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ThSV Eisenach enttäuscht im Bergischen Land

«Das Resultat schmeichelt uns noch», gestand Zdenek Vanek, der Coach des ThSV Eisenach, nach dem Abpfiff am Samstagabend in der neuen Bayer Sporthalle Wuppertal. Der neugegründete Bergische HC feierte bei seinem Heimdebüt (allerdings ohne funktionierende Anzeigetafel!) einen 29:25 (17:9)-Erfolg über die Wartburgstädter. Die Hausherren lagen nach 41 Minuten bereits mit 10 Treffern vorn (23:13), agierten im sicheren Gefühl des Sieges und mit ihrer zweiten Reihe auf dem Parkett nach dem 27:17 (49.) etwas schludrig, gestatten den Gästen im Schlussgang noch reichlich Ergebniskosmetik.
Der ThSV Eisenach präsentierte sich bei seinem ersten Punktspielauftritt ohne Leidenschaft, ohne Spielfreude und ohne Führungsspieler, dafür aber mit haarsträubenden Fehlern im Vorwärtsgang und kapitalen Schnitzern in der Abwehr. «Da stimmten die Laufwege nicht, wurde unvorbereitet einfach zum Wurf angesetzt, fehlte die Ansage und das Durchziehen von Spielzügen», resümierte Zdenek Vanek frustriert.
Der Ruf der halben Hundertschaft die 550 Kilometer Fahrkilometer auf sich nehmenden ThSV-Anhänger nach dem deprimierenden Halbzeitstand, «wir wollen euch kämpfen sehen», fand nur wenig Widerhall auf dem Parkett. Der eingewechselte Torhüter Karsten Lehmann verhinderte mit einer Vielzahl von Paraden (wehrte 12 Bälle ab) ein frühzeitiges Debakel. Dabei zeigte sich der «Bergische Löwe» vor knapp 850 Zuschauern keineswegs angsteinflößend. Doch die Eisenacher hatten kein Feuer, keine Explosivität eingepackt, geschweige denn Siegeswillen.
Torhüter Ivan Zoubkoff, in den vergangenen Jahren, egal in welchem Trikot, mehrfach für die Eisenacher ein «Buch mit sieben Siegeln», lief wieder zur Hochform auf, betätigte sich als exzellenter Vorlagengeber für Tempogegenstoßspezialist Jens-Peter Reinarz (9 Treffer). «Unsere Abwehr mit einem guten Torhüter bildete den Grundstein, initiierte viele Tempogegenstöße. Wir boten 40 Minuten hervorragenden Handball mit viel Spielfreude», strahlte Norbert Gregorz, der Trainer des Bergischen HC. 3:1 Punkte nach zwei Begegnungen sind der Lohn. «Unser Auftritt war eine einzige Enttäuschung. Es gibt noch sehr, sehr viel zu tun», resümierte sein Eisenacher Kollege.
Bedenklich bei den Eisenachern, die fehlende Leidenschaft im ersten Punktspiel! Das komplizierte Auftaktprogramm darf kein Alibi für Lethargie sein! Die Vorjahresleistungen lassen sich nicht im Selbstlauf wiederholen. Und: Der Weggang von Stefan Kneer lässt sich nur durch «eine Schippe draufpacken» aller kompensieren! Die Verantwortlichen beim ThSV Eisenach sind als Psychologe gefragt. Ganz schnell! Denn es stehen noch drei Auswärtspflichtspiele an, bevor am 07. Oktober 2006 das erste Heimspiel wartet. Aber die Aktiven selbst müssen erst einmal ihre eigene Einstellung überdenken!

Statistik
Bergischer HC: Zoubkoff , Nippes (ab 56.); Fuchs (2), Hinze (1), Zeller (2), Friedrich (2), Neuenhofen (3), Krosch, Kluge (4), Oelze (1), Selmanovic (3), Aschenbroich (1), Reinarz (9/4), Mullens (1)

ThSV Eisenach: Meinl, Lehmann (ab 25.); Hoffmann (1), Kraft (2), Sklenak (5), Weiß (1), Riehn, Emmelmann, Mellack (1), Vesely (4), Kastelic (6/1), Liebetrau (3), Szep-Kis (2)

Zeitstrafen: Bergischer HC 5 x 2 Min. – Eisenach 7 x 2 Min.
Siebenmeter: Bergischer HC 6/4 – Eisenach 2/1

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