Nach dem Seitenwechsel im Wettkampfmodus
ThSV Eisenach bezwingt den TV Hüttenberg in einem Testspiel 39:32 (16:16) / Nahezu 600 Zuschauer hatten in Mühlhausen ihre helle Freude
In einem zweiten Testspiel in Vorbereitung der Saison 2025/2026 bezwang der neuformierte ThSV Eisenach das Zweitliga-Spitzenteam des TV Hüttenberg mit 39:32 (16:16). Nahezu 600 Zuschauer in Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis) erfreuten sich an kurzweiligen 60 Minuten mit 71 Toren, verabschiedeten beide Teams mit reichlich Beifall. Der gastgebende VfB Thomas Müntzer Mühlhausen hatte mit vielen fleißigen Helfern alles in und um die Sporthalle des Berufsschulcampus bestens organisiert! Der ThSV Eisenach dankt ganz herzlich dem VfB TM Mühlhausen für die Ausrichtung dieses Testspieles.
Mit Stefan Kneer saß ein ehemaliger Eisenacher Bundesligaspieler auf der Trainerbank der Mittelhessen. Er wurde zum „Trainer der Saison 2024/2025“ in der 2. Handballbundesliga gewählt. Stefan Kneer kam einst aus Sinzheim in das Nachwuchsprojekt des ThSV Eisenach, trug von 2002 bis 2006 das Trikot des Thüringer Traditionsvereines, spielte später u.a. für den SC Magdeburg und die Rhein-Neckar Löwen, bestritt 73 Länderspiele für Deutschland. Er musste am Donnerstagabend etliche Hände schütteln.
Entsprechend des Charakters der Partie wurde auf beiden Seiten viel probiert. Gegen den erwartet schweren Kontrahenten legten die Eisenacher nach dem Seitenwechsel in Angriff und Abwehr deutlich zu, zogen auf 26:20 (42.) davon. Der zur Pause ins ThSV-Gehäuse gekommene Matija Spikic bremste im Verbund mit seinen Vorderleuten den Angriff der Gäste aus. „Im ersten Abschnitt agierten wir in der Abwehr nicht clever genug, waren die Hüttenberger mit ihren Kreiskombinationen erfolgreich. Wir verloren zu viele Bälle. Im zweiten Abschnitt erhöhten wir deutlich das Tempo auf Wettkampfmodus“, bilanzierte Sebastian Hinze, der neue Coach des ThSV Eisenach. Sein Team kam auf eine Wurfeffektivität von 78 Prozent. „Vor der Halbzeitpause sind uns zu viele Fehler unterlaufen. Nach Wiederanpfiff waren wir mit mehr Power und gleichermaßen mehr Sicherheit auf dem Parkett. Wie es in Testspielen so ist, wir haben einiges probiert. Wir werden per Video analysieren. Auch, damit uns die gleichen Fehler nicht erneut unterlaufen“, erklärte Eisenachs Neuzugang Tilmann Leu. Hüttenbergs Coach Stefan Kneer zeigte sich mit der Leistung seines Teams im ersten Abschnitt zufrieden. „In der zweiten Halbzeit sind uns auf mit neuen Spielern besetzten zentralen Abwehrpositionen zu viele Fehler unterlaufen, zudem haben wir zu viele freie Bälle verworfen. In der 56. Minute lagen wir nur mit 4 Toren hinten, bei der Sirene waren es 7. Das schmeckte mir nicht“, konstatierte der Ex-Eisenacher.
