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ThSV-B-Jugend knöpft SC Magdeburg durch ein 28:28 einen Zähler ab

Lange Zeit sah es sogar nach einem Doppelpunktgewinn aus • Für Sonntag vorgesehene Partie beim SC DHfK Leipzig wurde abgesagt

Leider konnten wir uns nicht komplett belohnen, traf Matthias Bäurer, der Coach der männlichen Jugend B des ThSV Eisenach, den Nagel auf den Kopf.

Nur die kühnsten Optimisten hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass die 14- bis 16-jährigen ThSV-Talente dem klar favorisierten SC Magdeburg durch ein 28:28 (17:12) einen Zähler abknöpfen.

Dieses Spiel ist für die Zukunft eine große Hilfe, betont Matthias Bäurer, bis zum Sommer des Vorjahres im Nachwuchs-Trainerstab des SC Magdeburg.

In der 36. Minute, nach einem Doppelpack von Emil Starke zum 26:17, und auch in der 43. Minute, nach einem Treffer des groß auftrumpfenden Spielgestalters Elias Wöhler zum 27:21, schien gar ein Doppelpunktgewinn greifbar, doch die körperlich überlegenen und mit dem Pfund einer qualitativ deutlich breiteren Bank wuchernden Magdeburger setzten zum Schluss-Spurt an. Der Kräfteverschleiß beim Eisenacher Stammpersonal, das die Elbestädter gehörig durcheinandergewirbelt hatte, war offenkundig. Die Schlussviertelstunde ging mit 11:2 an die Talente aus dem Leistungszentrum Magdeburg. Eisenachs Wurfqualität ließ, sicherlich aufgrund schwindender Kräfte, nach. Die Abwehr vermochte aus dem gleichen Grund die Schlussoffensive der Elbestädter nicht zu bremsen.

Die Gäste konnten auf hohem Niveau wechseln, konstatierte Matthias Bäurer.

Mit seiner Dynamik und körperlichen Präsenz wuchernd versenkte Magdeburgs Rückraumspieler Luca Krist in den letzten 14 Minuten gleich 7 Bälle. Seinen letzten Wurf musste der mit 15 Glanzparaden aufwartende ThSV-Keeper Bastian Freitag zum Ausgleich passieren lassen. Mit 7:7 Punkten behauptet der ThSV Eisenach weiterhin Tabellenplatz 6 in der Regionalliga Nordost der männlichen Jugend B. Das für Sonntag vorgesehene Punktspiel bei einem weiteren Spitzenclub, dem SC DHfK Leipzig, wurde aufgrund zahlreicher Corona-Fälle bei den Sachsen kurzfristig abgesagt. Laut Plan steht für die ThSV-Youngster am Samstag, 29.01.2022 das Auswärtsspiel beim HC Elbflorenz an (Anwurf um 15.00 Uhr in der BallsportArena Dresden).

Elias Wöhler dirigiert und trifft selbst, Keeper Bastian Freitag pariert
Die ThSV-Talente zeigten von Beginn ein anderes Gesicht als bei der 23:40-Niederlage bei den Füchsen Berlin Reinickendorf. Anfangs holperte es noch, doch sie hatten Glück, dass die Elbestädter vier Eisenacher Ballverluste bei Tempogegenstößen nicht zu Treffern nutzen konnten.

Anfangs hatten wir Probleme, konstatierte Matthias Bäurer.

Über die Außenpositionen (Marec Stupka/ Julian Helm) schlossen die Eisenacher nach dem 2:4 zum 4:4 (9.) ab. Beim Stand von 5:7 (12.) rief Matthias Bäurer seine Schützlinge mittels grüner Karte zusammen. Mit Erfolg! Elias Wöhler dirigierte das Angriffsspiel, hebelte mit Diagonalpässen die Gäste-Abwehr aus, netzte auch selbst ein, markierte insgesamt 9 Treffer (4 davon per Strafwurf). Keeper Bastian Freitag lief zu großer Form auf. Die Eisenacher, mit Emil Starke, Elias Wöhler und Kyrill Höllein (später Felix Cürten) im Rückraum, Julian Helm auf Links- und Marec Stupka auf Rechtsaußen sowie Jakob Völksch am Kreis übernahmen nach den dem 8:10 (15.) das Sagen auf dem Parkett der Werner-Aßmann-Halle.

