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Jannis Schneibel und seine Teamkollegen vernaschen Marmeladenstädter

ThSV Eisenach bezwingt nach rassigem Spiel den VfL Lübeck-Schwartau mit 32:24 (11:9) und rückt in der Tabelle nach vorne auf

Nach der meisterhaften Abwehrleistung beim 23:19-Auswärtssieg in Hagen verzückte der ThSV Eisenach seine nahezu 1.400 Zuschauer erneut mit exzellenter Abwehrarbeit, diese war am Samstag gepaart mit bestens ausgetüftelten Angriffsspiel. Das ergab in der Summe einen klaren 32:24 (11:9) -Erfolg über den VfL Lübeck-Schwartau. Der 3. Sieg im 4. Saisonpunktspiel! Der dürfte zur Gesundung des erkrankten Managers Rene Witte ein gehöriges Stück beitragen. Durch mehrere Staus auf der Autobahn waren die Norddeutschen verspätet in Eisenach eingetroffen, sodass der Anpfiff 30 Minuten später erfolgte. Maik Nowak, der Sportliche Leiter des ThSV Eisenach, bescheinigte den jungen Schiedsrichterinnen Sophia Janz und Rosana Sug eine gute Leistung. Aufgrund der Zeitverschiebung wäre es auch für sie nicht einfach gewesen.

VfL-Coach David Röhrig: Unser Tag stand unter keinem guten Stern

Der ThSV Eisenach präsentierte sich als eine Spitzenmannschaft. Nur fünf technische Fehler belegen das. Die Eisenacher stiften in der gegnerischen Abwehr Chaos, spielen kontrolliert und konsequent auf den Punkt. Einfach clever, verteilte David Röhrig, der Coach des VfL Lübeck-Schwartau Komplimente. Unser Tag stand unter keinem guten Stern. Das Verkehrschaos zwang uns zu 7 ½ Stunden ohne Unterbrechung im Bus. Im ersten Abschnitt nutzten wir unsere guten Torchancen nicht, scheiterten vom Strich zu oft an Torhüter Johannes Jepsen, konstatierte David Röhrig.

Sein Team vermochte nicht an das jüngste 40-Tore-Festival anzuknüpfen.

Standen wir im ersten Abschnitt noch kompakt in der Abwehr, bekamen wir nach dem Seitenwechsel kaum noch Zugriff, analysierte VfL-Keeper Dennis Klockmann.

Der 40-Jährige parierte zwei Siebenmeter von Fynn Hangstein. Der Top-Shooter der Eisenacher blieb gänzlich ohne persönlichen Torerfolg, stellte sich erneut vollends in den Dienst seiner Mannschaft. Die Wartburgstädter verschafften sich nach dem 11:9 beim Seitenwechsel ein stetig anwachsendes Polster (19:15, 41., 23:17, 45., 28:20, 55.). Willy Weyhrauch war von Außen zur Kreismitte eingelaufen und netzte ein. Der VfL Lübeck-Schwartau kam um eine Niederlage im zweistelligen Bereich letztendlich herum.

Rolle von Ivan Snajder herausgestrichen

Unglaublich, was Ivan Snajder seit Wochen und Monaten für diese Mannschaft, für diesen Verein leistet, betonte ThSV-Coach Misha Kaufmann.

Ivan Snajder ist ein Fels, ein ausgesprochen beweglicher, in der Eisenacher Abwehr, glänzte an diesem Tag auch als sicherer Siebenmeter-Werfer: 6 Versuche, 6 Treffer vom Strich.

Zwei starke Torhüter
ThSV-Coach Misha Kaufmann sprach von einer „unglaublichen Mannschaftsleistung“. Die akribische Vorbereitung hatte sich ausgezahlt. Ohne ihren verletzten und länger pausierenden Abwehrchef Philipp Meyer stand die Deckung kompakt. Sie wusste zwei exzellente Torhüter hinter sich. Für Erik Töpfer wurde eine Fangquote von über 39 Prozent notiert. Kollege Johannes Jepsen parierte 4 von 7 Strafwürfen, heimste Sonderbeifall ein. Die Gäste brachten gleich die ersten vier Siebenmeter nicht am 22-jährigen Eisenacher Keeper vorbei. Erst Vojtech Patzel war vom Strich erfolgreich.

Den Ausfall von Philipp Meyer und das frühzeitige Ausscheiden von Daniel Hideg haben wir gut kompensiert, befand Erik Töpfer.

Für den 25-Jährigen zahlte sich die Videoanalyse aus. Selbständig und im Team hatte er sich mit den Wurfbildern der Gäste beschäftigt. Zudem wurden die getroffenen Absprachen mit dem Block eingehalten.

Wir sind wohl das einzige Team der Liga, das eine 5:1-Abwehr spielt, da darf man sich aber nicht zu sehr auf die Wurfbilder verlassen, ergänzte Erik Töpfer.

Jannis Schneibel versetzte gegnerische Abwehr in helle Aufregung
Dickes Lob von allen Seiten für Jannis Schneibel. Rückraumkollege Alexander Saul (selbst mit einer 100-Prozent-Wurfquote bei seinen 5 Treffern) stellte dessen Spielführung heraus. Jannis Schneibel setzte zudem immer wieder erfolgreich zum Zweikampf an.

