Sekunden fehlen zum Sieg – unfassbar! ThSV Eisenach II geht 31 Sekunden vor der Sirene 28:27 in Führung, unterliegt dem HC Elbflorenz II aber 28:29 (12:16)

Bildquelle: Armend Alaj
Kaum zu glauben! Ole Gastrock-Mey wuchtete 31 Sekunden vor Ultimo zur 28:27-Führung für den ThSV Eisenach II ein. Die Gäste vom HC Elbflorenz II glichen 24 Sekunden vor der Sirene zum 28:28 aus. Statt besonnen den letzten Angriff zu Ende zu spielen, unterlief in Überhast ein technischer Fehler. Die Gäste setzten zu einem pfeilschnellen und präzise vorgetragenen Konter an, den Maurice Kriegel mit der Sirene zum 28:29 einnetzte. Der bittere K.o. für den ThSV Eisenach II, dessen Spieler fassungslos auf dem Parkett lagen. Das Perspektivteam des ambitionierten Männer-Zweitbundesligisten von der Elbe bejubelte einen kaum für möglich gehaltenen Sieg. „Ein Super-Spiel, eine Super-Stimmung in der Halle. Als wir 8 Minuten vor dem Ende mit 3 Toren im Rückstand lagen, sind wir cool geblieben. Cooler als der ThSV Eisenach“, strahlte Gonzalo Tajuelo, der Coach des HC Elbflorenz II, der seinen gesamten Kader zum Einsatz brachte. „Das wären Bonuspunkte gewesen. Die Mannschaft hat gezeigt, was sie kann, muss dies aber mit aller Konsequenz durchgängig auf das Parkett bringen“, erklärte ThSV-Nachwuchskoordinator Mark Dragunski, der wieder das Coaching auf der Bank übernommen hatte. Was der Ex-Nationalspieler anordnete, funktionierte auch, hätte fast zum Sieg über den Tabellen-Zweiten geführt. Die letzten Sekunden wurde die Order nicht eingehalten. „Mit Undiszipliniertheiten bringen wir uns um den Sieg“, ärgerte sich der schon an vielen Handballschlachten teilnehmende Mark Dragunski.

Mit 4 Rückraumspielern die Dominanz übernommen
Nach dem 4-Tore-Rücjstand zur Pause kämpfte sich der ThSV Eisenach II zurück ins Spiel. Mark Dragunski setzte nun im Angriff auf 4 Rückraumspieler: Ole Gastrock-Mey, Duje Miljak, Qendrim Alaj und Armend Alaj. Mit Erfolg! Die Abwehr um Oldie Miljak mit einem sich steigernden Stanislaw Gorobtschuk im Tor stoppte zudem das Angriffsspiel der Gäste. Einen 16:19- Rückstand (39.) verwandelte der ThSV Eisenach II in einen 24:21-Führung (49.). „Wir hatten die Spielkontrolle übernommen, schlossen unsere Angriffszüge konsequent ab“, beschrieb Spielertrainer Qendrim Alaj, der sich wieder auf seine Rolle als Angriffsregisseur konzentrierte, diese Phase. Im jungen Rechtsaußen Marec Stupka hatten die Wartburgstädter im zweiten Abschnitt einen sicheren Siebenmeter-Vollstrecker gefunden, der auch in der Abwehr beherzt zugriff. Ein Sieg gegen den Tabellen-Zweiten war greifbar. Den Anschlusstreffer der Sachsen (24:23/ 51.) beantworteten Ole Gastrock-Mey und Qendrim Alaj mit ihren Treffern zum 26:23 (53.). Conrad Ruppert eroberte das Leder. „Wir hatten die Gäste sicher im Griff“, waren sich Mark Dragunski und Stanislaw Gorobtschuk in der Nachbetrachtung einig. „Statt besonnen weiterzuspielen, verstrickten wir uns in Diskussionen über Schiedsrichter-Entscheidungen“, merkte Marec Stupka kritisch an. Qendrim Alaj kassierte eine unnötige Zeitstrafe wegen Spielverzögerung, weil er den Ball nicht schnell genug freigab (53.). „Diese Zeitstrafe, Fehlwürfe aus besten Positionen und Fehlabspiele warfen uns aus der Bahn“, ärgerte sich Mark Dragunski. „Inkonsequente Abschlüsse eröffneten den Gästen die Möglichkeit zu Tempogegenstößen“, rekapitulierte Stanislaw Gorobtschuk. Ausbleibende Siebenmeter-Pfiffe monierte Qendrim Alaj. Ein 4:0-Tore-Lauf sah die Gäste beim 26:27 (56.) plötzlich vorn. Mit Angriffszügen zum Kreis waren sie erfolgreich. Pech für die Gastgeber, ein Lattenunterkante-Ball vom in Angriff und Abwehr sich völlig verausgabenden Duje Miljak sprang beim Stand von 27:27 ins Feld zurück (59.) Stanislaw Gorobtschuk wehrte mit seiner 13. Parade den folgenden Wurf der Sachsen ab. Mark Dragunski rief 41 Sekunden vor der Sirene seine Mannen zur Besprechung der letzten Sekunden zusammen. Zehn Sekunden nach Wiederanpfiff zappelte eine Fackel von Ole-Gastrock-Mey, der 5. Treffer aus 7 Versuchen, zum 28:27 im Kasten des HC Elbflorenz II. Doch es reichte letztendlich nicht mal zu einem Zähler.



