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Locker und leicht ins Achtelfinale

In der mit über 500 Zuschauern prall gefüllten Sporthalle in der beschaulichen Kleinstadt Burgdorf löste der ThSV Eisenach sein Ticket für das Achtelfinale im DHB-Pokal. Der Handballerstligist aus Thüringen siegte beim Tabellensiebenten der Regionalliga Nord
TSV Burgdorf standesgemäß mit 36:26 (17:10). Die Wartburgstädter erwarten nun für die am 12.Dezember 2001 stattfindende nächste Pokalrunde den VfL Bad Schwartau.

FRÜHZEITIG ALLES GEKLÄRT
Die Thüringer nahmen in Niedersachsen sofort das Zepter fest in die Hand, ließen keinen Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen. Nahezu durchgängig mit Kapitän Martin Reuter im linken und Elmar Romansen im rechten Rückraum legten die Eisenacher ein rasches 4:0 (9. Min.) vor. Für die Gastgeber bedeutete der 6:0 Deckungsriegel frühzeitig Endstation. Was dennoch in Richtung Eisenacher Gehäuse kam, wurde eine sichere Beute von Dragan Jerkovic, der bis auf einen Strafwurf die volle Distanz im ThSV-Tor stand. Zu hausbacken und vielleicht auch zu respektvoll agierte der Regionalligavertreter. Nach einem Tempogegenstoß erhöhte Elmar Romanesen auf 8:2 (13.). Die Eisenacher trafen aus allen Lagen. Der ab der 17.Minute für Eric Amalou die Linksaußenposition besetzende Karsten Wöhler führte sich mit zwei Treffern zum 11:4 (18.) und 12:4 (19.) prächtig ein. Per Tempogegenstoß erhöhte Till Bitterlich gar auf 13:4 (19.). Die Eisenacher nahmen ihren Goalgetter Stephan Just vom Parkett. Till Bitterlich durfte nun auch in der Offensive ran. Sergio Casanova ersetzte nur kurzzeitig Jonny Jensen auf der Regieposition. Eine Zerrung rief den jungen Spanier rasch zur Bank zurück. Dort beschaute sich Preben Vildalen das komplette Spiel an. Der Norweger wurde, leicht angeschlagen, im Hinblick auf das Nordhorn-Punktspiel geschont. Als Elmar Romansen (Foulspiel) und Jonny Jensen (Meckern) für je zwei Minuten auf die Bank mussten, gestalteten die Hausherren das Pausenresultat freundlicher.

JONNY JENSEN ZAUBERTE
Nach Wiederanpfiff öffneten die Eisenacher sogar die Trickkiste. Eine handballerische Delikatesse war der Rückhandknaller von Jonny Jensen zum 21:12. In der Folge ließ der Erstligist die nötige Konzentration in Abwehr und Angriff vermissen. Besonders die linke Eisenacher Deckungsseite (Martin Reuter) war mehrfach nicht im Bilde. Treffer fielen nun auf beiden Seiten im Sekundentakt zum 25:16 (41.).

REGIONALLIGIST NUTZTE THSV-SCHWÄCHEN
Als Elmar Romanesen zwei Mal das Holz anvisierte, streifte der TSV Burgdorf allen Respekt ab. Der insgesamt 12 Treffer markierende Christopher Nordmeyer verkürzte mit seinen nimmermüden Teamkollegen auf 20:25 und sorgte damit wenigstens für etwas Pokalstimmung auf den Zuschauerplätzen.

ERSTLIGIST ZOG RASCH WIEDER AN
Mit Stephan Just zurück auf dem Parkett, phasenweise in der Rolle des Spielmachers, schraubten die Eisenacher rasch ihren Vorsprung wieder auf 29:22 (52.). Völlig unnötig handelte sich der mit 7 Treffern erfolgreichste Eisenacher Stephan Just in der Schlussphase die rote Karte ein (55.). Der Eisenacher Sieg geriet freilich nicht in Gefahr (31:22, 54.). Die Niedersachsen rangen bis zur Schlusssirene um jeden Treffer. Mit 26 eigenen Torerfolgen gegen einen Erstligisten konnten sie durchaus zufrieden sein. Sie wurden völlig zu Recht mit viel Beifall von ihrem Anhang verabschiedet. Dem ThSV Eisenach wurden beste Wünsche für das Meisterschaftsgeschehen und im DHB-Pokal mitgegeben.

VERBALER AUSRASTER
Burgdorfs Offizielle taten alles, um diese Pokalpartie zu einem Highlight werden zu lassen. Der ThSV Eisenach wurde herzlich empfangen. Getrübt wurde das Bild nur durch einen verbalen Ausraster des Einlasses. Nach der Anmeldung des mdr-Fernsehens wurde dies lautstark «kommentiert». «mdr – Fernsehen. Haben die überhaupt Fernsehen?» Antwort: «Ja, nachdem die Mauer weg ist.» Mache lernen halt nie dazu – im «Westen» und auch im «Osten».

STATISTIK:
Burgdorf: Malik, Wedemeyer; Stefan, Festerling (1), Schmidt (1), Wesebaum, Thiede (1), Löffler (4), Rotter, Schwering (4), Fechner (2), Nordmeyer (12/6), Grah (1);
Eisenach: Jerkovic, Lehmann (bei 1 Strafwurf); Romanesen (6), Wöhler (5), Amalou (1), Reuter (6), Bitterlich (3), Jensen (5), Just (7/3), Casanova, Göhl (3)
Zeitstrafen: Burgdorf 5 x 2 Min.; Eisenach 6 x 2 Min. (Rot für Stephan Just 55. wegen Foulspiel)
Siebenmeter: Burgdorf 7/6; Eisenach 3/3
Zuschauer: 500

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