Keeper Stanislaw Gorobtschuk pariert 20 Bälle!

Bildquelle: sportfotoseisenach – Das Jubeltänzchen nach dem Abpfiff
Der Hoffnungsfunke auf den Klassenerhalt glimmt. ThSV Eisenach II bezwingt den HC Burgenland mit 33:29 (15:17). Ole Gastrock-Mey markiert 9 Treffer.
„Schön, dass mein Sohn uns gewinnen sah“, strahlte Stanislaw Gorobtschuk nach dem 33:29 (15:17) -Erfolg des ThSV Eisenach II über den HC Burgenland. Der 37-jährige Keeper, eigentlich Torwarttrainer des Eisenacher Bundesligateams, parierte 20 Bälle, was einer Fangquote von 41 Prozent entsprach. Ein anderer Oldie, der 42-jährige Duje Miljak, verlieh der Abwehr und dem Angriff Sicherheit, markierte selbst 5 Treffer (aus 6 Versuchen). „Die positive Tendenz der letzten Wochen setzte sich fort. Ich hoffe, die Punkte kommen nicht zu spät. Wenn sich eine Tür zum Klassenerhalt öffnet, wollen wir hindurchgehen“, erklärte Stanislaw Goobtschuk, von 2009 bis 2020, mit einjähriger Unterbrechung, zum Torhüterteam der ersten Mannschaft des ThSV Eisenach zählend, seit 2022 als Torwarttrainer und dann auch als Teammanager wieder beim ThSV Eisenach, seit einigen Wochen für die zweite Mannschaft reaktiviert. Bei Torhütern ist es ja bekanntlich wie beim Wein, mit den Jahren immer besser. Der ThSV Eisenach II hat mit nunmehr 14 Punkten Tuchfühlung zu einem Nichtabstiegsplatz. Offen, welcher Platz dafür reicht. Gibt es in die MHV-Regionalliga einzuordnende Absteiger aus der 3. Liga, wie sieht es mit aufstiegswilligen Teams aus den Oberligen aus? Die finale Klärung wird wahrscheinlich erst zum Saisonende erfolgen.

Wichtige Treffer kurz vor der Halbzeitpause
„Wir haben uns auf das Wesentliche konzentriert, haben auch beim 7-Tore-Rückstand an uns geglaubt, sind insbesondere in der Schlussphase konsequent aufgetreten“, konstatierte der von den über 260 Zuschauern gefeierte Stanislaw Gorobtschuk. Beim 6:13 (20.) schien der so dringend erforderliche Doppelpunktgewinn in weiter Ferne. Mit schnellem Umschaltspiel dankten die Gäste für Eisenacher Patzer. Nicolas Neumann schloss mehrfach für den Tabellen-Siebenten ab. „Anfangs lief es für uns bestens“, fand auch Thato Jordan Weiß, der dynamische und trickreiche 20-jährige Rückraumspieler des HC Burgenland „Wir agierten mit zu wenig Bewegung in Abwehr und Angriff. Als wir von 4 Rückraumspielern wieder auf das Klassische mit einem Mann am Kreis umstellten, ging es aufwärts“, rekapitulierte Mark Dragunski. Der Nachwuchskoordinator hatte wieder das Coaching auf der Bank übernommen. „Elementar wichtig, dass wir bis zur Pause bis auf zwei Treffer verkürzten“, betonte der Ex-Nationalspieler. Nach dem 12:17 (27.) hatten Armend Alaj (von Rechtsaußen) sowie Qendrim Alaj (vom Siebenmeter-Strich und per Schlagwurf mit der Halbzeitsirene) zum 15:17-Halbzeitstand eingenetzt.

