Klassenerhalt ist in weite Ferne gerückt

Bildquelle: Ch. Heilwagen – Ole Gastrock-Mey bei markiert eines seiner 7 Tore
ThSV Eisenach II unterliegt im Kellerderby dem SV Oebisfelde 27:28 (11:17)
War es das schon? Der ThSV Eisenach II kassierte im Kellerderby der Regionalliga des Mitteldeutschen Handballverbandes gegen den SV Oebisfelde eine 27:28 (11:17) -Heimniederlage, verharrt weiter am Tabellenende. Der Klassenerhalt ist in weite Ferne gerückt, zumal Mitkonkurrenten punkten. „Noch stehen 12 Spiele an, in denen 24 Punkte zu vergeben sind“, will Rückraumspieler Julius Brenner von Resignieren nichts hören. Zur Unterstützung beim Coaching hatte der ehemalige Spieler und Trainer Stefan Juhnke auf der Wechselbank Platz genommen, Patrick Theuvsen fungierte als Mannschaftsleiter. Ein Physiotherapeut hielt sich unweit der Bank bereit.

Aufholjagd ohne Happyend
Eine Aufholjagd im zweiten Abschnitt, nach einer desolaten ersten Halbzeit, mit zwischenzeitlichem 7-Tore-Rückstand, blieb ohne Happyend. Von „einem komplett anderen Gesicht“ seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel sprach ThSV-Spielertrainer Qendrim Alaj. Der junge Rückraumspieler Jannes Rehm leitete mit seinem Treffer zum 12:17 die Aufholjagd ein (31.). Der Deckungs-Innenblock mit Routinier Duje Miljak und Ole Gastrock Mey riegelte ab. Beim 15:17 durch Armend Alaj (35.) hatten es die Gastgeber schon in der Hand, der Partie eine andere Richtung zu geben, doch sie ließen drei hochkarätige Torchancen aus. Auch nach dem 19:21 (43.), der eingewechselte Leif Katzwinkel hatte von Linksaußen eingenetzt, gelang der Anschlusstreffer nicht. Die gut gefüllte Haupttribüne unterstützte lautstark. Nach dem 20:22 (45.) kassierte Conrad Ruppert eine Zeitstrafe, zirkelte Martin Danowski das Leder aus der eigenen Hälfte zum 20:23 ins leere ThSV-Gehäuse. Wieder ließen die Gastgeber gute Torchancen aus, der SV Oebisfelde traf zum 21:25 (49.). „Doch es wurde noch einmal knapp, auch durch die Wucht der Zuschauer. Die Eisenacher gaben nicht auf“, erklärte Martin Danowski, der robuste Kreisläufer der Gäste. Beim 24:27 sprang ein Ball von Eisenachs 19-jährigem Linkshänder Marec Stupka vom Innenpfosten ins Feld zurück (54.). Der Eisenacher Rückraum, nun mit Julius Brenner, Qendrim und Armend Alaj, powerte weiter. ThSV-Keeper Stanislaw Gorobtschuk parierte gegen Martin Danowski (56.). Armend Alaj markierte 3 Treffer, den zum 27:27-Ausgleich in Vollendung eines Kempa (60.). Da waren noch 42 Sekunden zu spielen. Leif Katzwinkel stoppte Gästetorjäger Justin Kalupke (9 Treffer) zu ungestüm, kassierte eine Zeitstrafe. Kurz darauf konnte Justin Kalupke nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden. Martin Danowski verwandelte seinen 5. Strafwurf eiskalt zum Sieg für den SV Oebisfelde. „Ich bin ganz ruhig zum Strich gegangen und habe das Leder an den Ohren von Eisenachs Torhüter vorbei ins Netz gezogen“, schildert der Kreisläufer diese Szene. „Unsere starke erste Halbzeit und die Nervenstärke von Martin Danowski haben uns ins Ziel gerettet. Wir verloren schon nach 10 Minuten unseren Kreativspieler Erik Breitenreder durch eine Fußverletzung, fanden dennoch gute Lösungen, belohnten uns mit zwei eminent wichtigen Zählern für den Ligaerhalt “, konstatierte Christian Herrmann, der Coach des nur mit 10 Feldspielern und 2 Torhütern angereisten SV Oebisfelde. „Ich hoffe der ThSV Eisenach II bleibt in der Liga, wir können auch nächstes Jahr zum Regionalliga-Punktspiel in die Werner-Aßmann-Halle kommen“, betonte der Siegtorschütze der Gäste. „Wir haben in der zweiten Halbzeit bravourös gekämpft, den Kopf nicht hängen lassen, doch überhastet abgeschlossen, was in der Summe nicht zu Punkten gereicht hat“, erklärte Qendrim Alaj.

