Anzeige

ThSV Eisenach am Sonntag zum Pokal in Lübeck

ThSV Eisenach gastiert im DHB-Pokal bei Ligakonkurrent VfL Lübeck-Schwartau

Für Handball-Zweitbundesligist ThSV Eisenach steht am Sonntag, 29.08.2021 ein Tages-Tripp über 840 Kilometer (Hin- und Rückfahrt) zur Ostseeküste an. Aber wohl ohne Meeresblick. Die Hansehalle in Lübeck ist das Ziel. Der hier beheimate VfL Lübeck-Schwartau empfängt um 16.00 Uhr in der 1. DHB-Pokal-Hauptrunde die Männer aus Thüringen. Für beide Teams ist es das erste Pflichtspiel der Saison. Die Pokalpartie wird wohl vor gut 1.000 Zuschauern stattfinden. Die 2114 Sitzplätze bietende Halle darf nach der Landesverordnung zu 50 Prozent gefüllt werden. Zutritt erhält, wer nachweisen kann, geimpft, genesen oder negativ getestet zu sein. (Ein Antigen-Schnelltest darf maximal 24 Stunden alt sein, für einen PCR-Test gelten 48 Stunden.) „Mit unseren Fans im Rücken wollen wir in die nächste Runde“, sagte VfL-Geschäftsführer Daniel Pankofer. Den Einzug in die nächste Runde, um dann vielleicht im Heimspiel einen Hochkaräter aus der 1. Liga zu empfangen, haben natürlich auch Rene Witte und Markus Murfuni, Manager und Trainer des Teams von der Wartburg, auf der Agenda. Das wäre zugleich das beste Geburtstagsgeschenk für Maik Nowak. Der sportliche Leiter des ThSV Eisenach und ehemalige DHB-Auswahltrainer begeht am Sonntag sein 57. Wiegenfest.

Der ThSV Eisenach betritt 7 Testspiele, sechs gegen Kontrahenten aus der 2. Liga und eines gegen Erstligist SC DHfK Leipzig, mehrfach in Form von Benefizspielen zugunsten der Flutopfer. Fünf Siege stehen zwei Niederlagen gegenüber. „Wichtige Erkenntnis für uns, die schon zum Jahreswechsel 2020/2021 eingeleiteten und jetzt fortgesetzten personelle Veränderungen tragen Früchte. Wir haben ganz intensiv gearbeitet, vieles schon umgesetzt“, erklärt Eisenachs Coach Markus Murfuni. „Die neuen Spieler sind schon gut integriert, kennen unser Spielsystem. An der Feinabstimmung gilt es zu arbeiten. Doch das ist ein stetiger Prozess. Wir haben die Vorbereitung recht früh begonnen, vielleicht ist das ein kleiner Vorteil. Wie auch die anderen Kontrahenten, wir wissen nicht so recht, wo wir stehen. Nach 6 oder 7 absolvierten Punktspielen wissen wir mehr“, ergänzt Markus Murfuni vor seinem zweiten Jahr als Cheftrainer unter der Wartburg. „Wir wollen in der anstehenden Saison generell unser Spiel durchziehen, den Fokus nicht auf den Kontrahenten richten. Damit können wir unsere Stärken besser ausschöpfen“, fügt der Eisenacher Coach hinzu. Das sei auch eine Erkenntnis aus der Vorbereitung. Ob das gelingt, die Pokalpartie an der Ostseeküste dürfte eine erste Antwort geben.