„Wir hätten die Punkte so dringend gebraucht!“
„Wir haben gezeigt, wir gehören in diese Liga. Wir geben nicht auf. Wir haben jetzt eine Woche Pausen und fahren dann zu einem direkten Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt, der HSG Freiberg“, blickt Qendrim Alaj nach vorn. „Völlig unnötig diese Niederlage. Wir hätten die Punkte so dringend gebraucht. Der Weg ist der richtige, seit Mark Dragunski da ist“, unterstrich Stanislaw Gorobtschuk. Der Torwarttrainer und Teammanager der Eisenacher Bundesliga-Mannschaft hatte in der Phase nach dem 26:23 kein Verständnis für Dreher oder Kempa. Der Versuch technischer Kabinettstückchen wurde zum Bumerang. „Es waren in so einem engen Spiel ein oder zwei Fehler zu viel“, befand Marec Stupka. In der Statistik von Betreuer Jan Gesell standen 12 technische Fehler, 6 in der ersten und 6 in der zweiten Halbzeit. Er hatte 8 Fehlwürfe in der ersten und die gleiche Zahl in den zweiten 30 Minuten notiert.
Erste Halbzeit ging an das Perspektivteam aus Sachsen
Das Perspektivteam des HC Elbflorenz, mit Philip Kryszon als erfahrenen Mittelmann (29 Jahre), startete temposcharf, zog nach einfachen Kreuzungen aus der Distanz zum 3:7 ab (11.). Der ThSV Eisenach II, mit Ardit Ukaj auf Links- und Marec Stupka auf Rechtsaußen, Ole Gastrock-Mey, Qendrim Alaj und Armend Alaj im Rückraum. Conrad Ruppert am Kreis und Stanilslaw Gorobtschuk beginnend, fand auch nach einer frühen Auszeit schwer zu spielerischer Sicherheit. Mit Leichtigkeit schlossen die Sachsen zum 5:9 ab (15.), verloren aber Timo Schwaiger nach grobem Foulspiel an Armend Alaj per roter Karte. Qendrim Alaj scheiterte in der 16., Armend Alaj in der 22. Minute vom Siebenmeter-Strich am 20-jährigen Gästekeeper Oliver Sandin. Dieser kaufte auch dem freien Conrad Ruppert das Leder ab (25.). Der 42-jährige Duje Milak übernahm Verantwortung beim Torwurf, traf zum 11:13 (26.) und – nach zwei Hoffmann-Treffern der Sachsen – zum 12:15 (29.). Zu Beginn der zweiten Halbzeit, beim Stand von 13:18 (35.) schien der HC Elbflorenz II auf Kurs Auswärtssieg. Die Eisenacher übernahmen das Ruder, standen am Ende aber mit leeren Händen da.

Statistik
ThSV Eisenach: Gorobtschuk, Büchner, Mingram; Brenner, Rehm, Nothum, Stupka (5/3), Ruppert (1), Schlotzhauer, Kryeziu, Miljak (4), Gastrock-Mey (5), Ukaj (1), A. Alaj (6), Katzwinkel (1), Q. Alaj (5/1(
HC Elbflorenz II: Sandin, Prager; Palm (1), Schwaiger (3), Schnurpel, Wujczak (2), Kaubitsch (1), Nitsche (2), Bilhastre (5/4), Aklas (3), Hoffmann (2), Kryszon (5), Kriegel (4), Klepp (1)
Siebenmeter: ThSV Eisenach II 4/6 – HC Elbflorenz II 4/5
Zeitstrafen:
ThSV Eisenach II 4 x 2 Min –
HC Elbflorenz II 3 x 2 Min, Rot für Schwaiger nach grobem Foulspiel 16.)
Schiedsrichter: Franke/PerllZuschauer: 222
