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Noch einmal ganz viele Emotionen

Der bereits als Erstbundesligaaufsteiger feststehende ThSV Eisenach verabschiedete sich mit einem 37:30 (17:11)-Erfolg beim SV Henstedt-Ulzburg aus der Punktspielsaison 2012/2013 der 2. Handballbundesliga der Männer. «Meine Mannschaft hat nach den vielen Aufstiegsfeierlichkeiten ganz viel Charakter bewiesen», betonte Eisenachs Trainer Adalsteinn Eyjolfsson nach dem 12. Auswärtssieg im 18. Auswärtsspiel. Die Wartburgstädter hätten in der Entscheidung über den zweiten Absteiger, Leutershausen oder Henstedt-Ulzburg, das Zünglein an der Waage sein können; die SG Leutershausen sicherte sich mit einem Sieg über die HSG Nordhorn aus eigener Kraft den Ligaverbleib.

Der SV Henstedt-Ulzburg muss nach einjährigem Intermezzo in die dritte Liga zurück. «Wir haben den Klassenerhalt nicht heute gegen Eisenach verspielt», kommentierte Trainer Tobias Skerka. «Wir kommen wieder», lautete die Devise im Lager der «Frogs», der SVHU. Zweiter Absteiger ist der TuS Ferndorf. Der Bergische HC, der TV Emsdetten und der ThSV Eisenach steigen in die Beletage des deutschen Handballs auf.

Der ThSV Eisenach dominierte vor 800 Zuschauern, darunter der seit knapp 30 Jahren in Hamburg beheimatete ehemalige Eisenacher Erstliga-Außen Victor Eiser, in Norderstedt von Beginn, kontrollierte trotz allen Bemühens der Gastgeber die Partie. Über 150 in den Hamburger Raum mitgereiste ThSV-Fans sorgten für Heimspielatmosphäre. Den Gastgebern um den erfahrenen Regisseur Nico Kibat gelang kein einziges Mal die Führung. Bis auf den an akuten Zahnproblemen laborierenden Branimir Koloper erhielten alle Eisenacher Spieler längere Einsatzzeiten.

«Trotz der Hitze in der Halle haben wir ordentlich Tempo gegeben», strich Adalsteinn Eyjolfsson heraus. Vom 8:8 (18.) trafen die Wartburgstädter zum 11:17 Halbzeitstand. Routinier Eryk Kaluzinski, in seinem letzten Auftritt im ThSV-Trikot (wechselt zur TSG Münster) in der Abwehr und im Angriff dabei, hatte per Tempogegenstoß im Doppelpack eingenetzt und wurden von den eigenen Fans lautstark gefeiert. Ovationen ebenso für Keeper Radek Musil (wechselt zum Zweitligisten EHV Aue), der in der 23. Minute im großen Stil einen Kibat-Strafwurf meisterte. «Wir alle wollten auch für einen würdigen Abschluss für die uns verlassenden drei Spieler sorgen», erwähnte Adalsteinn Eyjolfsson einen wichtigen Aspekt. Alexander Schiffner, Ziel noch unbekannt, fehlte mehrfach Fortune. Doch im Schlussgang netzte auch er ein.

Die Gastgeber schöpften nach Wiederanpfiff kurz Hoffnung (17:19 (37.), doch die Eisenacher übernahmen wieder energischer das Zepter, hielten manch handballerische Delikatesse bereit, wie der Kempatreffer zum 18:24, im Teamwork zwischen Hannes Jon Jonsson und Daniel Luther (42.). Von den Aufstiegsgfestivitäten gut erholt, brillierte Daniel Luther mit Wurfschärfe aus dem Rückraum, war mit sieben Treffern erneut bester Werfer seines Teams. Hannes Jon Jonsson und Nicolai Hansen fanden sich im Duett zum 21:28 (47.). Girts Lilienfelds, für den in dieser Woche noch Auswahlaufgaben (WM-Qualifikation mit Lettland gegen Ungarn und Kroatien) anstehen, vollendete leichtfüßig über die linke Seite zum 23:31 (49.).

«Nach den Länderspielen habe ich endlich Urlaub, der allerdings sehr kurz ausfallen wird, startet der ThSV Eisenach doch schon wieder am 15. Juli in die Saisonvorbereitung. Die leider viel zu kurze Zeit werde ich mit meiner Familie in Lettland verbringen», berichtete Girts Lilienfelds, der die vergangene Saison als auch seine persönlich beste im Diensten des ThSV Eisenach einstufte. Nachlassende Konzentration in den Eisenacher Reihen nutzte insbesondere Hensdtedts Linksaußen Tim-Philipp Jurgeleit um seine persönliche Bilanz auf elf Treffer aufzustocken. Der eingewechselte Tomas Sklenak sorgte im Schlussabschnitt bei den Thüringern noch einmal für Schwung. Nun kam auch Alexander Schiffner zu seinem «Abschiedstreffer» (29:35). Eryk Kaluzinski, in der nächsten Saison «Aufbauhelfer» bei der unterklassigen TSG Münster, beendete den Eisenacher Trefferreigen zum 30:37-Endstand.

«Mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga, da fällt der Abschied für mich leichter. Ich danke allen, der Mannschaft, den Offiziellen und den Fans des ThSV Eisenach, für tolle drei Jahre», betonte der 35-jährige Rückraumspieler und genoss mit Radek Musil noch einmal das Bad in der Menge.

Für ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfson hielten die eigenen Fans noch eine besondere Abkühlung bereit. Völlig unverhofft sah er sich einer kräftigen Bierdusche ausgesetzt. Der «kühle Isländer» konterte biergetränkt mit einer frenetisch umjubelten Solo-Tanzeinlage.

Mit zwölf Auswärtssiegen war der ThSV Eisenach das zweiterfolgreichste Team (nach dem Bergischen HC) in fremden Hallen. «Zuhause taten wir uns mit der Favoritenrolle hingegen oftmals schwer. Die Underdog-Rolle liegt uns besser. Ein Underdog werden wir in der nächsten Saison, in der stärksten Liga der Welt, von Spieltag zu Spieltag sein», richtete Adalsteinn Eyjolfsson im Glücksgefühl des Aufstieges schon einmal den Blick in die nahe Zukunft. Nach Lizenz-Prüfungen folgen für ihn erst einmal Heimaturlaub bei der Familie, zum Regenerieren und Akku-Auftanken.

Der Start in die Saisonvorbereitung ist bereits am 15.Juli 2013. Mit einem Heimspiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf startet der ThSV Eisenach am 24.08.2013 in das Abenteuer 1. Handballbundesliga.

Statistik

SV Henstedt-Ulzburg: Peveling, Hampel: Bastian, Kibat (3), Makowka (3), Kohnagel (3), lang (1), Gersch (1), Lauenroth (4), Völzke (4), Wrage, Jugeleit (11/5), Thöneböhn

ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk; Trautvetter (2), Sklenak (2), Wöhler (4), Jonssson (5/2), Luther (7), Miljak (2), Kaluzinski (4), Hansen (4), Schiffner (1), Heinemann (3), Lilienfelds (3)

Zeitstrafen: SV Henstedt-Ulzburg 4 x 2 Min. – ThSV Eisenach 5 x 2 Min., Rot für Schiffner (60.)

Siebenmeter: SV Henstedt- Ulzburg: 7/5 – ThSV Eisenach 3/2

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