Paukenschlag!

Eisenachs Marko Grgic steht im Kader der deutschen Handballnationalmannschaft für Olympia

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Marko Grgic jubelt beim Eisenacher Derbysieg in Leipzig.

Das ist ein Hammer! Marko Grgic, 20-jähriger Rückraumspieler des ThSV Eisenach, steht im Kader der deutschen Handballnationalmannschaft für die bevorstehenden Olympischen Spielen. Erst kürzlich feierte der in Eisenach geborene Schwarzschopf im Testspiel gegen Schweden sein Debüt in der Handballnationalmannschaft.

Offen gesagt, als ich Marko das erste Mal anhand der Videos gescoutet habe, wollte ich unter allen Umständen, dass er nach Eisenach kommt. Ich wusste schnell, dass der Junge über ein riesiges Potential verfügt. Mir war bewusst, dass er es durchaus in die Nationalmannschaft schaffen könnte, aber dass es so schnell geht, so kühn war selbst ich nicht, erklärte kürzlich Maik Nowak, der Sportliche Leiter des ThSV Eisenach.

Nun steht der Rechtshänder vor der Teilnahme am größten sportlichen Ereignis der Welt überhaupt. Bundestrainer Alfred Gislason berief Marko Grgic in den Kader für Olympia!

© Ch. Heilwagen / ThSV Eisenach
Marko Grgic beim Torwurf für den ThSV Eisenach in der Partie gegen den SC Magdeburg.

Danijel Grgic, der Vater von Marko Grgic, spielte von 2003 bis 2005 für den ThSV Eisenach in der 1. und 2. Handballbundesliga. Während dieser Zeit erblickte Sohn Marko das Licht der Welt. Die Familie Grgic zog es ins Saarland. Bei der HG Saarlouis kletterte Danijel Grgic in die Rolle eines „Volkstribunen“. Sohn Marko erlernte hier das Handball-ABC, wechselte im Sommer 2022 zum ThSV Eisenach. Hier ist er seitdem doppelt gefordert, als Handballprofi und in der Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Wartburg-Sparkasse, Partner des ThSV Eisenach. Gerade absolviert er die letzten Prüfungen. Mit dem ThSV Eisenach schaffte er den Klassenerhalt in der 1. Handballbundesliga. Der Großteil der Handballexperten hatten den Aufsteiger von der Wartburg vor der Saison als sicheren Absteiger eingestuft. Der junge Marko Grgic übernahm viel Verantwortung. Bei 27 Einsätzen markierte er 100 Tore. Sein Vater Danijel Grgic hat seit Februar die Aufgaben des Jugendkoordinators beim Thüringer Traditionsverein übernommen.

Die eingeladenen Spieler wissen jetzt, wie ihr Sommer aussieht, sagt Auswahltrainer Alfred Gislason.

Torhüter Andreas Wolff ist offiziell der erfahrenste Spieler mit 158 Länderspielen und der Olympiamedaille von Rio 2016. Christoph Steinert ist mit 34 Jahren der derzeit älteste Akteur im Team. Die Rolle des Jüngsten nimmt Marko Grgic mit 20 Jahren ein. Zudem hat er auch mit seinem Länderspieldebüt im Mai die geringste Erfahrung. Zum Stichtag 1. Juli kommt die aktuelle Formation auf ein Durchschnittsalter von 26,5 Jahren; sechs Spieler sind ab dem Jahr 2000 geboren. Neben Wolff besitzen die Kreisläufer Golla und Jannik Kohlbacher sowie Spielmacher Juri Knorr noch bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio gesammelte Handball-Erfahrungen im Zeichen der Ringe.

Der Kader von Deutschland für Olympia:
Für das Tor Joel Birlehm und David Späth (beide Rhein-Neckar Löwen) und Andreas Wolff (Barlinek Industria Kielce) sowie die Feldspieler Rune Dahmke (THW Kiel) und Lukas Mertens (SC Magdeburg) auf Linksaßen, Tim Hornke (SC Magdeburg) auf Rechtsaußen, Christoph Steinert (HC Erlangen) für Rechtsaußen und Rückraum rechts, Julian Köster (VfL Gummersbach) und Marko Grgic (ThSV Eisenach) für Rückraum links, Juri Knorr (Rhein-Neckar Löwen), Marian Michalczik (TSV Hannover Burgdorf) und Luca Witzke (SC DHfK Leipzig) für Rückraum Mitte, Franz Semper (SC DHfK Leipzig) und Renars Uscins (TSV Hannover-Burgdorf) für Rückraum rechts, Justus Fischer (TSV Hannover-Burgdorf), Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) und Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) für die Kreismitte.

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Die Kaderzusammenstellung bei Olympia war für den Handball Bundestrainer noch einmal anspruchsvoller, denn lediglich vierzehn Spieler und drei Ersatzspieler dürfen im Laufe des Turniers eingesetzt werden. Und diese müssen aus dem 35er-Kader kommen. Wer auf diesem fehlt, hat keine Chance auf den Einzug ins olympische Dorf.

Wir haben einen starken Kreis zusammen, und wir freuen uns auf dieses Team und den Weg.

Wer zur Auswahl zählt, erhält ein individuelles Programm von Dr. Simon Overkamp – damit kümmert sich der Bundestrainer Athletik dezentral, aber maßgeschneidert um den physischen Aufbau für die Olympischen Spiele.

Mit Handball, sagt Gislason, werden die Spieler bis zum Start unserer gemeinsamen Vorbereitung noch nichts zu tun haben.

© Peter Gebhardt / ThSV Eisenach
Marko Grgic mit ganz viel Power beim Eisenacher Sieg in Mannheim gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Es waren schwierige Entscheidungen zu treffen, aber das spricht letztlich auch für die Qualität und die daraus resultierende Konkurrenz. Die jetzt eingeladenen Spieler befinden sich sicher in einer Pole-Position, um in Paris dabei zu sein, meint Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes.

Auf den Linkshänderpositionen konnte sich Tim Hornke vom SC Magdeburg in den Fokus spielen, ist damit der einzige „echte“ Rechtsaußen im DHB-Kader. Im Vergleich zur Handball-EM bleiben Timo Kastening und Lukas Zerbe außen vor. Auch Kai Häfner reist nicht zu den Spielen von Paris. Christoph Steinert konnte mit seiner Stärke bei den Siebenmetern und der Option auf Rechtsaußen zu spielen noch punkten. Auch Franz Semper und Renars Uscins erhielten eine Einladung, Nils Lichtlein konnte hingegen nicht seine Vielseitigkeit gewinnbringend nutzen.

Bei den Rechtshändern im Rückraum gab es im Vergleich zur Handball-EM kein Ticket für Sebastian Heymann, Philipp Weber und Martin Hanne. Stattdessen spielte sich Marko Grgic vom ThSV Eisenach ins Aufgebot des Bundestrainers. Auf den anderen Positionen gab es hingegen keine Veränderungen im Vergleich zur Heim-EM. Im Tor vertraut Gislason auf das Duo Andreas Wolff und David Späth, auch Joel Birlehm ist als weiterer Keeper dabei. Die linke Außenbahn decken Lukas Mertens und Rune Dahmke ab. Am Kreis ist Kapitän Johannes Golla ebenso mittlerweile etabliert wie Jannik Kohlbacher und Justus Fischer.

Th. Levknecht