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ThSV Eisenach behält kühlen Kopf und bejubelt dritten Saisonsieg

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Die Werner-Aßmann-Halle jubelte völlig losgelöst nach dem Treffer von Daniel Hideg.

Wartburgstädter verlassen nach 29:27 (13:14) über den TV Emsdetten die Abstiegsränge • Willy Weyhrauch glänzt mit 100-Prozent-Wurfquote

Durchatmen beim ThSV Eisenach! Vor der kurzen Punktspielpause aufgrund von Länderspielen verzeichneten die Wartburgstädter in einem Spiel auf Augenhöhe mit einem 29:27 (13:14) -Erfolg über den TV Emsdetten ihren 3. Saisonsieg und verließen die Abstiegsränge.

Nachdem wir am Mittwoch aus Hüttenberg ohne Punkte heimkehrten, bewahrten wir in der Schlussphase kühlen Kopf, versenkten die entscheidenden Bälle, konstatierte Eisenachs Rechtsaußen Willy Weyhrauch, der mit einer 100-Prozent-Wurfquote (7 Würfe – 7 Treffer) der Partie einen wichtigen Stempel aufdrückte.

Insgesamt verzeichneten die Eisenacher nur eine Wurfquote von 57 Prozent. Sie benötigten 51 Versuche für ihre 29 Treffer. In der ersten Halbzeit verfehlten zwei Bälle von Fynn Hangstein aus der eigenen Hälfte den leeren Gästekasten, scheiterten Adrian Wöhler und Fynn Hangstein vom Siebenmeter-Strich.

Es war eine Partie Spitz auf Kopf. Im ersten Abschnitt hatten wir ein kleines Plus auf der Torhüterposition, in der zweiten Halbzeit Eisenach. In der entscheidenden Phase nutzten wir unsere Torchancen nicht, befand Emsdettens Kapitän Marcel Schliedermann, von 2014 bis 2019 im Trikot des ThSV Eisenach am Ball.

Ja, letztendlich hatte Eisenach wohl die zwei Torwartparaden mehr, die wir nicht hatten, befand auch Sascha Bertow, der Coach der Münsterländer.

ThSV-Keeper Johannes Jepsen war im richtigen Moment zur Stelle.

Im ersten Abschnitt hatte der Emsdettener Keeper den Laden zugemacht, wir waren durch Fehlwürfe etwas verunsichert. Wir hielten das Tempo durchgehend hoch, zwangen mit unserer Abwehr im zweiten Abschnitt die Gäste zu Fehlern, bilanzierte Misha Kaufmann, der Eisenacher Coach, der verletzungsbedingt auf die Außen Ivan Snajder und Ante Tokic verzichten musste.

Wir führten mit drei Treffern, unser Angriffsspiel über die Außen und den Kreis war erfolgreich, doch dann unterliefen uns Fehler, reflektierte Sascha Bertow die Phase vom 13:16 (34.) zum 16:16 (37.) und 20:19 (44.).

Malte Donker eroberte das Leder und Jonas Ulshöfer zog selbstbewusst zur Eisenacher Führung ab. Den Gästen gelang noch mehrfach der Gleichstand, beim 23:24 (49.) nach einem erfolgreichen Gegenstoß von Dirk Holzner und beim 24:25 (56.) durch den im zweiten Abschnitt weitestgehend die Regieposition einnehmenden isländischen Routinier Anton Runarsson sogar nochmals der Führungstreffer.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Daniel Hideg markierte den entscheidenden Treffer zum 29:27-Endstand.

Daniel Hideg: Ich war mir sicher, der Ball geht rein!

Nach dem Seitenwechsel haben wir die Abwehr stabilisiert, unsere Chancen genutzt, sodass die Waage zu unseren Gunsten ausschlug, befand Eisenachs Kreisspieler Hannes Iffert.

