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Schwarze Serie beendet

ThSV Eisenach II bejubelt 35:34 (15:18) -Erfolg über den VfB Mühlhausen • Kapitän Qendrim Alaj sowie die 17-jährigen Youngster Bastian Freitag und John Katzwinkel mit wichtigen Akzenten

In der 60. Minute markierte Rückraumspieler Markus Bergmann seine Treffer Nummer 17 und 18 (!!) für den VfB Mühlhausen. Auf den Spielausgang hatte das keinen Einfluss mehr. Gejubelt hat der ThSV Eisenach II, dem mit einem 35:34 (15:18) der erste Erfolg seit 5 Jahren über das Team aus dem Unstrut-Hainich-Kreis gelang. Zu den Protagonisten beim Sieger zählten der 30-jährige Kapitän und Regisseur Qendrim Alaj (9 Treffer), bei seinem ersten Einsatz im ThSV-Männerbereich der 17-jährige Rückraumspieler John Katzwinkel (8 Treffer aus 10 Versuchen) und der 17-jährige Torhüter Bastian Freitag, für den 16 abgewehrte Bälle notiert wurden.

Endlich haben wir die schwarze Serie durchbrochen. Über Kampf und Emotionen, mit einer sehr guten Teamleistung, wobei alle am Limit gespielt haben, fasste ein aufgekratzter Qendrim Alaj die 60 Minuten zusammen.

Auch sein Team musste auf etliche Spieler, u.a. Rückraum-Shooter Ole Gastrock-Mey (erkrankt), verzichten.

Comeback des Ex-Eisenachers Christopher Kaufmann
Aufgrund von Personalproblemen hatte der VfB Mühlhausen Rückraumspieler Christopher Kaufmann aus dem Handball-Ruhestand reaktiviert. Der 36-jährige Bürgermeister von Sundhausen hatte in der Saison 2016/2017 als Freundschaftsdienst für den damaligen Trainer Christoph Jauernik beim ThSV Eisenach in der 2. Bundesliga ausgeholfen, betätigte sich sportlich als Fußballtrainer in Sundhausen. Nun das überraschende Comeback auf dem Handballparkett.

Bis Weihnachten helfe ich aus, erklärte Christopher Kaufmann nach dem Abpfiff in der Werner-Aßmann-Halle.

ThSV Eisenach II war nur 40 Minuten der „Lieblingsgegner“
Auch seine 6 Treffer vermochten die Niederlage des VfB Mühlhausen nicht zu verhindern, obwohl dieser nach 40 Minuten gegen seinen „Lieblingsgegner“ 25:20 führte.

Vom Spielverständnis und der Spielanlage waren wir wohl besser. Im Schlussgang verließen wir unser erfolgreiches Konzept, resümierte Christopher Kaufmann.

Der auch in der Halle weilende Edmund Nositschka, einst Erstligaspieler bei Motor Eisenach, später erfolgreicher Trainer im ThSV-Nachwuchs, erfolgreich auch als Coach beim VfB Mühlhausen, als Ruheständler noch einmal auf die Trainerbank des Männer- Landesligisten SV Petkus Wutha-Farnroda zurückgekehrt, mit dem er am Wochenende die SG Schnellmannshausen mit 30:19 klar distanzierte und damit den 3. Sieg im 3. Spiel feierte, hatte ein „flottes Spiel mit vielen torreifen Szenen gesehen“.

Die nie aufsteckende junge Eisenacher Mannschaft hat sich mit einem glücklichen Sieg belohnt. Die Wechselmöglichkeiten beim VfB Mühlhausen waren begrenzt. Durch die Umstellung auf eine offensive Abwehr brachten die Eisenacher die Gäste ins Strudeln. Der junge ThSV-Keeper parierte in der Schlussviertelstunde wichtige Bälle, ließ die Torhüter-Waage zugunsten seines Teams ausschlagen, resümierte Edmund Nositschka.

hSV-Coach Daniel Hellwig: Ich vertraue allen vier Außen
Von einem „verdienten Sieg“ sprach ThSV-Coach Daniel Hellwig. Auch er sah die Deckungsumstellungen auf ein 3:3- und später 5:1-System als Knackpunkt.

Und vorn unterliefen uns dann – im Gegensatz zur ersten Halbzeit – keine Fehlwürfe mehr, vermerkte Daniel Hellwig.

Sein Team müsse das Gewinnen noch lernen. Dass Joel Stegner und Philipp Urbach auf den Außenpositionen durchspielten, Florian Müller und Bastian Kemmler die Zuschauerrolle blieb, sei planmäßig gewesen.

Ich vertraue allen vier Außen. In Sonneberg hatten Florian Müller und Sebastian Kemmler durchgespielt, erläuterte Daniel Hellwig.

