Werbung

Siegtreffer in letzter Sekunde

Was für eine Dramatik in der Nordhäuser Ballspielhalle! Der hier beheimatete Nordhäuser SV hatte im Punktspiel der Handball-Thüringenliga der Männer gerade zum 26:26 ausgeglichen. Noch waren 15 Sekunden zu absolvieren. Die 17/18-jährigen Youngster des ThSV Eisenach II starteten ihren letzten Angriffszug. Rückraumspieler Tim Rodrian bediente Linksaußen Moritz Rahn, der den guten Sören Ahlert im Kasten der Gastgeber zum siegbedeutenden Treffer überwand. Der ThSV Eisenach II verbuchte mit einem 27:26 (15:14)-Erfolg zwei ganz wichtige Zähler. Überschäumende Freude im Eisenacher Lager um Coach Christoph Jauernik, tiefe Enttäuschung im Nordhäuser Lager. Mit diesem Doppelpunktgewinn schöpft der ThSV Eisenach II neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Er belegt aktuell Tabellenplatz 12 mit nur einem Zähler Rückstand auf Tabellenplatz 10, den derzeit der SV Aufbau Altenburg (28:30- Niederlage beim SV Behringen/Sonneborn) innehat. Zum auf Tabellenplatz 9 rangierenden Nordhäuser SV beträgt der Rückstand allerdings fünf Zähler. Der zehnte Tabellenplatz sollte – auch eingedenk möglicher Absteiger aus der Mitteldeutschen Oberliga – für den Verbleib in Thüringens höchster deutscher Männerhandball-Spielklasse reichen.

Fünf-Tore-Führung aus der Hand gegeben
«Wir hatten es Mitte der zweiten Halbzeit selbst in der Hand, für eine Vorentscheidung zu sorgen», bilanzierte Christoph Jauernik. Beim Stand von 18:23 (44.) versäumte es der ThSV Eisenach «den berühmten Sack zuzubinden». Gute Tormöglichkeiten verstrichen ungenutzt. Stefan Albrecht, der Coach des Nordhäuser SV, vor Jahren Jugendkoordinator und Nachwuchstrainer beim ThSV Eisenach, stellte auf eine offensive 4:2-Abwehrvariante um. Der für den Schlussabschnitt die zentrale Aufbauposition begleitende Philipp Hempel und Rückraum-Kollege Tim Rodrian wurden an die kurze Leine genommen. Das sorgte doch für erhebliche Hektik in den Eisenacher Reihen. Jason Mignon, der zuvor drei Strafwürfe sicher verwandelt hatte, scheiterte beim Stand von 21:24 von der Siebenmeterlinie (52.). Die Rolandstädter um den torgefährlichen Thomas Riemekasten (7 Treffer) glichen zum 24:24 aus. ThSV-Coach Christoph Jauernik bewies viel Mut, beorderte den gerade 17 Jahre gewordenen Linkshänder Jonas Richardt in den rechten Rückraum, der zwei Mal erfolgreich zum 24:26 (55.) abzog. Doch die Hausherren glichen mit der Schlussoffensive zum 26:26 aus (60.). Der letzte finale Wurf zum glücklichen aber nicht unverdienten Spielausgang folgte.

Starker Auftritt von Rechtsaußen Maximilian Jäschke
In der Startformation mit Christopher Gladis auf Links- und Maximilian Jäschke auf Rechtsaußen, Lucas Zemann im linken und Tim Rodrian im rechten Rückraum, Jason Migon als Spielgestalter, Tim Voigt am Kreis und Adrian Winkler im Tor erarbeitete sich der ThSV Eisenach II im ersten Abschnitt ein leichtes Übergewicht. Adrian Winkler überzeugte als Keeper mit gutem Stellungsspiel und schnellen Reflexen. Im Zusammenspiel Torwart und Abwehr verzeichnete der ThSV Eisenach II zahlreiche Ballgewinne, die Ausgangspunkt für Tempogegenstöße und nach der relativ ausgeglichenen Auftaktphase (6:6, 11.)) zum 6:9 führten (16.). Christopher Gladis vermochte sich auf Linksaußen erfolgreich in Szene zu setzen. Die Fortsetzung fehlte. Mehrfach war beim Nordhäuser Schlussmann Endstation. Die Harzstädter nutzten dann zwei Zeitstrafen der Eisenacher, um in Überzahl einen 6:9-Rückstand in eine eigene 12:9-Führung (22.) zu verwandeln. Die Eisenacher überwanden ihr kleines Tief. Maximilan Jäschke war auf Rechtsaußen ein ständiger Gefahrenherd für die Gastgeber. Schnell und trickreich konnte er mehrfach nur regelwidrig gebremst werden, operierte als Vorlagengeber für seine Mitspieler, sorgte über die schnelle Mitte für erheblichen Druck. Der kurzzeitig auf das Parkett gekommene Moritz Rahn traf zum 13:13-Gleichstand. Beim Stand von 14:15 riefen die sicher amtierenden Unparteiischen Klich/Pfefferkorn zu den Halbzeitgetränken.

Herzschlagfinale nach 5-Tore-Führung
Hoch konzentriert starteten die jungen Dachse in die zweite Halbzeit. Tim Rodrian traf zum 16:19, Tim Voigt erhöhte gar auf 18:23 (44.). Doch es wurde noch hochgradig spannend. Der Nordhäuser SV wollte die beiden Punkte nicht mit in die Wartburgstadt geben. ThSV-Coach Christoph Jauernik versuchte mit personellen Wechseln für mehr Ruhe zu sorgen. Marcus Collatz kam für zehn Minuten im linken Rückraum. Philipp Hempel übernahm die Rolle des Spielgestalters. Doch die vom Gastgeber im Schlussgang praktizierte offensive Abwehr schmeckte den jungen Eisenachern nicht. «Wir haben uns in dieser Phase zu wenig bewegt», bemängelte Christoph Jauernik. Nach einer 5-Tore-Führung wurde es noch zu einem Herzschlagfinale mit Happyend.

Schlechte Generalprobe vorausgegangen
Vergessen das «katastrophale Abschlusstraining» am Vorabend mit klaren Worten in der «Verlängerung». Diese fielen tags darauf auf fruchtbaren Boden. «Wir müssen noch vieles verbessern. Wir dürfen nicht nachlassen. Wir müssen am kommenden Wochenende gleich nachlegen», betont Christoph Jauernik.

Samstag Auswärtsspiel beim HBV Jena
Im dritten Auswärtsspiel in Folge gastiert der ThSV Eisenach II am Samstag, 15.03.2014 beim von Steffen Schreiber trainierten HBV Jena (Anwurf um 19.00 Uhr in der Sporthalle SBBS in Jena-Göschwitz, Rudolstädter Straße 95 b).

Statistik

ThSV Eisenach II: Winkler, Trabert; Iffert, Mignon (5/3), Rahn (2), Collatz, Urbach, Jäschke (3), Hempel, Rodrian (5), Richardt (3), Voigt (3), Gladis (4), Zemann (2)

Siebenmeter: Nordhausen 2/2 – ThSV II 4/3

Zeitstrafen: Nordhausen 2 x 2 Min. – ThSV II 5 x 2 Min.

Schiedsrichter: Klich/Pfefferkorn

Zuschauer: 150

Werbung
Werbung
Top