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So schnell wie möglich 32 bis 35 Punkte holen

ThSV Eisenach will Mammutaufgabe in vielerlei Hinsicht meistern

Der ThSV Eisenach steht wie alle Teams der 2. Handballbundesliga vor einer Saison mit vielen Unwägbarkeiten, vielen Fragezeichen. Manager Rene Witte spricht von einer „Mammutaufgabe“; das in sportlicher, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht in Zeiten der Corona-Pandemie.

Wir werden die Gegebenheiten akzeptieren und lösen. Wir, mit ganz langer Tradition, sind kein Klageverein, unterstreicht Rene Witte.

Dauerkartenverkauf in kleiner Zahl angedacht
Dabei sieht er sich als Manager vor einem Berg von Problemen.

Unser wirtschaftliches Fundament besteht aus 60 bis 80 Prozent aus Ticketing und Sponsoring, erläutert Rene Witte.

Ein Budget zu planen, bisher unmöglich. Völlig offen, ob und wieviel Zuschauer zu den Heimspielen in den Thüringer Handballtempel dürfen. Drei Pandemiestufen in der Region sind ausschlaggebend. Es könnten – je nach aktuellen Pandemiezahlen – möglicherweise 400 bis 500 oder 800 bis 1.000 Zuschauer sein. Rene Witte lobt die gute Zusammenarbeit mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Wartburgkreises. Er zieht in Betracht, vor dem Heimspielauftakt 450 personalisierte Dauerkarten anzubieten. Sponsoren, bisherige Dauerkarten-Inhaber, die auf Nachfrage ihr Interesse auch für die neue Saison bekundet haben, und Mitglieder des Fanprojektes würden dann zuerst bedient. Rene Witte verweist zugleich auf die dann geänderten AGB, die keinen Anspruch auf Rückerstattung bei Ausfall von Spielen beinhalten. Das Hygienekonzept habe beim mit Zuschauern stattgefundenen Testspiel gegen den HSC Coburg bestens funktioniert. Ob das Vorhaben mit dem Verkauf von Dauerkarten umgesetzt werden kann, darüber informiert der ThSV Eisenach noch.

Keiner braucht Angst haben, in die Halle zu kommen. Unser Hygienekonzept bietet bestmögliche Sicherheit, richtet Markus Krauthoff-Murfuni, der neue Cheftrainer, klare Worte an die blau-weiße Fangemeinde.

Klar natürlich auch, die Zuschauer müssen sich strikt an das Hygienekonzept halten.

Der Mund- und Nasenschutz ist in der Halle zu tragen. Hierfür gibt es keinerlei Befreiung. Den Ausschilderungen und Anweisungen des Ordnungspersonals ist unbedingt Folge zu leisten, betont Rene Witte.

Der Großteil der Sponsoren leide auch unter der Corona-Pandemie. Der überwiegende Teil halte weiter zur Stange, informierte Rene Witte.

Einige können aber nicht zahlen. Einige bitten, später noch einmal nachzufragen, so der ThSV-Manager.

Die von ihm initiierte Initiative Team Sport Thüringen fand Gehör bei der Thüringer Politik, insbesondere bei Minister Helmut Holter und dem örtlichen Landtagsabgeordneten Raymond Walk. Ein 6-Millionen-Hilfspkett für die 12 Thüringer Spitzensportvereine, Botschafter des Freistaates, und den LSB fand im Thüringer Landtag breite Zustimmung. Die erste Rate, basierend auf den Einnahmeverlusten vom März bis zum 31.08.2020 sei auf dem Weg. Hoffnungen ruhen ebenso auf dem Hilfspakt der Bundesregierung. Und dann hofft man ja beim ThSV Eisenach, endlich auch Eintrittskarten verkaufen zu können….

Mit Neuzugängen gezielt verstärkt

Unser Kader ist kleiner, statt 22 haben wir nur noch 17 Spieler, 14 Feldspieler und 3 Torhüter, doch wir haben die Qualität im Kader gehalten und uns mit den Neuzugängen gezielt verstärkt, erklärt Rene Witte.

Mit diesem verkleinerten Kader, der die Vorbereitung mit großem Engagement und Freude bestritten hat, blicken wir optimistisch in die Saison, mit diesen Worten leitete ThSV-Präsident Shpetim Alaj die Saisoneröffnungs-Pressekonferenz ein.

Wir wollen so schnell wie möglich 32 bis 35 Punkte holen, lässt Rene Witte wissen.

