Partie mit besonderer Brisanz

Heimserie soll fortgesetzt werden

ThSV Eisenach II empfängt den von seinem Ex-Trainer Daniel Hellwig betreuten HBV Jena

Die letzte Heimniederlage des ThSV Eisenach II datiert vom 18. Februar 2023. Gegen den späteren Landesmeister der Saison 2022/2023, den Sonneberger HV, unterlag das Team um Spielertrainer Qendrim Alaj mit 30:33. Es folgten 9 Heimsiege hintereinander. Auch auswärts blieb der ThSV Eisenach II auf Erfolgskurs. Bis zum vergangenen Wochenende. Da setzte es eine völlig unerwartete 32:33-Niederlage beim Rumpfteam des SV Town & Country Behringen/Sonneborn.

Der ThSV Eisenach II will zumindest die Heimserie fortsetzen. Doch das dürfte schwer werden. Am Samstag, 04.11.2023 gastiert um 19.30 Uhr mit dem HBV Jena der Absteiger aus der Mitteldeutschen Oberliga, in dessen Reihen inzwischen Spieler aus 9 Nationen stehen, in der Werner-Aßmann-Halle. Besondere Brisanz erfährt die Partie dadurch, dass auf der Bank der Zeiss-Städter mit Daniel Hellwig ein Ex-Trainer der Zweiten des ThSV Eisenach sitzt. Dessen Abgang im Januar dieses Jahres, unmittelbar vor Beginn der Rückrunde der Saison 2022/2023, nicht gerade geräuschlos verlief. Auch wenn es nicht offen ausgesprochen wird, gegen das Team des Ex-Trainers zu spielen, wird als zusätzliche Motivation gehandelt.

© Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Wieder dabei: Julius Brenner.

Daniel Hellwig: Ein Ligaspiel wie jedes andere

Daniel Helwig selbst sieht die samstägliche Begegnung offiziell als „Ligaspiel wie jedes andere“. Lediglich die Anfahrt sei sehr kurz. Er wohnt in Breitungen. Zum viermaligen Mannschafts-Training in der Woche hat er stets eine 230 Kilometer-Strecke (Hin- und Rückfahrt) nach Jena zu bewältigen. Daniel Hellwig schwärmt in den höchsten Tönen von seiner Mannschaft.

In Jena gibt es eine klare Aufgabenstellung: Leistungssport zu installieren. Junge ausländische Spieler, voll berufstätig oder im Studium, stellen sich der Thematik Leistungssport. Alle im Team wollen sich dem bedingungslos unterordnen, erläutert Daniel Hellwig.

Für das junge Team käme ein Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga aktuell zu früh. Dass die 4. Liga aber auf der Agenda steht, daraus macht Daniel Hellwig kein Hehl. Aktuell weist der HBV Jena eine ausgeglichene Punktbilanz auf, resultierend aus einem 30:22-Sieg in Behringen (!) und einem 38:24-Heimerfolg über den SV Aufbau Altenburg sowie einer 24:26-Niederlage bei der HSG Werratal und einer klaren 27:35-Heimpleite gegen die SG Suhl/Goldlauter.

Ich will in Eisenach den nächsten Entwicklungsschritt in die richtige Richtung sehen, blickt Daniel Hellwig auf den Samstagabend in seiner einstigen Wirkungsstätte.

Mit Blick auf die personelle Besetzung spricht er zwei Tage vor der Partie aufgrund von Krankheit und Verletzungen von einer „Wundertüte“, hofft auf die Rückkehr des einen oder anderen Schützlings von der Krankenstation.

© Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Maarten Elwert gehört zur Jugendbrigade.

Qendrim Alaj: Wut in zusätzliche Motivation umwandeln

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Von einer gewissen Wut über die selbst verschuldete Niederlage am vergangenen Spieltag in Behringen spricht Qendrim Alaj. Diese soll, geht es nach dem Spielertrainer des ThSV Eisenach II, in zusätzliche Motivation umgewandelt werden.

Nach der SG Suhl/Goldlauter wollen wir ein weiteres Spitzenteam der Liga mit zwei Minuszählern im Gepäck zurück schicken, so Qendrim Alaj.

In einer furiosen Partie vor stimmungsvoller Kulisse hatte der ThSV Eisenach II die SG Suhl/Goldlauter mit 37:36 bezwungen.

Daran wollen wir anknüpfen, gibt Qendrim Alaj klar als Marschrichtung aus.

Der bei der Niederlage in Behringen schmerzlich vermisste Julius Brenner ist aus dem Urlaub zurück und wieder dabei. Ole Gastrock-Mey steht nach seinem Kreuzbandriss nicht vor dem neuen Kalenderjahr zur Verfügung. Qendrim Alaj (erkrankt) und Armend Alaj (Knieprobleme) konnten Anfang der Woche nicht trainieren.

Ein Vorteil für uns, wir kennen die Spielphilosophie vom Trainer des HBV Jena, grinst Qendrim Alaj.

Nach dem Abstieg aus der Mitteldeutschen Oberliga habe sich das personelle Gesicht des HBV Jena grundlegend verändert.

Mit Tempo-Handball, mit Leidenschaft und Kampf wollen wir als Sieger das heimische Parkett verlassen und unsere Heimserie fortsetzen, blickt Qendrim Alaj auf den Samstagabend.

Für das Tor stehen Bastian Freitag und Aron Büchner bereit. Kapitän Philipp Urbach und Florian Müller teilen sich die Aufgaben auf Rechtsaußen, wollen das „Fahrkarten-Werfen“ der Vorwoche nicht wiederholen. Zum Aufgebot werden auch wieder etliche A-Jugendliche gehören, die am Wochenende möglicherweise vor Doppelschichten stehen

Th. Levknecht