Die Entscheidung fiel tatsächlich erst in den letzten Minuten, nach dem zwischenzeitlichen 26:26 (56.). Fynn Hangstein brachte per Schlafwurf die Hausherren mit 27:26 in Führung (57.). ThSV-Keeper Johannes Jepsen parierte gegen den bis dato treffsicheren Jakob Schwabe (58.). Willy Weyhrauch, präzise wie eine Schweizer Uhr an diesem Tag, netzte von Rechtsaußen zum 28:26 ein (59.) ein. Dirk Holzner, ein weiterer ehemaliger Eisenacher im Trikot des TV Emsdetten, an diesem Abend auch mit einer 100-Prozent-Wurfquote (9 Treffer bei 9 Versuchen) verwandelte einen Strafwurf zum 28:27 (59.). Da waren noch 88 Sekunden zu absolvieren. Eisenachs neuer Trainer Misha Kaufmann rief sein Team mittels grüner Karte zur Beratung. Es folgte die Spielentscheidung.

Freiwurf für uns, die Schiedsrichter zeigten noch zwei Pässe an. In ähnlicher Situation hatte ich schon oft getroffen. Ich traute mir auch jetzt den entscheidenden Wurf zu, war mir sicher, dass der Ball im Netz zappelt, beschreibt Daniel Hideg die Szene 22 Sekunden vor Ultimo.

Der Eisenacher Rückraumspieler hämmerte die Freiwurfablage zum 29:27 ins Netz, Jubelstürme in den eigenen Reihen auf dem Parkett und den knapp 1.000 Zuschauern auslösend.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Willy Weyhrauch bei einem seiner 7 Treffer.

Bernd Fichtner: Ein Riesenkompliment an unsere Mannschaft!

Wir alle gehen mit einem guten Gefühl nachhause. Die kämpferische Einstellung stimmte von der 1. bis zur 60. Minute. Fehler passieren, zuhause können wir das kompensieren, auswärts noch nicht. Wir haben diese Fehler weggesteckt, den Kopf oben behalten. Unser Trainer hat ganz viel mit seinen Spielern gesprochen. Ganz wichtig! Unser Trainer hat nach dem Spiel auch mit den Fans gesprochen. Ebenso wichtig. Ein Riesenkompliment an alle, resümierte Eisenachs ehemaliger Bundesliga-Außen Bernd Fichtner, der am Sonntag unter Mitwirkung von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow die erste Thüringer Rollstuhl-Handballmannschaft im Rahmen der Veranstaltung „Aktiv leben mit Behinderung“ in der Werner-Aßmann-Halle gründete.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Alexander Saul kurbelte über die rechte Seite das Angriffsspiel seines Teams an.

Vorteile für den TV Emsdetten im ersten Abschnitt
Der ThSV Eisenach, von Beginn auf eine 5:1-Abwehr mit Fynn Hangstein vorgezogen setzend, startete mit einer 2:0-Führung (3.), doch die Gäste, mit den Ex-Eisenachern Marcel Schliedermann (Rückraum Mitte), Gabor Langhans (Rückraum rechts) und Dirk Holzner (Linksaußen), nutzten Ballgewinne zum 3:5 (7.). In Überzahl setzte der ThSV Eisenach auf zwei Kreisläufer, auf Peter Walz und Hannes Iffert. Rechtsaußen Willy Weyhrauch versenkte zum 5:5 (11.). Jakob Schwabe (vom Kreis) und Dirk Holzner (mit Wurf aus der eigenen Hälfte ins leere ThSV-Tor) trafen zum 5:7 (14.). Jannis Schneibel egalisierte per Innenpfostenwurf von der Mittelinie in den verwaisten Gästekasten zum 7:7 (15.). ThSV-Coaxch Misha Kaufmann wechselte frühzeitig neues Personal ein. Der EX-Eisenacher Gabor Langhans zog kraftvoll aus der Bewegung zum 9:11 ab (22.). Alexander Saul netzte zum 10:11 ein (22.), ThSV-Keeper Johannes Jepsen tauchte in die bedrohte Ecke ab und parierte, der folgende Wurf seines Teamkollegen Daniel Hideg landete am Pfosten (25.). In Kempa-Manier traf Emsdettens Dirk Holzner zum 12:13 (29.). Kreisspieler Hannes Iffert glich für die Gastgeber zum 13:13 ein aus. Darko Dimitrievski netzte zum 13:14 ein. Als letzte Aktion der ersten Halbzeit, scheiterte Adrian Wöhler mit einem Strafwurf an Emsdettens Keeper Oliver Krechel.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Eisenachs neuer Coach Misha Kaufmann kommunizierte ganz viel mit seinen Spielern.