Wir fanden gute Lösungen, erarbeiteten uns freie Chancen, von denen wir noch die eine oder andere ungenutzt ließen, erklärte Matthias Bäurer.

Seine Crew verwandelte den 8:10-Rückstand mit einem 7:0-Tore-Lauf in eine 15:10-Führung (22.). Die Magdeburger waren sichtlich beeindruckten, wirkten in dieser Phase konfus. SCM-Coach Pasqual Tovornik versuchte mit mehrfachen Wechseln dies zu ändern. Die Eisenacher zelebrierten herzerfrischenden Angriffshandball, in der Abwehr (mit einer 3:3-Variante) half jeder dem anderen, wurden die körperlich überlegenen Gäste gestoppt. Was dennoch auf das ThSV-Gehäuse kam, wurde eine Beute des zwei Tage zuvor seinen 17. Geburtstrag feiernden Bastian Freitag. Der zur Kreismitte eingelaufene Kyrill Höllein netzte zum 16:11 ein. Elias Wöhler verwandelte einen an Emil Starke verursachten Siebenmeter zum 17:12 (25.). Bastian Freitag sicherte mit seiner 9. Parade das 5-Tore-Plus zur Halbzeitpause.

Die Kräfte schwanden nach 9-Tore-Führung
Elanvoll kamen die ThSV-Talente aus der Kabine. Die Magdeburger starteten mit einem Schrittfehler nach 20 Sekunden. Julian Helm traf von Linksaußen zum 18:12 (26.). Kyrill Höllein lochte aus dem Rückraum zum 20:13 ein (27.). Nach Regelwidrigkeit an Jakob Völksch verwandelte Elias Wöhler vom Strich zum 23:15 (30.). Marec Stupka erhöhte von Linksaußen zum 24:15 (32.). Initiator nahezu sämtlicher Angriffszüge war Elias Wöhler. Auch von einer deutlich offensiveren Abwehr der Gäste, teilweise sogar Manndeckung, ließen sich die ThSV-Talente nicht beirren. Doch dieser kreative und temposcharfe Handball kostete erheblich Kraft. SCM-Coach Pascal Tovornik brachte ausgeruhte Spieler, schickte zudem mit Luca Krist den entscheidenden Goalgetter auf die Spielfläche. SCM-Torwart Willi Lücke war zudem nun mehrfach zur Stelle. Seine Vorderleute, nun in einer 5:1-Formation, zwangen die Eisenacher zu Würfen aus ungünstigen Positionen. Nach dem 26:17 (36.) konnten die Gastgeber das Team von der Börde bis zum 27:22 (43.) noch auf Distanz halten, doch der Vorsprung schmolz und schmolz.

Uns fehlte der Zug zum Tor, resümierte Matthias Bäurer.

Die Magdeburger rollten Angriff auf Angriff in Richtung ThSV-Kasten. Die Eisenacher mobilisierten die letzten Kraftreserven, fighteten bis zum Umfallen, vermochten den Sieg nicht über die Ziellinie zu retten, kassierten 15 Sekunden vor Ultimo den Ausgleichstreffer.

Kämpferisch kann ich den Jungs keinen Vorwurf, sie haben alles gegeben, betonte Matthias Bäurer.

Statistik
ThSV Eisenach: Freitag, Thiele; Höllein (3), Weiß, Rehm, Beyer, Wöhler (9/4), Stupka (4), Völksch (2), Baldeweg, Cürten, Helm (6), Starke (4)
SC Magdeburg: Hammer, Lücke, Kuhs; Kleinsteuber (2), Fenyö, Johnson, Döbbel (3), Daniel (3), Krist (9), Lange (5/3), Thielecke, Wagner (1), Schöbe (4), Patan (1)
Siebenmeter: ThSV 4/4 – SCM 3/3
Zeitstrafen: ThSV 1 x 2 Min. – SCM 5 x 2 Min., Rot für Patan n. 3. ZS (30.)
Schiedsrichter: Große/Luhn

Th. Levknecht

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