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Spielanlage gut, Chancenverwertung nicht

Bildquelle: © Sebastian Lahmers / ThSV Eisenach
Das Team des ThSV Eisenach vor dem Anpfiff bei der Begrüßung

ThSV Eisenach unterliegt bei Aufsteiger Eintracht Hagen nach 13:12-Halbzeitführung am Ende deutlich mit 22:28

Die Aufsteiger marschieren weiter vornweg, landeten im 3. Spiel ihren dritten Sieg. Der HC Empor Rostock bejubelte einen 27:25 (13:13) -Erfolg bei den Rimpar Wölfen, der VfL Eintracht Hagen bezwang den ThSV Eisenach mit 28:22 (12:13).

Wir sahen zwei unterschiedliche Halbzeiten. Im ersten Abschnitt hatten wir die Partie über weite Strecken im Griff, schafften es aber nicht, mit einem höheren Vorsprung in die Pause zu gehen. Schon da war unsere Abschlussschwäche zu sehen. Nach dem Seitenwechsel ließen wir viele klare Torchancen aus, konnten im gesamten Spiel unsere Schnelligkeit nicht ausspielen. Unsere miserable Chancenverwertung war der ausschlaggebende Punkt. Mit 22 erzielten Treffern ist kaum ein Spiel zugewinnen. In der Schlussviertelstunde fehlte uns dann auch der Zugriff in der Abwehr, sodass Eintracht Hagen zu einem verdienten Sieg kam, fasste Eisenachs Manager Rene Witte die 60 Minuten vor 618 Zuschauern in der Krollmann Arena Hagen zusammen. Wir wollten unser Spiel in die Breite ziehen, doch von den Außenpositionen brachten wir das Leder nicht unter, konstatierte Markus Murfuni, der Coach des ThSV Eisenach.

Während Hagens Rechtsaußen Damian Toromanovic für 8 Treffer 11 Versuche benötigte, standen für die 4 Treffer von Willy Weyhrauch und Ante Tokic 12 Würfe in der Statistik. Eisenachs Spielanlage war gut, die Chancenverwertung allerdings nicht.

Wir sind enttäuscht. So eine zweite Halbzeit darf uns eigentlich nicht passieren. Natürlich mussten wir im Schlussgang einiges probieren, unsere Abwehr öffnen, wodurch auch die Höhe der Niederlage zu erklären ist. Wie im Vorfeld kommuniziert, Eintracht Hagen kann auf eine erfahrene Truppe bauen und hat nicht umsonst nun 6:0-Punkte auf dem Konto, konstatierte Markus Murfuni, der Coach des ThSV Eisenach.

Sein Kollege Stefan Neff wurde mit tosendem Beifall im VIP-Raum empfangen.

In der ersten Halbzeit haben wir noch zu behäbig im Angriff gespielt. Wir konnten von Beginn auf einen starken Torhüter im Zusammenspiel mit seinen Vorderleuten bauen. Den Schwung aus der Abwehr haben wir in den Angriff übertragen. Jeder hat um jeden Ball gekämpft. Unsere Zuschauer haben uns dabei sehr geholfen. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, erklärte der 34-jährige in Hagen geborene Coach in bester Laune. Die Torhüter auf beiden Seiten gefielen mit einer starken Leistung. Unser Tobias Mahncke war noch einen Tick besser. Er hat ein Super-Spiel gemacht. Wir ließen nach dem Seitenwechsel nur noch 9 Gegentore zu, das war der Schlüssel zum Erfolg. Im Unter- und Überzahlspiel waren wir auch etwas besser. Von Minute zu Minute stieg unser Selbstbewusstsein und mündete im 6-Tore-Sieg, bilanzierte Pavel Prokopec, der Co-Trainer von Eintracht Hagen, von 2008 bis 2010 für den ThSV Eisenach im Rückraum am Ball.

Der Aufsteiger kann mit dem Pfund von 6:0 Punkten wuchern. Der ThSV Eisenach weist 2:4 Zähler auf und gastiert am Sonntag, 03.10.2021 beim Dessau-Roßlauer HV.

Meine junge Mannschaft muss noch Erfahrungen sammeln. Aus Niederlagen wie in Hagen wächst man, merkte Markus Murfuni an, der erneut auf Martin Potisk verzichten musste. Wir müssen schnellstens einen raushauen, werden uns die anstehende Woche ganz intensiv auf die nächste Aufgabe vorbereiten, ergänzte Rene Witte.