ThSV Eisenach mit den big Points im Finish
Zu Beginn der zweiten Halbzeit scheiterten Alexander Saul und Jannis Schneibel am Gäste-Schlussmann Oliver Krechel, traf Yannick Terhaer zum 13:16 (34.). Das Signal für die Hausherren, die Schlagzahl zu erhöhen. Die rechte Angriffsseite mit Alexander Saul und Willy Weyhrauch machte ordentlich Musik, Jonas Ulshöfer brachte aus dem Rückraum seine Qualitäten ein. Daniel Dicker, zumeist für Abwehraufgaben auf dem Parkett, zog entschlossen zum 16:16 ab (37.). Nach einem Ballgewinn von Malta Donker netzte Jonas Ulshöfer zum 20:19 für die Wartburgstädter ein (44.). Die Münsterländer trafen über den Kreis. Während einer Auszeit gab es neue Instruktionen für den THSV Eisenach. Eine Hideg-Fackel zappelte zum 22:21 im Gästekasten (46.). Dirk Holzner egalisierte vom Strich zum 22:22 (47.). Adrian Wöhler verwandelte einen Siebenmeter für die Gastgeber zum 23:22 (48.). Die Gäste glichen nicht nur aus, gingen beim 24:25 sogar in Führung (51.). Die Schlussphase ging an die Thüringer! Das Risiko, den 7. Feldspieler zu bringen, wurde mit dem alles entscheidenden Treffer zum 29:27-Endstand belohnt.

Kurze Punktspielpause

Wir haben die englische Woche mit 4:2 Punkten abgeschlossen. Unser neuer Coach hat nun ein paar Tage mehr Zeit, um mit seiner Mannschaft intensiv zu arbeiten, erklärte Eisenachs Manager Rene Witte.

Erst am Freitag, 12.11.2021 ist der ThSV Eisenach zum nächsten Punktspiel bei Bayer Dormagen gefordert. Es folgen zwei Heimspiele kurz hintereinander, gegen Ferndorf (17.11.) und Essen (20.11.)

Statistik
ThSV Eisenach: Voncina (bei 1 Siebenmeter/ 0 Paraden), Eichberger (bei 1 Siebenmeter/ 0 Paraden), Jepsen (12 Paraden); Iffert (1), Wöhler (3/2), Potisk, Hangstein (4/1), Ulshöfer (2), Walz, Hideg (5), Sousa, Dicker (2), Donker, Schneibel (1), Weyhrauch (7), Saul (4)
TV Emsdetten: Krechel (9 Paraden), Paske (ab 43./ 3 Paraden); Terhaer (3), Dimitrievski (2), Schwabe (5), Kolk, Schliedermann, Thomas, Holzner (9/4), Jansen, Mihaljevic, Runarsson (1), Langhans (4), Nowatzki (3)
Siebenmeter: ThSV Eisenach: 3/5 (Hangstein verwandelt 1 x gegen Krechel und scheitert 1 x am Krechel, Wöhler verwandelt 1 x gegen Krechel und 1 x gegen Paske, scheitert 1 x an Krechel) – TV Emsdetten: Holzner verwandelt 2 x gegen Jepsen sowie je 1 x gegen Eichberger und Voncina
Zeitstrafen: ThSV Eisenach: 3 x 2 Min. (Walz, Dicker, Saul je 2 Min.) – TV Emsdetten: Jansen, Mihaljevic, Langhans je 2 Min.)
Schiedsrichter: Arndt/ Westphal
Zuschauer: 988
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Weyhrauch, Jepsen, Walz – TV Emsdetten: Holzner, Krechel

Th. Levknecht

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