Kann der ThSV Eisenach die mit Weltklasse-Spielern gespickte Tormaschine der Liga stoppen?

Bildquelle: sportfotoseisenach – Eisenachs Rückraumspieler Oskar Joelsson beim Hinrundenspiel in Berlin

Die im Champion-League Final4 stehenden Füchse Berlin sind weitaus mehr als nur Welthandballer Matthias Gidsel/ Wartburgstädter erneut personell gehandicapt 

„Wir können stolz darauf sein, gegen ein Team, gespickt mit Weltklasse auf allen Positionen, um Punkte antreten zu dürfen“, blickt Moritz Ende auf die nächste Aufgabe des ThSV Eisenach in der DAIKIN Handballbundesliga. Die auf dem 13. Tabellenplatz rangierenden Wartburgstädter, nach den Resultaten der Konkurrenz am vergangenen Wochenende nun auch rechnerisch ein weiteres Jahr in der Beletage des deutschen Handballs, empfangen am Freitag, 29.05.2026 um 20.00 Uhr mit den Füchsen Berlin den vorjährigen deutschen Meister, den aktuellen DHB-Pokalsieger, der als Saisonhöhepunkt am 13. und 14. Juni 2026 im Final4 der Champions-League (Kölner Lanxess Arena) steht. Eisenachs Coach Sebastian Hinze muss auf die verletzten Rückraumspieler Dominik Solak und Max Beneke, Abwehrchef Philipp Meyer und Torhüter Silvio Heinevetter verzichten. Jannis Schneibel steht weiterhin auf der Langzeitverletztenliste. Stanislaw Gorobtschuk wird neben seinen Aufgaben als Torwarttrainer und Teammanager erneut eine weitere hinzubekommen, die als aktiver Keeper im Duo mit Matija Spikic. Ein Fragezeichen steht, wie Sebastian Hinze zu Wochenmitte informierte, auch hinter dem Einsatz des Rückraum-Rechten Alexander Saul. Vukasin Antonijevic und Aleksandar Capric werden wieder längere Einsatzzeiten im Rückraum bekommen. Hier werden Oskar Joelsson, Felix Aellen und Stephan Seitz beginnen. Offen, wer den Deckungsinnenblock bilden wird. Tillman Leu kritisierte nach der jüngsten Heimniederlage gegen den TBV Lemgo Lippe das „Hinterlaufen, Überlaufen und Überwerfen“ der eigenen Abwehr. 

sportfotoseisenach – Felix Aellen, als torgefährlicher Angriffsregisseur des ThSV Eisenach gefordert

In der DAIKIN Handballbundesliga rangiert der Hauptstadt-Klub um Welthandballer Mathias Gidsel, mit Dänemark Welt- und Europameister sowie Olympiasieger, hinter den bereits feststehenden Meister SC Magdeburg auf dem 2. Tabellenplatz, der die Qualifikation für die Champions-League der nächsten Saison bedeuten würde. Die SG Flensburg-Handewitt, am vergangenen Wochenende allerdings beim TVB Stuttgart 33:37 unterliegend, und der VfL Gummersbach liebäugeln auch noch mit der Vizemeisterschaft und dem Ticket für die Champions-League. Am vergangenen Wochenende floss das erste Remis in die Saisonbilanz der Füchse ein. Trotz einer „Super-Lasse-Ludwig-Performance“ reichte es nur zu einem 30:30 bei der TSV Hannover-Burgdorf. Der junge Keeper Lasse Ludwig sicherte mit 17 Glanzparaden den Füchsen einen die 60 Spielminuten betrachtend schmeichelhaften Punkt. 

sportfotoseisenach – Stets einsatzstark, Eisenachs Kapitän Peter Walz, hier gegen die Rhein-Neckar Löwen

ThSV-Kapitän Peter Walz fordert „Verteidigen im Team“

„Wir müssen die Abwehr stabilisieren. Darauf haben wir unser Hauptaugenmerk im Training dieser Woche gelegt. Wir müssen uns auf unsere Grundregel besinnen, Verteidigen im Team. Ein Weltklasse-Mann wie Mathias Gidsel ist nur im Team zu verteidigen. Er hat die meisten Aktionen im Angriff, nahezu jede Angriffsaktion geht von ihm aus, auch die Gegenstöße“, erklärt ThSV-Kapitän Peter Walz. Als „extrem schnell“ und „extrem intelligent“ bezeichnet Moritz Ende den Angriff der Füchse. Der Linkshänder auf Rechtsaußen trug selbst von 2021 bis 2023 das Trikot der Füchse Berlin, bevor er zum ThSV Eisenach wechselte.  