Lob zollte er seinem „Greenhorn“ John Katzwinkel:

Sein Mitwirken hat uns gutgetan. Er macht sich keinen Kopf, ist mit seiner Geschwindigkeit in die Tiefe gegangen, muss natürlich noch beharrlich weiter an sich arbeiten.

VfB-Coach Karsten Knöfler: Wir haben zum Ende hin den Faden verloren
Der gerade aus dem Urlaub zurückgekehrte Mühlhäuser Coach Karsten Knöfler haderte mit seinem Team, aber auch den Schiedsrichtern Mario Beyer und Stefan Scholz. Letztere hätten in Serie 4 Schritte des Eisenachers Julius Brenner nicht geahndet.

In der Crunchtime wurde uns die schnelle Mitte weggepfiffen, befand Karsten Knöfler. Letztendlich haben wir uns die Niederlage selbst zuzuschreiben, haben den Faden verloren, unser Erfolgskonzept verlassen. Markus Bergmann hat die durch unser Angriffsspiel sich bietenden Lücken effektiv genutzt. Der im Spielverlauf verletzte Kreisläufer Yannick Fritzlar fehlte uns dann doch sehr. Entscheidend sicher auch, die Steigerung des jungen Eisenacher Torhüters in der Schlussviertelstunde, fügte der ehemalige ThSV-Nachwuchstrainer hinzu.

VfB Mühlhausen schien Erfolgsgeschichte fortzuschreiben
Über weite Strecken schien der VfB Mühlhausen auf gutem Weg, seine Erfolgsgeschichte gegen den ThSV Eisenach II fortzuschreiben. Natürlich auch, weil die Mühlhäuser ihr bekanntes Kreisläuferspiel aufzogen, ihnen dafür 10 Strafwürfe zuerkannt wurden, und weil Markus Bergmann schier nach Belieben einnetzte. Nur beim 4:3 (7.) durch den tatendurstig beginnenden Nawid Karimi-Zand führten die Gastgeber. Ihre allseits bekannten Stärken nutzend, trafen die Gäste um Konstantin Fick zum 10:15 (Fritzlar, 21.) und einem Kaufmann-Doppelpack zum 14:18 (30.). Selbstbewusst starteten die Knöfler-Schützlinge auch in die zweite Halbzeit, wehrten die Versuche einer Aufholjagd der Gastgeber zunächst ab. Markus Bergmann netzte zum 20:25 ein (40.).

Eisenacher Abwehrumstellung brachte Gäste aus dem Konzept
Eisenachs Deckungsumstellung und der noch einen Gang zulegende Eisenacher Rückraum mit Julius Brenner, Qendrim Alaj und John Katzwinkel setzten die Segel auf Sturm. Beim 26:27 (46.) markierte Qendrim Alaj den Anschlusstreffer. John Katzwinkel besorgte aus dem rechten Rückraum den 27:27-Ausgleich (48.). Markus Bergmann und Christopher Kaufmann antworteten zum 27:29 (50.). Es folgende ein spannungsgeladenes Finish. ThSV-Keeper Bastian Freitag parierte gegen den frei vor ihm auftauchenden Felix Fick, ThSV-Youngster John Katzwinkel markierte mit vollster Überzeugung die Treffer zum 30:29 (54.). und 31:30 (53.). Markus Bergemann kassierte eine Zeitstrafe. Konstantin Fick verwandelte vom Strich zum 31:31 (54.). Die Gastgeber initiierten Angriffszüge zu beiden Außenpositionen. Joel Stegner versenkte von Linksaußen zum 32:31, Philipp Urbach von Rechtsaußen zum 33:31 (jeweils 55.Min.). Eisenachs Hristijan Remenski musste für zwei Minuten auf die Bank, Konstantin Fick verwandelte zum 33:32 (57.). Schlitzohrig versenkte Qendrim Alaj einen Freiwurf direkt zum 34:32 (59.). Ein Kaufmann-Ball verfehlte das ThSV-Gehäuse. Julius Brenner powerte zum 35:32 ein. Da waren noch 57 Sekunden zu spielen. Die reichten nur zum Aufstocken der Bestmarke von Markus Bergmann….

Statistik
ThSV Eisenach II: Freitag, Büchner; Müller, Brenner (6), Urbach (1), Remenski (1), Stegner (4), Kemmler, Schlotzhauer (1), Karimi-Zand (5), Lehmann, Q. Alaj (9/3), Katzwinkel (8)
VfB TM Mühlhausen: Winkler, Randhage; Bergmann (18/4), Ginov (1), Adam, F. Fick (2), Kaufmann (6/1), K. Fick (2/2), Bauer (1), Harder Fritzlar (4)
Siebenmeter: ThSV Eisenach II 3/4 – VfB Mühlhausen 7/10
Zeitstrafen: ThSV Eisenach II 4 x 2 Min. – VfB Mühlhausen 5 x 2 Min.
Schiedsrichter: Beyer/Scholz
Zuschauer: 250

Th. Levknecht

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