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Keeper Johannes Jepsen mit fast 50-prozentiger Fangquote

ThSV Eisenach siegt binnen zwei Tagen zum zweiten Mal beim HSC Coburg • Wartburgstädter gewinnen Benefizspiel beim Erstliga-Absteiger mit 31:30 (14:11)

Dem 36:33-Sieg (ohne Zuschauer) ließ der ThSV Eisenach zwei Tage später im Benefizspiel für die Flutopfer vor 380 Zuschauern in der HUK-COURG arena einen 31:30 (14:11) -Erfolg über Gastgeber HSC Coburg folgen.

Eine erfolgreiche Testspiel-Woche. Dennoch gilt es, an unseren Schwächen konsequent zu arbeiten, konstatierte Eisenachs Manager Rene Witte.

Neben den zwei Testspielsiegen im Fränkischen gab es ja auch den im Erzgebirge, ein 34:29 beim EHV Aue.

Der Erstbundesliga-Absteiger wollte die zweite Niederlage gegen die Thüringer unbedingt vermeiden, startete furios mit einer 8:4-Führung (11.). Gestützt auf einen zur Hochform auflaufenden Keeper Johannes Jepsen (Fangquote von knapp 50 Prozent in der ersten Halbzeit), im Verbund mit der Abwehr, und Fynn Hangstein auf der Regieposition, rissen die Eisenacher das Geschehen an sich. Dem HSC Coburg gelangen bis zum Seitenwechsel, also von der 11. bis zur 30. Minute, nur noch 3, dem ThSV Eisenach hingegen 10 Treffer. Nach dem Seitenwechsel blieben die Wartburgstädter dominierend, lagen vielfach mit 6, beim 13:21 sogar mit 8 Treffern vorn.

Wir spielten ganz stark auf, der HSC Coburg war in dieser Phase völlig verunsichert, resümierte Peter Walz, der neue ThSV-Kapitän.

Die Eisenacher verloren allerdings durch Verletzungen nach und nach Daniel Dicker, Martin Potisk und Alexander Saul. Rechtsaußen Ante Tokic musste angeschlagen länger zur Behandlung auf die Bank. Der nach Wiederanpfiff ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Thomas Eichberger konnte nicht an die Vorpausenleistung seines Kollegen Johannes Jepsen anknüpfen. Er musste in den zweiten 30 Minuten 19 Bällen passieren lassen. Nach dem 24:28 (52.), nach einer Freiwurfablage hatte sich Peter Walz blitzschnell gedreht und eingelocht, setzten die Coburger zur Aufholjagd an. Die Eisenacher verfielen in hektische Aktionen, ließen klare Torchancen aus, hatten bei zwei Holztreffern von Daniel Hideg Pech. Routinier Florian Billek (insgesamt 9 Treffer) startete für den HSC Coburg immer wieder erfolgreich durch, eroberte nach einer Eisenacher Auszeit das Leder und vollendete in der Schlussminute unter dem Jubel der einheimischen Zuschauer zum 30:30- Ausgleich. Der im gesamten Spielverlauf Ruhe und Besonnenheit ausstrahlende Fynn Hangsten zog wenige Sekunden vor der Sirene ab. HSC-Keeper Jan Jochens, vom VfL Potsdam gekommen, hatte das Nachsehen.

Markus Murfuni: Wir werden weiter intensiv und mit Demut arbeiten

Auch wenn es nur Testspiele waren, zwei Siege kurz hintereinander in Coburg sind nicht selbstverständlich, stellte Eisenachs Coach Markus Murfuni augenzwinkernd fest.

Neben Willy Weyhrauch (Muskelverhärtung in der Wade) fehlten gegenüber dem ersten Testspiel in Coburg der an Grippe erkrankte Jannis Schneibel und Torwart-Routinier Blaz Voncina aufgrund einer im ersten Spiel zugezogenen Handverletzung.

Uns war klar, eine zweite Niederlage, und das vor Zuschauern, wollte der HSC Coburg verhindern, ging entsprechend couragiert und einsatzstark in die Partie. Mit unserem starken Torhüter Johannes Jepsen, der in der ersten Halbzeit 12 von 25 Würfen parierte, gelang es uns die Anfangsoffensive der Gastgeber zu stoppen, das Spiel selbst zu kontrollieren. Zum Ende der zweiten Halbzeit haben wir wohl zu viel experimentiert, kamen außer Tritt, haben unsere Linie verloren, wohl auch aufgrund unserer Verletzungsausfälle im Spielverlauf, bilanzierte der Eisenacher Coach.

Dass sein Team schon drei Wochen im Training stehe, mache sich bei Fitness und Ausdauer bemerkbar.

Wir werden weiter konzentriert und mit Demut arbeiten, betonte Markus Murfuni.

Jan Gorr: Solche Spiele bringen einen weiter.

Im Gegensatz zum Donnerstag haben wir gut ins Spiel gefunden, bekamen dann aber ein Problem mit dem Eisenacher Torhüter, der seine Kiste zunagelte. Die Eisenacher behaupteten auch im zweiten Abschnitt ihre Führung, wir ließen uns trotz der Rückstände aber nicht abschütteln. Das spricht für unsere Moral. Florian Billek gelangen wichtige Ballgewinne. So wurde es noch ein Spiel so richtig nach dem Geschmack der Zuschauer. Mit einem Lucky Punsch trafen die Eisenacher noch zum Sieg, bilanzierte Jan Gorr, der Geschäftsführer des HSC Coburg. Solche Spiele bringen einen weiter, ergänzte Jan Gorr, selbst viele Jahre erfolgreich auf der Trainerbank. Leider unterlief uns in der ersten Halbzeit eine Schwächephase mit zahlreichen ausgelassenen Torchancen und technischen Fehlern. Das setzte sich zunächst auch im zweiten Abschnitt fort, doch es wurde zunehmend ein offenes Spiel. Mit viel Emotionen und guten Aktionen kamen wir zurück. Letztendlich bin ich nicht zufrieden, schließlich haben wir verloren. Für uns gilt es sechs neue Spieler zu integrieren. Das braucht Zeit. Die zwei Spiele gegen Eisenach haben gezeigt, woran wir arbeiten müssen, konstatierte Alois Mraz, der Trainer des HSC Coburg.