„Wir treffen auf das angriffsstärkste Team der Liga“, betont Max Beneke, der kurz vor dem Start der Vorsaison von den Füchsen Berlin zum ThSV Eisenach kam, die Saisonvorbereitung noch mit im Fuchsbau absolvierte, und Eisenachs Freitagabend-Gäste bestens kennt. Aufgrund einer anhaltenden Ellenbogenverletzung wird der zur Mitte dieser Woche seinen 23. Geburtstag feiernde 1,98 Meter große Linkshänder gegen seinen Ex-Verein nicht mitwirken können. Nach nur einem Jahr verlässt der rechte Rückraumspieler wieder den ThSV Eisenach, schließt sich Frisch Auf! Göppingen an. 

sportfotoseisenach – Max Beneke fehlt weiterhin verletzt

Mit 1098 Toren in 31 Spielen kommen die Füchse Berlin auf einen Schnitt von 35,42 Toren je Spiel. Meister SC Magdeburg markierte in 32 Spielen 1046 Treffer (im Schnitt 32,69), die SG Flensburg-Handewitt versenkte in 32 Spielen 1126 Bälle (im Schnitt 35,19). „Die Füchse spielen einen ganz schnellen Ball, brillieren mit einem Top-Umschaltspiel mit Mathias Gidsel über die 1., 2. oder 3. Welle, kommen aber auch über 1 gegen 1-Aktionen zum Erfolg“, erläutert Max Beneke. Aus dem Rückraum zieht Lasse Andersson immer wieder erfolgreich ab. Der Rückraum der Füchse ist mit Mathias Gidsel (rechts, 278 Tore in 31 Spielen, Platz 1 in der Torjägerliste der Liga), Lasse Andersson (links, 131 Tore in erst 24 Spielen) und dem selbst torgefährlichen Spielgestalter Nils Lichtlein (87 Treffer in 21 Spielen) top besetzt. Nils Lichtlein, der 23-Jährige Û 21-Weltmeister von 2023, wird auch in der Nationalmannschaft mehr und mehr als Spielgestalter eingesetzt. 

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„Wir dürfen die Füchse nicht ins Laufen kommen lassen!“

Wie soll die Tormaschine der Liga gestoppt werden? „Ganz klar, wir müssen eine bessere Abwehr als im Heimspiel gegen den TBV Lemgo Lippe stellen, zurück zu unserer gewohnten aggressiven und kompakten Abwehr finden“, erläutert Moritz Ende. „Es gilt, unsere Angriffe lange auszuspielen, dabei wenige technische Fehler zu fabrizieren, um die Berliner nicht ins Laufen kommen zu lassen“, fügt Max Beneke hinzu. „Eine Phase, wie nach der Halbzeitpause im Heimspiel gegen den TBV Lemgo-Lippe, dürfen wir uns nicht erlauben“, unterstreicht Moritz Ende. Sein Team braucht einen guten beweglichen Angriff mit guter Abschluss-Quote. Die Eisenacher treffen mit dem 30-jährigen Dejan Milosavljev (Fangquote 30,44 %) und dem 23-jährigen ins Blickfeld der Nationalmannschaft geratenen Lasse Ludwig (Fangquote 33,27 %) auch auf ein vorzügliches Torwartduo.  

Junge Handballer der Wölfe Erfurt werden das Team des ThSV Eisenach auf das Parkett begleiten, wo es von jungen Sportlern der VSG Oberdorla begrüßt wird. Die Weltstars der Füchse Berlin werden von jungen Sportlern des VfB TM Mühlhausen in die Werner-Aßmann-Halle begleitet. 

sportfotoseisenach – Moritz Ende, hier beim Hinrundenspiel in der Hauptstadt, spielte von 201 bis 2023 bei den Füchsen Berlin

Füchse Berlin vor doppeltem Saison-Höhepunkt

Im Champions-League Final Four

In den Viertelfinals der Machineseeker EHF Champions League haben sich neben den Füchsen Berlin auch Aalborg Håndbold, das Team aus Barcelona und der SC Magdeburg durchgesetzt. Diese vier Mannschaften kämpfen am 13. und 14. Juni in der Kölner Lanxess Arena beim TruckScout24 EHF FINAL4 um die Krone Europas. Außer den Dänen, die den HBC Nantes ersetzen, sind es dreimal Wiederholungstäter, die bereits in der Vorsaison dabei waren. Die Füchse treffen im Halbfinale auf den SC Magdeburg. Es ist also die Neuauflage des Vorjahresfinals, welches die Füchse zwar verloren hatten, jedoch damit die beste Platzierung im europäischen Vergleich der Vereinshistorie erlangten. Aus der DAIKIN Handball-Bundesliga kennen sich beide Mannschaften ebenfalls bestens. In der anderen Halbfinal-Begegnung treffen Barcelona und Aalborg aufeinander. 

Bonbon! U 18 der Füchse Berlin im FINAL4 der EHF Youth Club Trophy

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning führte als Trainer eine U18-Auswahl nach souveränen Auftritten im Qualifikationsturnier in Porec (Kroatien) in das FINAL4 der EHF Youth Club Trophy, dem Nachwuchswettbewerb der Königsklasse. Dort treffen die Jungfüchse im Halbfinale am Samstag, 13. Juni 2026 in Dormagen auf die Jugend von Veszprém. In der zweiten Begegnung begegnen sich Barça und GOG. Die beiden Gewinner dürfen tags darauf dann das Endspiel in der großen Lanxess Arena ausrichten.

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