ThSV Eisenach wahrscheinlich mit voller Kapelle

„Das war freilich kein Wunschlos“, lässt Markus Murfuni mit Blick auf die Pokalaufgabe wissen. Für beide Teams sei diese Partie ein echter Härtetest. „Jeder will zeigen, wo er steht. Ich rechne mit einem schweren und umkämpften Match, in dem wir nicht der Favorit sind“, erklärt der Eisenacher Coach mit Blick auf den Sonntagnachmittag. „Klar, wir wollen mit dem Ticket für die nächste Runde wieder gen Eisenach fahren“, unterstreicht Markus Murfuni. Er hat wahrscheinlich seinen vollen 18-Mann-Kader zur Stelle. Das heißt auch, er hat auf einigen Positionen die Qual der Wahl. Als Regisseur kommt neben Martin Potisk und Jannis Schneibel auch Neuzugang Fynn Hangstein in Frage, der sich nach eigenen Aussagen in der Rolle des Spielgestalters am besten aufgehoben fühlt. Für die Aufgaben im Tor steht mit dem 38-jährigen Routinier Balz Voncina, dem gerade seinen 28. Geburtstag feiernden österreichischen Auswahlkeeper Thomas Eichberger und dem 21-jährigen Neuzugang Johannes Jepsen, auf dessen Vita 42 Nachwuchs-Länderspiele zu finden sind, ein Dreigestirn parat. „Alle drei haben im Laufe der Trainingswoche Zeit, um sich anzubieten. Die Entscheidung fällt möglicherweise vor der Abfahrt des Mannschaftsbusses“, ließ Markus Murfuni am Dienstagmittag wissen.

VfL Lübeck-Schwartau mit neuem Spielgestalter

Der VfL Lübeck-Schwartau beendete die vergangene Spielzeit als Tabellenzehnter. Die Leistungskurve zeigte zum Saisonende steil nach unten. Trainer Piotr Przybecki startet mit einer eingespielten Mannschaft, denn es gilt nur drei Neuzugänge zu integrieren. Im Rückraum fällt vor allem der Abgang des Schweden Julius Lindskog Andersson (zurück in die Heimat) ins Gewicht. Melf Hagen sammelt noch einmal Spielpraxis in der 3. Liga bei den Mecklenburger Stieren Schwerin. Hier ruhen die Hoffnungen der Norddeutschen vor allem auf den tschechischen Nationalspieler Matej Klima, der von Dukla Prag kam. „Matej ist eines der größten Talente seines Landes, er ist vielseitig einsetzbar, stark im Eins-gegen-Eins und hat ein gutes Auge für seine Mitspieler. Er ist körperlich stark, intelligent und ein guter Abwehrspieler“, urteilt VfL-Coach Piotr Przybecki. Die Abwehr soll US-Nationalspieler Paul Skorupa (zuletzt HSG Krefeld-Niederrhein) verstärken. Aufgrund muskulärer Probleme wird er am Sonntag wohl nicht dabei sein. Von GWD Minden kam Linksaußen Joschua Ritterbach. „Joscha ist ein gestandener Erstligaspieler, der uns mit seiner Erfahrung weiterhelfen wird“, sagt Geschäftsführer Daniel Pankofer. Im Pokalspiel werden für die Norddeutschen wohl Linksaußen Mattis Potratz (verletz) und Kreisspieler Fynn Ranke (Reha nach Knie-Operation) nicht auflaufen. Die Torwartproblematik ist behoben. Dennis Klockmann, seit 2014 eine Institution und wohl einer der besten Keeper der Liga, und Nils Conrad stehen gemeinsam für die Aufgaben im VfL-Kasten bereit. Rückraumspieler Jan Schult, seit 2007 (!) im Verein, ist erneut eine feste Größe. Kreuz gefährlich die Rückraumspieler Niels Versteijnen, Finn Kretschmer und Martin Waschul. In einem mehrtägigen Trainingslager hat der am 07. August das 50. Lebensjahr vollendende Trainer Piotr Przybecki seine Crew auf die Saison eingeschworen. Frohe Kunde aus dem wirtschaftlichen Bereich: Das Kaufhaus Stolz wird neuer Hauptsponsor beim VfL Lübeck-Schwartau. Das Fehmarner Familienunternehmen, das schon von 2018 bis 2020 Partner der Lübecker war, wird in den kommenden zwei Jahren als Hauptsponsor an der Seite des VfL stehen. Das Kaufhaus Stolz besteht bereits seit über 160 Jahren und ist in ganz Norddeutschland derzeit mit 33 Filialen vertreten.

Th. Levknecht

Anzeige
Top