Mit seinen Schützlingen bricht er nun zu einem knapp einwöchigen Trainingslager nach Plzeň auf, in das Testspiele gegen Plzeň und Dukla Prag inbegriffen sind.

Neuzugang Fynn Hangstein als besonnener Regisseur
Unverkennbar, den Frust der Niederlage von vor zwei Tagen abbauen, das wollte der HSC Coburg von Beginn. Der körperliche Einsatz und das Tempo waren deutlich höher. Die Coburger Abwehr setzte den Eisenacher Angriff mächtig unter Druck, im Umschaltspiel wurde das Leder vom 2:2 (2.) zum 5:2 (7.) und 8:4 (11.) eingenetzt. Mit der Steigerung von Torhüter Johannes Jepsen steigerte sich das gesamte Eisenacher Team. Fynn Hangstein dirigierte mit Umsicht. Alexander Saul sorgte für viel Spielfluss und schloss selbst ab, markierte auch den Treffer zum 8:8 (17.). Im Duell von zwei Routiniers scheiterte Adrian Wöhler von Linksaußen gleich doppelt an HSC-Schlussmann Jan Kulhanek (18./19.). In Unterzahl bediente Daniel Dicker per Rückhandwurf Hannes Iffert zum 8:9 (20.). ThSV-Keeper Johannes Jepsen kaufte auch Coburgs Torjäger Florian Billek das Leder ab. Daniel Dicker wuchtete zum 8:10 ein (21.). Die Gastgeber erhöhten den Härtegrad. Ante Tokic bekam das schmerzhaft zu spüren. Fynn Hangstein zirkelte das Leder aus der eigenen Hälfte zum 11:13 in den Coburger Kasten (29.). Adrian Wöhler, zuvor von Linksaußen nicht getroffen, traf für den verletzten Ante Tokic von Rechtsaußen zum 11:14 (30.) und kurz darauf war für die Coburger Offensive mal wieder bei Johannes Jepsen Endstation.

Wartburgstädter mit dem Schlussakkord
In neuer Formation, mit Ivan Snajder auf Links- und Adrian Wöhler auf Rechtsaußen, Daniel Hideg im linken und Malte Donker im rechten Rückraum, Martin Potisk als Spielgestalter, Hannes Iffert am Kreis und Thomas Eichberger im Tor, zündeten die Eisenacher ein Nachpausen-Feuerwerk. Martin Potisk sprühte vor Tatendrang, explodierte regelrecht. markierte binnen 4 Minuten 4 Treffer zum 13:18 (34.). Auf Zuspiel von Daniel Hideg netzte Peter Walz zum 13:20 ein (36.). Adrian Wöhler erhöhte per Gegenstoß gar auf 13:21 (37.). Die Gastgeber zeigten sich zunehmend giftiger. Leidtragend Martin Potisk, der mit einer Schädelprellung (Verdacht auf Gehirnerschütterung) vom Parkett musste. ThSV-Physiotherapeut Martin Münzberg war im Dauereinsatz, um auf dem Parkett und auf der Wechselbank zu helfen. Ante Tokic konnte nach Behandlung auf seine rechte Stammposition zurückkehren. Der HSC Coburg verkürzte durch Max Preller in Überzahl auf 18:22 (42.). Nach Regelwidrigkeit von Dieudonné Mubenzem (vom TV Hüttenberg gekommen) an Peter Walz versenkte Fynn Hangstein den fälligen Strafwurf zum 19:23 (43.). Der HSC Coburg hatte jedoch Morgenluft gewittert. Noch hielten ihn die Eisenacher auf Distanz, operierten zwischenzeitlich mit zwei Kreisläufern (Walz und Sousa). In Unterzahl zog Malte Donker erfolgreich zum 22:27 ab (49.).

Wir ließen das Spiel etwas schleifen, gab Eisenachs Kapitän Peter Walz freimütig zu.

Nach dem 24:28 (52.) startete der HSC Coburg seine Schlussoffensive bis zum 30:30-Ausgleich (60.). Doch der Schlussakkord ging an den ThSV Eisenach, der letzte Ball der Partie zappelte im Coburger Kasten….

Statistik
HSC Coburg: Kulhanek, Apfel, Jochens; Preller (3), Fuß (2), Toom (3), Bilek (9/2), Mubenzem (2), Varvne (1), Schäffer (2), Schikora (1), Dettenthaler, Kurch, Grozdanic (2/2), Schröder (5), Dude (1)
ThSV Eisenach: Jepsen, Eichberger; Iffert (2), Wöhler (3), Potisk (4), Hangstein (5/2), Walz (5), Hideg (2), Tokic (3), Sousa, Dicker (1), Donker (2), Snajder, Saul (4)
Siebenmeter: HSC Coburg 4/4 – ThSV Eisenach 2/2
Zeitstrafen: HSC Coburg 8 Min. – ThSV Eisenach 10 Min.
Schiedsrichter: Paolo D`Oria/ Julius Hlawatsch
Zuschauer: 380 in der HUK-COBURG arena

Th. Levknecht

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