellack (5/1), Szep-Kis (4/2), Karbe (3), Hellwig, Göhl (9), Augensen
Zeitstrafen: Dresden 3 x 2 Min. – Eisenach 7 x 2 Min.
Siebenmeter: Dresden: 5/1 – Eisenach 4/3
Schiedsrichter: Butze/Mutzbauer (Dresden)

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