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Möglicherweise ein Zünglein an der Waage

«Wiedergutmachung gegenüber uns selbst ist angesagt. Wir haben als Kollektiv versagt, sind stinksauer auf uns selbst», erklärt Adalsteinn Eyjolfsson, der Coach des ThSV Eisenach, im Rückblick auf die Heimniederlage am vergangenen Samstag gegen TUSEM Essen und zugleich mit Blick auf das letzte Punktspiel der Saison seines Teams am Samstag, 02.06.2012 um 19.30 Uhr beim stark abstiegsgefährdeten VfL Potsdam (Anwurf um 19.30 Uhr in der Ballspielhalle Luftschiffhafen, Zeppelinstraße 114 bis 117).

«Insbesondere in der ersten Halbzeit gegen TUSEM Essen haben wir auf allen Ebenen versagt, im Angriff, in der Abwehr, spielerisch, als Mannschaft. Das haben wir am Dienstag genau analysiert», berichtete Adalsteinn Eyjolfsson und erwartet zum Saison-Halali eine klare Steigerung. «Wir müssen im Spielfluss nach vorn deutlich zulegen, gehörig Druck auf die Abwehr ausüben. Wir müssen zugleich unsere Abschlussquote gegenüber den letzten beiden Begegnungen deutlich erhöhen», betont Adalsteinn Eyjolfsson. Er wird in Potsdam auf seine langzeitverletzten Rückraum-Asse Tomas Sklenak und Girts Lilienfelds sowie Linksaußen Philipp Lindner verzichten müssen. Da der ThSV Eisenach am gleichen Tag bei einem Qualifikationsturnier in Braunschweig für die Nachwuchs-Bundesliga gefordert ist, stehen die 18-jährigen Christopher Stölzner und Konstantin Singwald ebenso nicht zur Verfügung.
ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson wird also nur ein kleines Aufgebot zur Verfügung haben: die Torhüter Radek Musil und Stanislaw Gorobtschuk sowie die Feldspieler Adrian Wöhler, Alexander Schiffner, Eryk Kaluzinski, Daniel Luther, Roel Adams, Duje Miljak, Benjamin Trautvetter, Branmir Koloper, Nick Heinemann und der reaktivierte Krisztian Szep-Kis.
Das Team des ThSV Eisenach kann allerdings auf stimmgewaltige Unterstützung von etwa 130 mitreisenden Fans bauen. Zwei vom ThSV-Fanprojekt organisierte voll besetzte Sonderbusse rollen am Samstagfrüh um 8.00 Uhr vom Parkplatz Katzenaue, legen in Berlin einen Zwischenstopp ein. Für ThSV-Anhänger liegen an einer besonders gekennzeichneten Kasse ausreichend Tickets bereit.

Karsten Wöhler: Kader für die Saison 2012/2013 steht
In Potsdam wird Rückraumspieler Roel Adams letztmalig im Eisenacher Trikot auflaufen. Er kehrt aus beruflichen und privaten Gründen in seine holländische Heimat, nach Geelen, zurück. Der 29-Jährige wird bei seinem Heimatverein am Ball bleiben. Als Neuzugang bei den Wartburgstädtern steht seit längerer Zeit Hannes Jonsson (von Erstbundesligist TSV Hannover-Burgdorf) fest. Alle anderen Spieler des aktuellen Kaders sind auch in der nächsten Saison für den ThSV Eisenach auf Punkte- und Torejagd. «Als Perspektivspieler konnten wir zudem mehrere Talente aus dem eigenen Nachwuchsbereich längerfristig binden», betonte Karsten Wöhler, der Geschäftsführer der ThSV-Marketing GmbH. Die 18-jährigen Christopher Stölzner, Adrian Winkler und Konstantin Singwald unterzeichneten Verträge bis Juni 2015.

Potsdam oder Rostock? Herzschlagfinale in Sachen Ligaverbleib
Nachdem am vergangenen Spieltag die letzte Entscheidung in Sachen Aufstieg gefallen ist, der TV Neuhausen sicherte sich das dritte Ticket (nach GWD Minden und TUSEM Essen) für die Beletage des deutschen Handballs, steht für den letzten Spieltag der Saison ein
Herzschlagfinale in Sachen Ligaverbleib, in Sachen vierter Absteiger im Brennpunkt. Rostock oder Potsdam? Wer muss in den sauren Apfel des Abstiegs beißen? Der ThSV Eisenach könnte ein Zünglein an der Waage sein. Die beste Ausgangsposition hat der HC Empor Rostock mit einem Plus von zwei Punkten gegenüber dem VfL Potsdam. Den ersten Matchball haben die Ostseestädter am vergangenen Wochenende allerdings beim TV Korschenbroich vergeben, als sie nur ein 32:32 erreichten. Ausgerechnet Jörn Ilper, in die Saison als Trainer des TV Korschenbroich gestartet, inzwischen jedoch Spieler beim HC Empor Rostock, vergab in der Schlusssekunde freistehend vom Kreis die Siegchance. Die Mecklenburger haben im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn jedoch alles selbst in der Hand. Der VfL Potsdam muss auf einen Patzer der Rostocker hoffen und zugleich einen vollen Erfolg über die Wartburgstädter landen. Am vergangenen Wochenende fightete das Team um die Ex-Eisenacher Stephan Mellack und Alexander Urban bei GWD Minden prächtig, hatte einen Punkt fast schon sicher, doch ein Gewaltwurf von Christoph Steinert in allerletzter Sekunde ließ die Gastgeber einen 37:36-Sieg bejubeln, die Potsdamer mit hängenden Köpfen das Parkett verlassen. Kooperationspartner Füchse Berlin hatte die Potsdamer mit jungen talentierten Spielern unterstützt, um die Liga zu halten. Möglicherweise muss der VfL Potsdam, nun endlich mit einer neuen schmucken über 2000 Zuschauer fassenden Halle, in der dritten Liga einen neuen Anlauf starten.

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