Bildquelle: © Sebastian Lahmers / ThSV Eisenach
Zwei starke Keeper geben sich nach dem Schlußpfiff die Hand: Tobias Mahncke (Hagen, li.) und Johannes Jepsen (Eisenach). Rechts Eisenachs Coach Markus Murfuni

Zwei starke Keeper
Der Partie setzten die Torhüter beider Teams, Tobias Mahncke (Hagen) und Johannes Jepsen (Eisenach), ihren Stempel auf, die zusammen 35 Bälle parierten. Spektakulär wie der Eisenacher Keeper gegen den freien Tilman Pröhl (34.) und den ebenso freien Daniel Mestrum (41.) parierte, doch seine Teamkollegen vergeigten immer wieder das Leder. Tobias Mahnke lief besonders nach dem Seitenwechsel zu großer Form auf, parierte insgesamt 19 Bälle. Immer wieder stand er goldrichtig, ließ in den zweiten 30 Minuten nur noch 9 Bälle der Eisenacher passieren. Mit seinen Paraden legte er den Grundstein zu den Treffern vom 19:18 (44.) zum 24:19 (54.). Nach dem Seitenwechsel waren es die Distanzwerfer des Aufsteigers, die einnetzten. Vornweg der von Erstliga-Absteiger HSG Nordhorn-Lingen gekommene Philipp Vorlicek (5 Treffer). Valentin Schmidt, 2019 von der SG Bietigheim nach Hagen gewechselt, führte vorzüglich Regie. Der Versuch einer Aufholjagd in den sechs Schlussminuten scheiterte, die Gastgeber selbstbewusst und den Sieg vor Augen, waren längst vollends obenauf, nutzten jede sich bietende Wurfchance resolut, um gar auf 28:22 zu erhöhen und um anschließende ausgelassen auf dem Parkett zu tanzen, vom eigenen Anhang gefeiert.

Bildquelle: © Th. Levknecht
Pavel Prokopec (li, von 2008 bis 2010 beim ThSV Eisenach) mit ThSV-Pressesprecher Thomas Levknecht

Eisenach vergeigt eine deutlichere Pausenführung
Die Thüringer starteten mit einem ausgelassenen Siebenmeter (Hangstein), kassierten nach 139 Sekunden ihre erste Zeitstrafe (Walz), trafen aber in Unterzahl zum 1:2 (Hideg, 5.Min.). Hagens Rechtsaußen Damian Toromanovic nutzte Tempogegenstöße kaltblütig zum 4:4 (11.). Fynn Hangstein und Alexander Saul trafen zum 4:6 (17.). Der auf Rechtsaußen für den glücklosen Willy Weyhrauch eingewechselte Ante Tokic zog zum 6:8 ab (22.). Eisenacher Würfe wurden eine Beute von Eintracht-Schlussmann Tobias Mahnke. Seine Teamkollegen netzten zum 10:9 ein (25.). Der Keeper der Eisenacher war aber auch zur Stelle, unterstützte seine Vorderleute. Der eingewechselte Daniel Dicker versenkte aus dem linken Rückraum zum 10:11 (27.). Nahezu vom eigenen Kreis zirkelte Fynn Hangstein das Leder zum 11:13 in den verwaisten Kasten der Hausherren (29.). Daniel Mestrum markierte in Unterzahl den 12:13-Jalbuzeitstand. Ein Ball des Eisenachers Fynn Hangstein klatschte vor der Sirene ans Holz.

Bildquelle: © Th. Levknecht
Fynn Holpert (li.), als Torwart mit dem TBV Lemgo von 1995 bis 1998 nationale und internationale Erfolge feiernd, heute Geschäftsführer von Eintracht Hagen, mit ThSV-Pressesprecher Thomas Levknecht.

Aufsteiger reißt das Spiel an sich
Hellwach kamen die Hausherren aus der Kabine, setzten nun (erfolgreich) auf Würfe aus der Distanz. (14:13, 32.). Einen Ballverlust bügelte ThSV-Keeper Johannres Jepsen mit einer Glanzparade gegen den freien Tilman Pröhl aus (34.). Fynn Hangstein markierte mit seinem 5. (und letzten) Treffer das 14:15 (35.), der letztmaligen Eisenacher Führung. Beim 16:16 (Hideg) leuchtete letztmalig ein Gleichstand an der Anzeigetafel. Eisenacher Fehlwürfe und technische Fehler begünstigten die nun einsetzende Vorherrschaft der Hausherren. Zwei Treffer von Ivan Snajder ließen nach dem 19:16 (42.) die Wartburgstädter noch einmal zum Anschlusstreffer kommen (19:18, 44.), doch in den sich anschließenden 16 Minuten ließ Eintracht-Keeper Tobias Mahncke nur noch 3 Bälle passieren. Seine Teamkollegen versenkten indes konsequent zum 24:19 (54.) und ließen sich auch durch taktische Veränderungen der Gäste nicht aus dem Konzept bringen.

Statistik
VfL Eintracht Hagen: Mahncke, Grzenski; Buergin, Becker, Norouzinezhad (2), Pröhl (1), Bratzke (1), Schmidt (1), Renninger (3), Vorlicek (5), Athanassoglou, Gaubatz (4), Kister, Mestrum (3), Toromanovic (8)
ThSV Eisenach: Jepsen, Eichberger, Voncina; Iffert (1), Wöhler (2/1), Hangstein (5), Walz, Hideg (2), Tokic (2), Sousa, Dicker (2), Donker (1), Schneibel (1), Snajder (2), Weyhrauch (2), Saul (2)
Siebenmeter: Eintracht Hagen 0 – ThSV Eisenach 1/2 (Hangstein wirft gegen Mahncke über das Tor, Wöhler verwandelt gegen Mahncke)
Zeitstrafen: Eintracht Hagen 6 Min. – ThSV Eisenach 10 Min.
Schiedsrichter: Sophia Janz/ Rosana Sug
Zuschauer: 618

Th. Levknecht

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