Trainer Markus Krauthoff-Murfuni möchte das Maximum herausholen, nach dem möglichst schnellen Erreichen dieser Punktemarke „ein neues Ziel definieren“. Vier Top-Favoriten haben die Eisenacher ausgemacht: VfL Gummersbach, SG BBM Bietigheim, ASV Hamm-Westfalen und den TuS Nettelstedt-Lübbecke. Alle anderen Teams der Liga sieht Rene Witte auf gleicher Ebene.

Die Krise ist auch eine Chance. Diese wollen wir packen. Die Jungs konzentrieren sich auf ihren Hauptjob, blenden Unwesentliches aus, verbreitet Markus Krauthoff-Murfuni Optimismus und begründet diesen auch gleich.

Eine mit Athletiktrainer Alexander Nöthe und dem neuen sportlichen Leiter Maik Nowak exakt geplante und realisierte Vorbereitung sei der Grundstein.

Die Athletikwerte weisen eine klar aufsteigende Tendenz aus, geht der Cheftrainer ins Detail. Die Spielphilosophie und Spielidee kennen die Jungs. Mit mehr Beweglichkeit wollen wir einen höheren Druck auf die gegnerische Abwehr entwickeln, erläutert Markus Krauthoff-Murfuni.

Mehr Kompaktheit in einer variablen Abwehr, ein beweglicher Deckungs-Innenblock gehört ebenso zum Konzept. Die drei Neuzugänge spielen dabei eine wichtige Rolle. Einig sind sich alle, die beiden österreichischen EM-Helden Thomas Eichberger (Torwart) und Daniel Dicker Rückraum) sowie der Championsleague-Erfahrung vorweisende Kristian Beciri (Kreis), sind ein absoluter Gewinn.

Kristian Beciri, stets nach Höchstleistung strebend, ein Vollblutprofi, mit dem sich unser Kreisläuferspiel deutlich verbessert hat, konstatiert Markus Krauthoff-Murfuni.

Der 2-Meter-Hüne zählte in den Vorbereitungsspielen stets zu den Besten und erfolgreichsten Werfern. Kristian Beciri übernimmt mehr und mehr auch die Rolle des Abwehrchefs. Er wird im Deckungs-Innenblock von Daniel Dicker unterstützt. Der Rückraum-Linke ist, so sein Coach, „ein sehr intelligenter Spieler, der sehr viele Entscheidungen zu treffen hat.“ Keeper Thomas Eichberger habe sich akklimatisiert, schätzt Markus Krauthoff-Murfuni ein. Im letzten Testspiel bei Erstbundesligist HSG Wetzlar wehrte der Austria-Mann im ersten Abschnitt 11 Bälle ab, auch aus Nahdistanz.

Mit unserem Routinier Blaz Voncina stehen zwei ganz unterschiedliche Torwarttypen im Kader, freuen sich die ThSV-Verantwortlichen.

Andreas Fehr, Schlussmann der zweiten Mannschaft, unterstützt dieses Duo.

Mit dem neuen Kapitän Alexander Saul steht nur ein Linkshänder für den rechten Rückraum im Kader. Doch die Eisenacher haben in der Vorbereitung an Alternativen gearbeitet. Rechtshänder Andrej Obranovic kam hier schon zum Einsatz. Denkbar auch die Variante mit Rechtsaußen Ante Tokic, der seinen Fingerbruch rechtzeitig vor dem Saisonstart auskuriert hat, im rechten Rückraum. Willy Weyhrauch, der mit Ante Tokic das Rechtsaußenduo bildet, würde dann die Rechtsaußenposition übernehmen. Martin Potisk und Jonas Ulshöfer obliegt die Aufgabe der Spielführung. Der dritte Anwärter für die Regieposition, Kristian Volar, befindet sich nach seiner im Vorjahr zugezogenen Kreuzbandverletzung noch immer in der Aufbauphase. Justin Mürköster, der zweite Kreisläufer, laboriert noch an einer Knieverletzung. Seine Rückkehr auf das Parkett sei aber in Sichtweise. Daniel Dicker, Andrej Obranovic und Luka Kikanovic sind die Männer für den linken Rückraum. Vom Letzterem wünschen sich die Verantwortlichen noch mehr Durchschlagskraft im Angriff. Ivan Snajder und Adrian Wöhler besetzen die Linksaußenposition. Adrian Wöhler, der Dienstälteste, laboriert noch an einer im Testspiel gegen den HSC Coburg zugezogenen Verletzung. Aber auch er wird ganz zeitnah wieder auf dem Parkett stehen.

Th. Levknecht

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