Wir wussten, wir müssen den Innenblock der Gäste angreifen, erläuterte der 22-Jährige.

War er am Ball, brannte es lichterloh in der Deckung der Norddeutschen.

Den Grundstein zum Erfolg haben wir allerdings in der Abwehr gelegt, betonte Jannis Schneibel.

Mit unserer Abwehrarbeit haben wir die Gäste zu Fehlern provoziert, wodurch wir ins Tempospiel gekommen sind. Im Positionsangriff haben wir bis auf den Punkt, bis zur freien Chance gespielt, analysierte Daniel Hideg, für den in der 32. Minute die Partie nach der dritten Zeitstrafe schon beendet war.

Unsere ganz jungen Spieler sprangen sofort ein, vermerkte ThSV-Coach Misha Kaufmann.

Der gerade 19 Jahre jung gewordene Marko Grgic war sofort zur Stelle, in der Abwehr und im Angriff, traf selbst zum 17:14 (38.), passte zu Peter Walz, der zum 22:17 einnetzte (44.).

Ich habe die eine oder andere richtige Entscheidung getroffen. In der einen oder anderen Situation fehlt mir noch der Killerinstinkt, bilanzierte Marko Grgic.

Auch Torben Hübke passte sich nahtlos ein.

Beide Keeper parieren im ersten Abschnitt zusammen 6 Strafwürfe
Beim 1:2 durch ihren Rückraum-Rechten Max Horner (3.) lagen die Gäste aus der Marzipan- und Marmeladen-Stadt ein einziges Mal vorn. Beim 8:8 (Janik Schrader, 24.) leuchtete letztmalig ein Gleichstand an der Anzeigetafel. Dass die erste Halbzeit für sie nicht besser lief, lag an ihrer Siebenmeter-Schwäche. ThSV-Keeper Johannes Jepsen wehrte derer gleich vier ab und wurde mit Beifall überschüttet. VfL-Keeper Dennis Klockmann war nicht nur bei zwei Hangstein-Siebenmetern Sieger, parierte auch mehrfach aus dem Feld. Daniel Hideg wuchtete zum 9:8 ein (24.). Einer Doublette zwischen Alexander Saul und Peter Walz entsprang der Treffer zum 11:9-Pausenstand.

Eisenacher nutzen konsequent ihre Torchancen

Haben wir im ersten Abschnitt noch etliche freie Bälle wegelassen, nutzten wir unsere gut herausgespielten Torchancen nach dem Seitenwechsel. Erik Töpfer unterstützte uns, dass wir wegziehen konnten, so Misha Kaufmann. Wir haben dann das Spiel etwas verschleppt, sind nicht so ins Tempo gegangen, haben ruhig und besonnen bis zur besten Wurfchance gespielt, konstatierte der Eisenacher Trainer.

Mehrfach war Zeitspiel angezeigt, doch clever kamen die Eisenacher noch zum erfolgreichen Abschluss. Nach einem „Wackler“ hatte Jannis Schneibel freie Bahn zum 21:16 (43.). Per Heber erhöhte Ivan Snajder zum 24:18 (47.). So richtig in Spiel- und Torlaune verzückten die Spieler des ThSV Eisenach ihre Fans. Peter Walz lochte mit seinem 7. Treffer zum 30:21 (57.) ein. Längst feierte die blau-weiße Anhängerschaft ihr Team mit stehenden Ovationen. Nach dem Abpfiff wurde Thüringens Nationalhymne, das Rennsteiglied, intoniert….

Statistik
ThSV Eisenach: Töpfer (1.-55./11 Paraden), Jepsen (bei 7 Strafwürfen und ab 55./ 5 Paraden); Reichmuth, Hübke, Hangstein, Walz (7), Grgic (2), Hideg (2), Tokic (1), Sousa, Donker (1), Schneibel (5), Snajder (7/6), Weyhrauch (2), Saul (5)
VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1.-48./ 7 Paraden), Conrad (ab 48./ 2 Paraden); Weiß, Gonschor (1), Raguse, Löfström, Skorupa (1), Patzel (7/3), Benitez (1), Schrader (1), Ketschmer (6/1), Horner (5), Klima (1), Blum, Speckmann (1), Bruhn
Zeitstrafen: ThSV Eisenach: 8 x 2 Min. (Hideg 3 x 2 Min. u. Rot 32., Weyhrauch 2 x 2 Min., Hübke, Tokic, Donker je 2 Min.), Rot Tokic (53.) – VfL Lübeck-Schwartau: 5 x 2 Min. (Benitez 2 x 2 Min., Skorupa, Patzel, Schrader je 2 Min.)
Siebenmeter: ThSV Eisenach: 6/8 (Snajder verwandelt 4 x gegen Klockmann und 2 x gegen Conrad, Hangstein scheitert 2 x an Klockmann) – VfL Lübeck-Schwartau: 4/8 (Patzel verwandelt 3 x gegen Jepsen, Kretschmer verwandelt 1 x gegen Jepsen, Speckmann scheitert 2 x an Jepsen, Horner und Kretschmer scheitern je 1 x an Jepsen)
Schiedsrichter: Sophia Janz / Rosana Sug
Zuschauer: 1.365
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Schneibel, Snajder, Walz  –  VfL Lübeck-Schwartau: Patzel, Kretschmer

Th. Levknecht

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