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Im Angriff klemmte die Säge

Erfolgsserie gerissen: ThSV Eisenach unterliegt beim HC Elbflorenz mit 22:26 (11:11)

Es war erst das 7. Aufeinandertreffen um Zweiligapunkte zwischen dem HC Elbflorenz und dem ThSV Eisenach. Angesichts dieser Zahl und der Entfernung von 300 Kilometern zwischen den Städten Dresden und Eisenach konnte wahrlich nicht von einem Derby gesprochen werden. Gejubelt hat das Elbflorenz-Team nach dem Geisterspiel in der BallsportARENA Dresden.

Wir haben die Partie im Angriff verloren, konstatierte Misha Kaufmann, der Coach des ThSV Eisenach, nach der 22:26 (11:11) -Niederlage seiner Schützlinge.

Eine Torwurfeffektivität von gerade einmal 51 Prozent und eine Angriffseffizienz von 43 Prozent dürfen als Belege für diese Aussage gelten. Für 22 Treffer benötigten die Wartburgstädter 43 Versuche.

Unsere Verteidigungseffizienz von 50 Prozent war keine schlechte Quote. Aus 61 Dresdner Angriffen resultierten nur 26 Treffer. Ihr Top-Shooter Sebastian Greß kam zu keinem einzigen Torerfolg. Uns gelangen 5 Ballgewinne, merkte Misha Kaufmann an.

Seine Schützlinge ließen die Dresdner kaum zur ersten oder zweiten Welle starten.

Viele Gegentreffer kassierten wir in Unterzahl. Letztendlich geht der Sieg für den HC Elbflorenz aber in Ordnung, so Misha Kaufmann.

Rico Göde, der Coach der Sachsen, strahlte:

Unsere Mannschaft zeigte sich sehr griffig, mit vielen Emotionen und Leidenschaft, mit guter Beinarbeit gegen die schnellen Eisenacher. Wir kassierten je Halbzeit nur 11 Gegentore, haben auch mit Leidenschaft gegen das 7 zu 6 verteidigt. Arseniy Buschmann hatte da insbesondere im zweiten Abschnitt sehr gute Ideen. Über den Sieg gegen die mit viel Selbstvertrauen ausgestattete Eisenacher bin ich natürlich sehr zufrieden.

Von einem „Abwehr lastigem Spiel“ sprach Timo Meinl, der Torwarttrainer des HC Elbflorenz, von 2006 bis 2008 zum Torwartteam des ThSV Eisenach zählend.

Mit der Einwechslung von Mario Huhnstock hatten wir speziell im zweiten Abschnitt ein Plus auf der Torwartposition. Zwischenzeitlich bekamen wir Probleme mit Eisenachs Torwartduo. Insgesamt hatten wir die richtige Wurfauswahl parat, um Johanes Jepsen im Eisenacher Gehäuse nicht zu der Anzahl an Paraden kommen zu lassen wie sonst. Zu unterstreichen, unsere richtig gute Abwehrleistung bei Eisenachs 7 gegen 6, fasste Timo Meinl die 60 Minuten dieses sächsisch-thüringischen Vergleiches zusammen.

Eisenachs Manager Rene Witte unterstrich, dass mit 22 Treffern kaum ein Spiel zu gewinnen sei.

In guten Phasen der zweiten Halbzeit, in denen wir das Spiel hätten kippen können, gelang nicht der Ausgleich, unterliefen uns einfache Fehler, brachten wir Dresden zurück in die Spur. Der HC Elbflorenz war griffiger als wir und verbuchte verdient beide Punkte. Glückwunsch! Wir werden aus dieser Niederlage lernen, haben in diesem Kalenderjahr mit dem Heimspiel gegen Coburg am Donnerstag und dem Auswärtsspiel am Sonntag in Würzburg gegen die Rimpar Wölfe noch zwei Spiele vor der Brust, auf die wir uns nun voll fokussieren, erklärte Rene Witte.

Sein Dresdner Kollege Karsten Wöhler, mit langer eigener Eisenacher Vergangenheit, freute sich über zwei Punkte, durch die der HC Elbflorenz Anschluss an das obere Drittel gefunden habe.

In der Chancenverwertung waren wir effizienter als Eisenach. Es war zu spüren, wir wollten den Sieg unbedingt, resümierte Karsten Wöhler.

Mit einem 11:11-Gleichstand wurden die Seiten gewechselt
Die Eisenacher, von Beginn mit der zuletzt bewährten 5:1-Abwehrforation, starteten mit zwei Holztreffern, die Dresdner netzten indes zur eigenen 4:1-Führung ein (6.). Auch in der Folge trafen die Gastgeber vielfach über die Außenpositionen. Allein Linksaußen Julius Dierberg versenkte insgesamt 7 Bälle (bei 7 Versuchen).

