Rettungsschwimmen: Lena Oppermann erstmals Europameisterin bei den Frauen
Bad Nenndorf/Stettin. Nach ihren Erfolgen bei den World Games in China hat sich Rettungsschwimmerin Lena Oppermann aus dem Nationalteam der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nun in Polen erstmals bei den Frauen zur Europameisterin im Einzel gekrönt. Die 20-Jährige von der DLRG Halle-Saalekreis gewann am Dienstag zunächst Gold über 50 Meter Retten einer Puppe und siegte einen Tag später in der Disziplin 100 Meter Kombinierte Rettungsübung. „Ich bin überglücklich, dass ich das geschafft habe. Gerade nach so erfolgreichen World Games ist es nicht einfach, zwei Wochen später noch einmal so abzuliefern“, sagte die Eisenacherin. In China gewann sie in beiden Disziplinen Silber und sammelte insgesamt sechs Medaillen.
Zur Halbzeit bei der Europameisterschaft im Rettungsschwimmen in Stettin und Misdroy stehen für Lena Oppermann insgesamt drei Medaillen zu Buche. Neben ihren beiden Einzelerfolgen gewann sie zudem Bronze mit der gemischten Rettungsstaffel. „Lena hat ihre Erfolgswelle fortgeführt. Das ist sehr beeindruckend, wie sie hier performt“, sagte der Teammanager des DLRG Nationalteams, Holger Friedrich.
Generationswechsel eingeläutet
Gewannen die deutschen Rettungsschwimmerinnen bei den Weltspielen der nichtolympischen Sportarten vor knapp drei Wochen in Chengdu noch drei Goldmedaillen in drei Teamwettbewerben, gingen sie diesmal leer aus. Nach einem Umbruch ist Oppermann in Polen das einzige Mitglied des erfolgreichen Frauenteams, das in den vergangenen Jahren zahlreiche Titel gewann und Rekorde aufstellte. „Wir haben einen Generationswechsel in der offenen Altersklasse. Einige Erfolgsgaranten sind nicht mehr dabei. Wir freuen uns, dass wir dennoch bis hierhin gute Ergebnisse erzielen konnten; viele vierte und fünfte Plätze, die in der Gesamtwertung fast ebenso helfen wie Medaillen“, erklärte Holger Friedrich.
Vor den Wettbewerben am Strand und im Freigewässer liegt das deutsche Team in der im Rettungssport wichtigen Nationenwertung auf Rang vier. Italien, Frankreich und Spanien sind bereits weit voraus. Holger Friedrich: „Ob nach vorn noch was geht, wird davon abhängen, wie gut wir in die Freigewässerwettkämpfe starten und wie gut die Bedingungen uns liegen.“
Lena Oppermann wird das Team ab Freitag vor allem anfeuern. Zum Einsatz kommt sie während der Wettkampftage am Ostseestrand von Misdroy allenfalls noch in der Gurtretter-Staffel.
Herrmann gewinnt Gold bei den Junioren
Erfolgreicher als die Männer und Frauen ist der DLRG Nachwuchs bei parallel stattfindenden Junioren-Europameisterschaft. Das Team um Fabian Herrmann aus Halle an der Saale gewann in den Schwimmbaddisziplinen zwölf Medaillen und wiederholte damit das Ergebnis aus dem Vorjahr, als die Veranstaltung in Riesa und Mücheln ausgetragen wurde. Herrmann sammelte einen kompletten Medaillensatz mit dem Team, das sich unter anderem über Gold im 4×25 Meter Retten einer Puppe freute. In der Zwischenwertung liegen die Junioren auf Rang drei, in Reichweite zu Italien auf dem zweiten Platz.
Europameisterschaft im Rettungsschwimmen
Die vom Kontinentalverband International Life Saving Federation of Europe ausgetragene Europameisterschaft im Rettungsschwimmen findet alle zwei Jahre statt. Parallel dazu trägt der Nachwuchs im Rettungssport dieses Jahr die Junioren-Europameisterschaft aus. Beide Wettkämpfe enden am Sonntag (31. August). Insgesamt nehmen mehr als 300 Rettungssportler aus rund 20 Ländern teil.
Über den Rettungssport
Der Rettungssport ist die Wettkampfvariante des Rettungsschwimmens. Er entstand aus der Idee heraus, Menschen für den Wasserrettungsdienst zu gewinnen. Gute Rettungssportler sind auch gute Rettungsschwimmer. Der Sport kann im Ernstfall helfen, Leben zu retten. Kraft, Kondition, Schnelligkeit und die Beherrschung der Rettungsgeräte sind Voraussetzung dafür, im Wettbewerb konkurrenzfähig sein zu können. 2029 kehren mit den World Games die derzeit bedeutendsten Wettkämpfe im Rettungssport nach Karlsruhe zurück, wo im Jahr 1988 die zweite Auflage stattfand. 2032 könnte der Rettungssport sogar erstmals olympisch werden: bei den Olympischen Sommerspielen in Brisbane (Australien).