„Wir haben unser Herz auf dem Parkett gelassen!“
„Über die Abwehr haben wir uns ins Spiel zurückgekämpft. Im zweiten Abschnitt unterliefen uns nicht mehr so viele Fehler“, konstatierte Kreisspieler Conrad Ruppert. Für die erste Halbzeit hatte Mannschaftsbetreuer Jan Gesell 10, für die zweiten 30 Minuten nur 6 technische Fehler notiert. Die Eisenacher erhöhten nach Wiederanpfiff die Schlagzahl, trafen beim 17:18 (33.), 20:21 (37.) zum Anschlusstreffer. Beim 22:22 (41.) gelang erstmals der Ausgleichstreffer. Julius Brenner kam, bildete mit Duje Miljak den Deckungs-Innenblock. Nach dem 25:25 (46.) begann mit einem abgewehrten Siebenmeter (von Almir Osmanhodzic) die Stani-Gorobtschuk-Gala. „Wichtige Paraden zur richtigen Zeit“, betonte Qendrim Alaj. „Der Torhüter der Eisenacher war auch bei Durchbrüchen zur Stelle“, stellte Thato Jordan Weiß fest. Eisenachs Julius Brenner tankte sich zum erstmaligen Führungstreffer durch (26:25/47.). Doch die Gastgeber patzten, die Gäste aus Naumburg trafen durch den am Kreis freigespielten David Gligic zum 27:28 (51.). Ein Zuspiel von Qendrim Alaj erreichte Conrad Ruppert nicht (51.), der kurz darauf frei vom Kreis an Lion Schmidt im Gästekasten scheiterte (52.), beim folgenden Angriff aber zum 28:28 ausglich (53.). „Unser Team auf dem Parkett und die Fans auf den Rängen entwickelten ganz viel Energie“, erwähnte Qendrim Alaj einen besonderen Aspekt. Nach dem 27:28 folgte ein 6:0-Tore-Lauf des ThSV Eisenach II, basierend auf einer leidenschaftlichen Abwehrarbeit im Zusammenspiel mit Torhüter Stanislaw Gorobtschuk. Der auf das Feld zurückgekehrte Ole Gastrock- Mey explodierte, ließ sich nicht mehr stoppen, wuchtete per Doppelpack zum 30:28 ein (55.). Stanislaw Gorobtschuk blieb Im Siebenmeterduell mit Hannes Rabe Sieger (56.). Ole Gastrock-Mey konnte nur regelwidrig gestoppt werden, Qendrim Alaj versenkte den fälligen Strafwurf zum 31:28 (57.). Wieder war Stanislaw Gorobtschuk zur Stelle, wieder zog kurz darauf Ole Gastrock-Mey mit Überzeugung und seinem 9.Treffer (aus 10 Versuchen) zum 32:28 ab (59.). Die Entscheidung! „Wir waren nicht reif genug, die greifbaren Punkte mitzunehmen“, vermerkte Thato Jordan Weiß. Sein Team musste im Schlussgang wohl auch dem hohen Tempo der ersten Halbzeit Tribut zollen. „Überragend unser Teamgeist“, strich Conrad Ruppert heraus. „Wir haben unser Herz auf dem Parkett gelassen, ohne Schnick-Schnack durchgezogen“, betonte Qendrim Alaj, für den 8 Treffer aus 10 Versuchen in der Statistik standen. Umjubelt tanzte das Team des ThSV Eisenach II auf dem Parkett.

Bundesliga-Coach Sebastian Hinze gratulierte
Zu den ersten Gratulanten gehörte Sebastian Hinze, der Bundesligatrainer des ThSV Eisenach, der – wie einige seiner Spieler, am Vorabend des Mitteldeutschland-Derbys beim SC DHfK Leipzig in der Werner-Aßmann-Halle weilte.
Nur Lob für die jungen Schiedsrichterinnen
Eine Klasse-Leistung bescheinigte Schiedsrichter-Beobachter Hendrik Möller den jungen Spielleiterinnen Anne und Karen Baabbouz, die erstmals in Eisenach als Referees fungierten. Wenn über Schiedsrichter nicht gesprochen wird, und das war am Samstag der Fall, warten sie zumeist mit einer guten Leistung auf.

Statistik
ThSV Eisenach: Gorobtschuk, Büchner; Brenner (1), Rehm (1), Nothum. Stupka, Ruppert (1), Miljak (5), Schlotzhauer (2), Kryeziu, Gastrock-Mey (9), Ukaj, A. Alaj (4), Katzwinkel (2), Qendrim Alaj (8/5)
HC Burgenland: Voigt, Schmidt; Kröber, Gligic (4), Oelke (2), Leimbach (2), Fritzsche, Weiß (2), Vogel (1), Neumann (8), Centnik (3), Osmanhodzic (4/1), Zänker, Fichtner, Godon (1), Rabe (2/1)
Siebenmeter: ThSV Eisenach II 5/5 – HC Burgenland 2/4
Schiedsrichter: Anne Baabbouz/ Karen BaabbouzZuschauer: 265