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ThSV Eisenach beeindruckt Champions-League-Teilnehmer

Wartburgstädter unterliegen Motor Zaporoshje durch einen Treffer in allerletzter Sekunde hauchdünn mit 31:32 (17:17)

Das war schon beeindruckend. Unsere Mannschaft hat gezeigt, wozu sie fähig ist, erklärte ein aufgekratzter Eisenacher Trainer Markus Murfuni.

Seine Crew beeindruckte einen Champions-League-Teilnehmer mit rasantem, spielfreudigem und kombinationssicherem Handball. Die Wartburgstädter unterlagen in einem Testspiel in Bad Blankenburg durch einen Treffer in allerletzter Sekunde Motor Zaparoshje hauchdünn mit 31:32 (17:17).

Mit einem freien Kopf agierten wir auf Augenhöhe mit einem Champions-League-Teilnehmer. Na klar, uns sind auch Fehler unterlaufen, doch die haben wir gegen einen solch hochkarätigen Kontrahenten schnell weggesteckt, bilanzierte Markus Murfuni, der alle zur Verfügung stehenden Spieler in Thüringens Landessportschule zum Einsatz brachte.

Motor Zaparoshje bereitet sich hier auf die Champions-League-Spiele gegen den THW Kiel vor.

Was fiel beim Zweitbundesligisten ins Auge? Die kurz vor dem Weihnachtsfest verpflichteten Rückraumspieler Jannis Schneibel und Daniel Hideg (jeweils 4 Treffer) standen über weite Strecken gemeinsam auf dem Parkett, bestimmten maßgeblich das Angriffsspiel. Daniel Hideg deutete zudem an, dass er auch ein Mann für den Deckungs-Innenblock ist. Nach 17 Monaten verletzungsbedingter Zwangspause feierte Kristin Volar nach dem Seitenwechsel ein 15-Minuten-Comeback. Der 26-jährige könnte für Variabilität auf der so wichtigen Spielgestalter-Position sorgen. Treffsicher präsentierten sich die Links- und Rechtsaußen. Ante Tokic und Ivan Snajder versenkten je 5 Bälle. Adrian Wöhler netzte von Linksaußen, von der Kreismitte und von der Siebenmeterlinie ein. Der Dienstälteste setzte nach 6 Treffern aus 6 Versuchen beim Stand von 31:31 zu früh zum finalen Wurf an. Das Leder verfehlte den Kasten. Motor Zaporoshje blieb noch Zeit zum Gegenstoß und zum umjubelten Siegtreffer. Die Ukrainer waren von der Spiel- und Kampfstärke der Männer von der Wartburg sichtlich überrascht. Die Eisenacher waren mit einer 29:27-Führung (52.) in die Schlussphase gegangen. Motor Zaporoshje hatte in Aidenas Matasinskas (7 Treffer) und Ihor Turchenko (4) seine erfolgreichsten Werfer.

Offener Schlagabtausch von Beginn
In der J.C.F. – Gutsmuths-Halle entwickelte sich von Beginn ein offener Schlagabtausch mit beiderseits hohem Tempo. Die Eisenacher, mit Ivan Snajder auf Links- und Willy Weyhrauch auf Rechtsaußen, Daniel Hideg im linken und Alexander Saul im rechten Rückraum, Jannis Schneibel als Spielgestalter, Kristian Beciri am Kreis und Blaz Voncina im Tor beginnend, schlossen zunächst über beide Außenpositionen ab. Ivan Snajder brachte seine Farben per Doppelpack mit 5:4 in Führung (8.). Mit kreativen Angriffszügen brachten die Thüringer die Abwehr der Ukrainer in Bredouille. Jannis Schneibel traf zum 7:6 (10.). Kapitän Alexander Saul nahm einen Abwurf von Keeper Blaz Voncina auf, marschierte über das ganze Parkett und schloss zum 8:7 ab (12.). Adrian Wöhler und Andrej Obranovic verschafften Kreisläufer Kristian Beciri Verschnaufpausen. Treffer fielen auf beiden Seiten in Sekundenabständen. Alexander Saul bediente Willy Weyhrauch zum 13:13 (20.). Motor Zaporoshje suchte mehrfach den Torerfolg über den Kreis. Einen Ballgewinn von Daniel Hideg nutzte Ivan Snajder zum 14:13 (21.). Jannis Schneibel schickte Ivan Snajder per Steilpass zum 15:13 (23.). Die Ukrainer antworteten zum 15:16 (27.). Jannis Schneibel setzte Adrian Wöhler am Kreis in Szene, der nur regelwidrig gestoppt werden konnte. Adrian Wöhler verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 17:17-Pausenstand.

Kristian Volar mit Comeback
Im August 2019, im DHB-Pokal, hatte sich Kristian Volar einen komplizierten Kreuzbandriss zugezogen. An diesem Tag kehrte er erstmals auf das Parkett zurück. Er besetzte nach Wiederanpfiff der sicher amtierenden Referees Max Nothrodt und Johannis Rudolph gemeinsam mit Andrej Obranovic und Alexander Saul den Rückraum. Andreas Fehr löste Blaz Voncina im ThSV-Gehäuse ab. Ante Tokic übernahm die Rechtsaußenposition. Nach Regelwidrigkeit an Kristian Volar versenkte Adrian Wöhler per Strafwurf zum 19:19 (34.). Die 23:21-Führung der Ukrainer ließen Kristian Beciri (vom Kreis), der in den Kreis fliegende Adrian Wöhler und Andrej Obranovic (per Gegenstoß) die Treffer zum 24:23 folgen (42.). Daniel Hideg und Jannis Schneibel kehrten auf das Parkett zurück. Kristian Beciri und Daniel Hideg bildeten den Innenblock. Eine Hideg-Fackel ließ das Netz im Gästekasten zum 29:27 zappeln (51.). Rasant ging es auch in der Schlussphase zu. Eine Doublette zwischen Jannis Schneibel und Daniel Hideg entsprang das 30:29 (54.). Ante Tokic netzte von Rechtsaußen zum 31:30 ein. Auf Eisenacher Seite kam der erst 17-jährige Ole Gastrock-Mey im linken Rückraum. Alexander Saul scheiterte am Schlussmann von Motor Zaporoshje. Sekunden später musste Andreas Fehr einen Ball zum Ausgleichstreffer passieren lassen (58.). Beide Trainer griffen kurz hintereinander zur grünen Karte. Beide Teams wollten den Siegtreffer. Die Wartburgstädter besprachen 22 Sekunden vor der Sirene den letzten Spielzug. Dieser führte nicht zum erhofften Siegtreffer, der gelang Motor Zaporoshje per Tempogegenstoß über die linke Angriffsseite.

Statistik
ThSV Eisenach: Voncina (1.HZ), Fehr (2.HZ); Volar, Wöhler (6/3), Schneibel (4), Tokic (5), Alaj, Hideg (4), Obranovic (1), Beciri (1), Snajder (5), Weyhrauch (3), Saul (2), Ole Gastrock-Mey
Siebenmeter: ThSV 3/3 – Zaporoshje 2/3
Zeitstrafen: ThSV 6 Min. – Zaporoshje 8 Min.
Schiedsrichter: Nothrodt/Rudolph

Th. Levknecht

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