Werbung

Ohne dreißigminütige Warmlaufphase!

«Eine Platzierung zwischen Acht und Zwölf in dieser neuen eingleisigen 2. Handballbundesliga war unsere Saisonzielstellung. Aktuell liegen wir auf Rang 7 und damit voll im Soll», betont Karsten Wöhler, der Geschäftsführer der Marketing GmbH des ThSV Eisenach, und mahnt zugleich «Bodenhaftigkeit» an. Ganze drei Pluszähler trennen die Wartburgstädter vom dritten Aufstiegsplatz, den derzeit der HC Erlangen innehat. «Es spricht für die Ausgeglichenheit, die Breite in der Qualität, dass hinter Tabellenführer GWD Minden sieben Spieltage vor dem Saisonende sieben Teams noch Aufstiegschancen haben», so Adalsteinn Eyjolfsson, der Coach des ThSV Eisenach. Mit 27 Minuszählern (!) bei 35 Pluspunkten gehören seine Schützlinge dazu. «Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen, konzentrieren uns auf die tägliche Arbeit. Vorrangigstes Ziel ist die Weiterentwicklung der Mannschaft», erklären Karsten Wöhler und Adalsteinn Eyjolfsson. «Die beste Zweitligasaison spielen, platz- und punktemäßig», ist der Wunsch von Karsten Wöhler. Das Restprogramm habe es schließlich in sich, mit Erlangen, Hamm und Essen zuhause sowie den um den Ligaverbleib wie die Löwen kämpfenden Teams aus Rostock und Potsdam sowie dem in Richtung 1. Liga schielenden TV Emsdetten auswärts, tritt Karsten Wöhler auf die Euphoriebremse.

Im bisherigen Saisonverlauf war beim ThSV Eisenach die Unkonstanz eine Konstante. Zwei Gesichter in Heim- und Auswärtsspielen. Neu, in den letzten beiden Spielen, beim 36:30-Erfolg beim DHC Rheinland und beim 30:25-Heimsieg über den TV Bittenfeld, benötigten die Eisenacher eine dreißigminütige Anlaufphase, um dann im zweiten Abschnitt richtig aufzudrehen. «Jetzt packen wir im zweiten Abschnitt eine Schippe drauf, in früheren Jahren war es beim ThSV Eisenach ja oftmals gerade umgekehrt», erklärte ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson schmunzelnd. «Wir benötigen auch im ersten Abschnitt Geduld und Beharrlichkeit», fordert der Isländer von seinen Schützlingen.

Gebeuteltes Tabellen-Schlusslicht nicht unterschätzen!
Auch die nächste Aufgabe, das Auswärtsspiel am Sonntag, 22.04.2012 bei der HSG Düsseldorf (Anwurf um 17.00 Uhr in der Sporthalle der Heinrich-Heine-Gesamtschule, Graf-Recke-Straße 162) wird kein Frühlingsspaziergang, auch wenn die Thüringer bis auf den langzeitverletzten Philipp Lindner (Kreuzbandriss) ihr stärkstes Aufgebot zur Stelle haben. Adalsteinn Eyjolfsson, der Coach des ThSV Eisenach, war am Mittwochabend einer von 213 Zuschauern, die sich vor Ort das Nachholepunktspiel zwischen der HSG Düsseldorf und GWD Minden anschauten. Ein ungleiches Duell. Der konzentriert zu Werke gehende Tabellenführer aus Minden führte beim Tabellen-Letzten nach 25 Minuten bereits mit 15:5, brachte im zweiten Abschnitt seine Wechselspieler und siegte locker mit 35:17.

Vor einigen Wochen schien es gar, als wenn die Partie des ThSV Eisenach bei der HSG Düsseldorf nicht mehr zur Austragung käme. Die Pläne der Düsseldorfer hinsichtlich des Zusammenschlusses mit dem DHC Rheinland für die neue Saison waren geplatzt, obwohl einige Leistungsträger (wie Michael Hegemann) kurz vor dem Rückrundenstart ganz rasch zum DHC Rheinland transferiert worden; beim zuständigen Amtsgericht wurde Insolvenz angemeldet und der vorzeitige Rückzug aus dem Spielbetrieb der 2. Bundesliga angekündigt. Der wurde nun widerrufen, was auch der zweithöchsten deutschen Handballspielklasse besser zu Gesicht steht. Ronny Rogawska, der Coach der HSG Düsseldorf, für die neue Spielzeit auch noch ohne Arbeitgeber, liefert seitdem mit dem noch kleinen verbliebenen Aufgebot um Teamsprecher Tim Bauer zumeist überaus engagierte Leistungen ab. Mit Torhüter Almantas Savonis und Rückraumspieler Jan-Henrik Behrends stehen zwei ausgesprochen namhafte Akteure weiterhin im Kader. Das Team verabschiedet sich mit viel Herzblut, berichten immer wieder Augenzeugen. Der TV Emsdetten unterschätzte kürzlich das «Häuflein der Aufrechten» und trat mit einer 26:31-Pleite die Heimreise aus Düsseldorf an. Und auch der TV Neuhausen brachte am vergangenen Wochenende die zwei fest eingeplanten Pluszähler gegen die Düsseldorfer erst im Finish unter Dach und Fach (Endstand 29:24). Am Mittwochabend gegen GWD Minden liefen für die HSG Düsseldorf allerdings nur acht Feldspieler und zwei Torhüter auf, weil einige Akteure verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen, der Kader aber auch nicht mit A-Jugendlichen aufgestockt wurde. Am Sonntagabend gegen den ThSV Eisenach dürfte das Spielprotokoll wieder mit mehr Namen gefüllt sein. Der ThSV Eisenach ist gut beraten, vollste Konzentration walten zu lassen. Ungern erinnern sich die Wartburgstädter an die Hinrunde, als sie in der heimischen Werner-Aßmann-Halle beim 22:22 völlig unerwartet einen Zähler abgeben mussten. Das liegt ihnen noch schwer im Magen. «Wollen wir weiter im Vorderfeld mimischen, müssen wir zwei Pluszähler holen. Ohne Wenn und Aber», unterstreicht Eisenachs Trainer Adalsteinn Eyjolfsson.

Werbung
Top