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John Katzwinkel will in Eisenach neu durchstarten – sportlich und beruflich

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17-jähriger Rückraumspieler aus Wittenberg hat klare Ziele 

John Katzwinkel, ein 17-jähriger Handballer aus Boßdorf (Landkreis Wittenberg), will beim ThSV Eisenach neu durchstarten. Neu durchstarten? Über die Schul-AG Handball kam er mit 6 Jahren zum Handball im Verein, zum SV Grün-Weiß Wittenberg. Grit Otto war seine erste Übungsleiterin. Seine stetig steigende Entwicklung blieb auch den Spähern des Leistungszentrums des SC Magdeburg nicht verborgen. Matthias Bäurer, seinerzeit Nachwuchstrainer beim SC Magdeburg, jetzt Jugendkoordinator beim ThSV Eisenach, fiel John Katzwinkel bei einem Sichtungsturnier ins Auge. Als C-Jugendlicher wechselte John Katzwinkel ins Nachwuchs-Leistungszentrum an die Elbe, bezog Quartier im Sportinternat, schloss die Schule mit der 10. Klasse ab.  Vanja Radic, jetzt Co-Trainer beim Männer-Zweitbundesligisten Dessau-Roßlauer HV (an der Seite von Uwe Jungandreas), hatte John Katzwinkel unter seinen Fittichen. Doch die Entwicklung verlief allerdings nicht wie erhofft. „Ich hatte mit Verletzungen zu tun, verlor den Spaß am Handball“, erinnert sich der junge Rückraumspieler. Kurzum: Es passte einfach nicht. Nach zwei Jahren beim SC Magdeburg kehrte er zu seinem Heimatverein SV Grün-Weiß Wittenberg zurück. Er spielte mit der B-Jugend des Vereins in der Sachsen-Anhalt-Liga, schnupperte aufgrund seiner körperlichen Robustheit aber auch schon bei den in der Mitteldeutschen Oberliga spielenden Männern herein. Mit einem gewünschten Ausbildungsplatz klappte es nicht. Mit Nebenjobs hielt sich der talentierte Handballer über Wasser. 

Eigentlich war nur der kleine Bruder zum Probetraining eingeladen

ThSV-Jugendkoordinator Matthias Bäurer lud im April den kleineren Bruder Leif zum Probetraining nach Eisenach ein. John kam mit. Im Ergebnis des Probetrainings stand für beide der Wechsel zum ThSV Eisenach.  Seit 5. Mai 2022 trägt John Katzwinkel das Trikot des ThSV Eisenach, hat Quartier im Lehrlingswohnheim bezogen. In den – letztendlich erfolglosen – Qualifikationsspielen zur Jugendbundesliga war er für den ThSV Eisenach schon mal am Ball, deutete seine Qualitäten an. „Er ist ein sehr guter Eins- gegen-Eins-Spieler, zweikampfstark in der Abwehr, insgesamt schnell und kräftig. Ihn zeichnet eine sehr gute Mentalität aus“, argumentiert Matthias Bäurer. „Ich kenne ihn aus der Zeit beim SC Magdeburg, ich weiß, woran ich mit ihm bin“, schiebt der ThSV-Jugendkoordinator nach. John Katzwinkel will somit in Eisenach neu durchstarten. Auch beruflich. Derzeit hilft er im Fitness- und Gesundheitszentrum „Newlife“ in Eisenach-Nord.  „Beginnend beim Service mache ich eigentlich nahezu alles“, berichtet John Katzwinkel, der in diesem Monat eine Ausbildung zum Physiotherapeuten in Bad Salzungen aufnimmt. Gleichzeitig ist er auf Wohnungssuche. Vielleicht bezieht er ja mit seinem jüngeren Bruder Leif eine kleine Wohnung. Mit dem Bruder gemeinsam beim ThSV Eisenach zu sein, das empfindet John Katzwinkel als Vorteil. Vielleicht spielen ja beide demnächst in einer Mannschaft…

Der Schwede Jim Gottfridson ist eines seiner Vorbilder

Befragt nach seinen Vorbildern nennt er drei Namen. Was das Handballerische betrifft, sind das Daniel Narcisse, der französische Welthandballer des Jahres 2012, und der aktuell bei der SG Flensburg-Handewitt unter Vertrag stehende Schwede Jim Gottfridson, der mit der schwedischen Nationalmannschaft in diesem Jahr den EM-Titel eroberte und als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. In punkto Mentalität nennt John Katzwinkel den amerikanischen Basketballspieler Kobe Bean Bryont, der während seiner gesamten Profikarriere (1996 bis 2016) ausschließlich für die Los Angeles Lakers in der NBA auflief, mit denen er insgesamt fünf Meisterschaften gewann. Von 1999 bis 2013 wurde er ununterbrochen in das All-NBA Team, die Auswahl der besten Spieler der Saison, gewählt. Am 26. Januar 2020 kam Bryant bei einem Helikopterunfall in bei Los Angeles ums Leben. 

Jugendbundesliga das Ziel

John Katzwinkel, der alle Rückraumpositionen ausfüllen kann, will mit dem ThSV Eisenach in die Jugendbundesliga. Doch die Qualifikation steht erst im Mai und Juni nächsten Jahres an. Punktspiele auf Landesebene, in der Landesklasse, sind leider kein Gratmesser. Seine Stärken – Athletik, Sprungwurf, Zweikampfverhalten – sollen noch ausgebaut werden. In punkto Koordination sieht er noch selbst Nachholbedarf. „Insgesamt will ich zulegen“, betont der junge Rückraumspieler. Nächste Woche steigt er – gemeinsam mit seinen Teamkollegen der ThSV-A-Jugend – wieder ins Training ein. Die Teilnahme an einem Turnier in Flensburg ist für das zweite August-Wochenende vorgesehen. Das Messen mit Teams höheren Kalibers soll die ThSV-Talente voran bringen.  

Th. Levknecht 

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