Stanislaw Gorobtschuk mit Comeback
Im Tor des ThSV Eisenach II stand Ex-Bundesliga-Keeper Stanislaw Gorobtschuk, jetzt Torwarttrainer und Teammanager der Eisenacher Bundesligamannschaft, in der Vorsaison aber auch noch im Kasten des TSV Eschwege. Der 37-Jährige fand spät ins Spiel, steigerte sich im zweiten Abschnitt, unterstützte mit seinen Paraden die Aufholjagd seines Teams. „Ich stand ein ¾ Jahr nicht im Tor, habe mit der Mannschaft erst eine Trainingseinheit absolviert, Ich konnte den Anspruch an mich selbst nicht erfüllen, erreichte nicht mein gewohntes Leistungsniveau“, erklärte Stanislaw Gorobtschuk. Sein Resümee zum Spiel: „In der 4. Liga wird kein schlechter Handball gespielt. Unsere Mannschaft hat das Potential, hier zu bestehen. Sie muss es lernen, auf den Punkt zu spielen, nicht so überhastet oder sogar mit vielen technischen Fehlern. Dadurch stand gegen Oebisfelde am Ende eine selbst verschuldete Niederlage.“
Fehlerfestival führt zu einem 7-Tore-Rückstand
Die Gäste aus dem Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt spielten unaufgeregt, brachten ihre Stärken zum Tragen. Nach einfachen Kreuzbewegungen wurde aus dem Rückraum platziert abgezogen. „Wir haben zwar den Kreisläufer ganz gut unter Kontrolle gehabt, ansonsten aber schlecht verteidigt, die Gäste konnten fast ohne Kontakt aus der zweiten Reihe zum Torwurf ansetzen“, konstatierte Julius Brenner. „Unser eigenes Angriffsspiel kam nicht in Fahrt. Erarbeiteten wir uns Torchancen, haben wir diese von allen Positionen verworfen. Nach Balleroberungen spielten wir beim Gegenstoß dem Gegner das Leder regelrecht in die Hände“, ärgerte sich Julius Brenner, dem selbst etliche Fehler unterliefen. Von 7 zuerkannten Strafwürfen brachte der ThSV Eisenach II gleich 4 nicht unter. „Wir warfen 17 Tore in den ersten 30 Minuten, unsere Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter ließ nur 11 Gegentreffer zu. Das war schon ein Pfund“, konstatierte Christian Herrmann, der Coach des SV Oebisfelde. Eisenachs Julius Brenner scheiterte am starken Gästekeeper Thomas Drese (6./8.), ein Steilpass wurde eine Beute der Gäste (7.). Die Eisenacher versuchten es zunächst mit einer 5:1-Abwehr, mit Conrad Ruppert vorgezogen. Davon ließen sich die Gäste nicht irritieren, trafen zum 5:9 (13.). Qendrim Alaj ließ kurz hintereinander zwei Siebenmeter aus (13./16.). Die Eisenacher stellten auf eine defensive 6:0-Abwehr um. Die Gäste trafen weiter, bauten ihren Vorsprung gar auf 7 Treffer aus (8:15/23.). Simple Fehler der Hausherren kamen ihnen entgegen. Zwischenzeitlich versuchten es die Eisenacher mit Ole Gastrock-Mey, Jannes Rehm und Julius Brenner im Rückraum. Der Deckungs-Innenblock der Gäste behielt den Überblick. Ein Zuspiel von Julius Brenner zum Kreis fand nicht den Mitspieler, Armend Alaj setzte das Leder vom Strich an die Lattenoberkante des Gästegehäuses. Der ThSV Eisenach II entließ seine ungläubig auf die Anzeigetafel blickenden Fans mit einem 11:17-Rückstand in die Halbzeitpause.

Statistik
ThSV Eisenach II:
Gorobtschuk, Büchner; Brenner (3), Rehm (1), Nothum, Stupka, Ruppert (1), Schlotzhauer, Kryeziu, Miljak, Gastrock-Mey (7), Ukaj (2), Cech. A. Alaj (10/3), Katzwinkel (3), Q. Alaj
SV Oebisfelde:
Drese, Weis; Koitek, Johnson (1), Vogel (5), Schirmer, J. Kalupke (9), Kleist, E. Breiteneder (1), Wanzek (5), Danowski (7/5), Meichsner
Siebenmeter:
ThSV Eisenach II 3/7 – SV Oebisfelde 5/5
Zeitstrafen:
ThSV Eisenach II 2 x 2 Min. – SV Oebisfelde3 x 2 Min.
Schiedsrichter:
Rose/ Michel
Zuschauer:
388