Noch der eine oder andere Fehler zu viel
Im ersten Abschnitt ging es noch recht gemächlich zu. Da blieb sogar Zeit zu einem kleinen Plausch zwischen Eisenachs rechtem Rückraumspieler Alexander Saul und dem auf der Bank der Hessen sitzenden Geschäftsführer Timm Schneider, viele Jahre in der Bundesliga (u.a. MT Melsungen, VfL Gummersbach) am Ball. Die Eisenacher starteten mit Felix Aellen, Vukasin Antonijevic und Alexander Saul im Rückraum, Peter Walz am Kreis, Timothy Reichmuth und Moritz Ende auf den Außenpositionen. Philipp Meyer kam für Abwehraufgaben. Die Gäste glichen Eisenachs Ein- oder Zwei-Tore-Führungen immer wieder aus. Vukasin Antonijevic powerte sich zum 8:6 durch (13.), David Kuntschner glich zum 8:8 aus (14.), brachte seine Farben gar in Führung (8:9, 15.). Peter Walz versenkte kraftvoll im Doppelpack vom Kreis zum 10:9 für den ThSV Eisenach (17.). Personalwechsel war auf beiden Seiten angesagt. Stephan Seitz, Fynn Hangstein und Oskar Joelsson kamen im Eisenacher Rückraum, Tillman Leu am Kreis. Stephan Seitz, Neuzugang vom SC DHfK Leipzig, zeigte sich torhungrig, markierte insgesamt 6 Treffer. Die Gäste nutzten Eisenacher Ballverluste, um per Gegenstoß mit zwei Treffern in Führung zu gehen. Tim Rüdiger netzte zum 11:13 ein (22.). Justin Kurch kam in die Eisenacher Abwehr, schloss einen Konter zum 14:14 ab (25.). Nach einer Finte versenkte Fynn Hangstein zum 16:15 (29.). Leif Haack egalisierte für den TV Hüttenberg zum 16:16-Halbzeitstand.
Mit Angriffspower an der 40-Tore-Marke gekratzt
Druckvolle Angriffszüge in Richtung Nahwurfbereich bestimmten das Eisenacher Spiel nach Wiederanpfiff. Die Gäste hatten das Nachsehen. Fynn Hangstein verwandelte daraus resultierende Siebenmeter, wurde mit einer 100-Prozent-Quote vom Strich notiert. ThSV-Keeper Matija Spikic parierte zwei Siebenmeter von Hüttenbergs Tim Rüdiger (33./39.). Felix Aellen zog platziert zum 22:18 (37.) und 26:20 (42.) ab. Eisenachs Timothy Reichmuth und Gian Attenhofer nutzten Spielzüge zu Treffern von beiden Außenpositionen. Gästetrainer Stefan Kneer war hörbar unzufrieden. Seine Abwehr ließ sich „vernaschen“, sein Angriff fabrizierte „Fahrkarten“. Gian Attenhofer eroberte das Leder und vollendete selbst zum 28:21 (44.). Er markierte auch das 30:24 (47.). Bei den Gästen hatte Paul Ohl die richtigen Wurfvarianten gewählt, trug sich mit 7 Feldtoren ins Spielprotokoll ein. Beide Trainer riefen immer wieder Spieler für neue Hinweise zur Bank. Leif Haack wuchtete eine Freiwurfablage zum 27. Treffer der Gäste ein (32:27, 50.). Eine sehenswerte Kombination schloss Fynn Hangstein zum 33:27 ab (51.). Die Gäste setzten in der Schlussphase auf Paul Ohl, Danil Dyatlov und Hendrik Schreiber im Rückraum. Nach dem 35:31 hatten die Eisenacher ihren Torhunger nicht gestillt. Sehr zur Freude der beifallsfreudigen Zuschauerkulisse. Fynn Hangstein, Stephan Seitz und Oscar Joelsson schraubten die Trefferausbeute in die Höhe. Der 40.Treffer gelang nicht. Der eingewechselte Youngster Marec Stupka verfehlte in der Schlussminute von Rechtsaußen. So blieb es beim 39:32-Endstand.
„Auf diese Leistung lässt sich aufbauen“, befand Tillman Leu. Am Sonntag startet der ThSV Eisenach zu einem mehrtägigen Trainingslager einschließlich Turnierteilnahme nach Österreich.
Statistik
ThSV Eisenach: Heinevetter, Spikic, Freitag; Joelsson (1), Reichmuth (4), Hangstein (9/7), Attenhofer (4), Walz (3), Ende (1), Aellen (4), Meyer, Antonijevic (2), Seitz (6), Kurch (2), Büchner, Stupka, Saul (2), Leu (1)
TV Hüttenberg: Böhne, Shamir; Theiss, P. Ohl (7), L. Ohl (2), Zörb (1), Spandau (1), Rüdiger (4/1), Reichl (4), Haack (3), Anselm (3), Kompenhans, Dyatlov (1), Schreiber (2), Kuntschner (4)
Siebenmeter: ThSV Eisenach 7/7 – TV Hüttenberg 1/3
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 5 x 2 Min. – TV Hüttenberg 3 x 2 Min.
Schiedsrichter: Kijowsky/Strüder
Zuschauer: 570 in Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis), Sporthalle Berufsschulcampus
Th. Levknecht