Auch wir initiierten Angriffe zu den Außenpositionen, doch von 12 Würfen landeten nur 4 im Tor, vermerkte Misha Kaufmann kritisch.

Er griff schon nach knapp 10 Minuten zur grünen Karte. Das Angriffsspiel seiner Crew gewann an Schärfe. Mehrfach gelang der Anschlusstreffer, wie durch Fynn Hangstein (6:5, 14.), Jannis Schneibel (8:7, 18.) und Willy Weyhrauch (9:8, 20.). Fynn Hangstein hatte den Ausgleichstreffer auf der Hand, doch sein Wurf nach einem Tempogegenstoß landete über den Dresdner Kasten. Nach dem 10:8 scheiterten Alexander Saul und Willy Weyhrauch am eingewechselten Dresdner Schlussmann Mario Huhnstock. Eisenachs Coach Misha Kaufmann brachte Daniel Dicker und Malte Donker für Abwehraufgaben, war mit der Leistung seiner Torhüter nicht zufrieden, wechselte mehrfach. Besonders bei Würfen aus dem rechten Rückraum sahen die ThSV-Keeper nicht gut aus, wie auch beim 10:8 (23.) und 11:9 (27.) durch Rene Zobel. Zwei überzogene Abwehrattacken sahen die Dresdner in der Folge in doppelter Unterzahl. Willy Weyhrauch (von Rechtsaußen) und Daniel Dicker (mit einem Wurf aus der eigenen Hälfte) glichen zum 11:11-Pausenstand aus.

Zu fehlerhaft und zu uneffektiv im Angriff
Zu Beginn der zweiten Halbzeit stand der ThSV Eisenach gleich mehrfach in Unterzahl auf dem Parkett. Dresdens Mindaugas Dumcius lochte per Kempa-Treffer zum 15:12 ein (36.). Die Eisenacher blieben dran, basierend auf ihrer Abwehrarbeit. Im Angriff durfte nun auch Malte Donker im rechten Rückraum mit ran, scheiterte zunächst, brachte dann aber das Leder zum 14. Eisenacher Treffer unter (16:14, 38.). Nach einer Eichberger Parade (41.) schaltete ThSV-Kapitän Peter Walz auf der Gegenseite schnell, lochte ein, stibitzte wenig später das Leder und bediente Fynn Hangstein der zum Anschlusstreffer einnetzte (18:17, 44.). Der Ausgang der Partie war völlig offen. Der Ausgleichstreffer fiel aber nicht. Stattdessen versenkte Sven Jungemann ins leere Eisenacher Gehäuse zum 20:17 (46.). Misha Kaufmann versuchte es inzwischen mit dem zusätzlichen Feldspieler im 7 gegen 6. Nach dem Treffer von Jannis Schneibel landete der Ball von Willy Weyhrauch nur am Innenpfosten (49.). Martin Potisk kam in den Eisenacher Rückraum. Der ebenfalls eingewechselte Daniel Hideg scheiterte an Dresdens Torhüter, Rene Zobel markierte für die Gastgeber das 23:18 (52.). Fynn Hangstein verwandelte einen an Peter Walz verursachten Siebenmeter, ThSV-Keeper Johannes Jepsen parierte, doch seinen Vorderleuten unterlief ein technischer Fehler. Neue Hoffnung für die Männer aus der Werner-Aßmann-Halle, als Fynn Hangstein (insgesamt 7 Treffer bei 13 Versuchen) erneut vom Strich gegen den eingewechselten Max Mohs verwandelte (55.), vorausgegangen war ein Foul an Alexander Saul. Mit einer 4:2-Abwehr versuchten die Eisenacher das Leder zu ergattern. Mindaugas Dumcius machte mit zwei Treffern zum 25:20 (58.) den Dresdner Sieg perfekt. Zwei Treffer von Alexander Saul (2 Treffer aus 7 Versuchen) änderten nichts mehr an der Punktevergabe.

Statistik
HC Elbflorenz: Mohs (1.-22./ 4 Paraden), Huhnstock (9 Paraden); Zobel (5), O. Emanuel (3), Dierberg (7), Buschmann, Dumcius (5), Kretschmer (2), Jungemann (2), Stavast, Greß, Vanco, Klepp (1), Schulz, Quade (1), Neuhold
ThSV Eisenach: Eichberger (13.-19. u. 38.-52./ 3 Paraden), Jepsen (7 Paraden); Iffert, Potisk, Hangstein (7/2), Ulshöfer, Walz (1), Hideg, Tokic, Sousa (1), Dicker (2), Donker (1), Schneibel (4), Snajder (1),
Zeitstrafen: HC Elbflorenz 5 x 2 Min. – ThSV Eisenach 7 x 2 Min.
Siebenmeter: HC Elbflorenz 0 – ThSV Eisenach 2/3
Schiedsrichter: Christian Hannes/ David Hannes

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