Anzeige

ThSV Eisenach erwartet Kampfspiel im Münsterland

Abstiegsbedrohter TV Emsdetten mit Ex-Eisenacher Marcel Schliedermann als Kapitän ist am Sonntag Gastgeber für die Wartburgstädter 

„Wir müssen demütig bleiben“, erklärte Eisenachs Rückraumspieler Jannis Schneibel nach dem glanzvollen 36:29-Erfolg über den Tabellen-Fünften TV Hüttenberg. Dem ThSV Eisenach, aktuell mit 27:25 Punkten auf dem 10. Tabellenplatz, fehlt die Konstanz, wechseln Höhen und Tiefen. Am Sonntag, 03.04.2022 gastieren die Wartburgstädter um 17.00 Uhr beim im dritten Jahr in Folge um den Klassenerhalt bangenden TV Emsdetten (Platz 16 mit 20:36 Punkten, nur ein Zähler vom ersten Abstiegsplatz entfernt). „Das wird ein ganz anderes Spiel als das gegen die Mittelhessen am Mittwochabend. Der TV Emsdetten steckt im Abstiegskampf, und das bedeutet für ihn vor allem Kämpfen bis zum Umfallen. Darauf müssen wir uns einstellen“, unterstreicht Jannis Schneibel mit Blick auf den Trip zu den Münsterländern. Im Team des TV Emsdetten stehen am Sonntag mit Kapitän Marcel Schliedermann und Dirk Holzner zwei ehemalige Eisenacher. Ein dritter, Gabor Langhans, fehlt verletzungsbedingt. Eigentlich stand beim TV Emsdetten nach den Zitterjahren die Saison unter der Losung „Aufbruch in bessere Zeiten“, doch erneut geht die Abstiegsangst um. 

„Vor dem TV Emsdetten steht ein hammerhartes Programm. Das Spiel am Sonntag ist für sie enorm wichtig. Aber auch für uns. Wir wollen wie zuletzt Frische, Bereitschaft und Überzeugung auf das Parkett bringen“, fordert ThSV-Coach Misha Kaufmann. „Wir müssen den Kampf annehmen, sonst geht es für uns nicht positiv aus“, ergänzt der Schweizer. Er rechnet damit, dass die zuletzt auf dem Transfermarkt nochmals aktiven Münsterländer auch das Risiko mit einem 7 gegen 6 eingehen. Am Mittwoch, im thüringisch-hessischen Nachbarschaftsvergleich,  hatte der ThSV Eisenach darauf die besten Antworten. Die Wartburgstädter werden vermutlich die erfolgreiche Formation vom Mittwoch auf das Parkett schicken. 

„Wir freuen uns, unbegrenzt Zuschauer in die Halle lassen zu dürfen, die uns lautstark anfeuern“, lässt Marcel Schliedermann wissen. Der in letzter Sekunde gesicherte Punktgewinn beim 26:26 in Hagen sorge zudem für eine positive Grundstimmung im Team. Ähnlich wie die Eisenacher erwartet der inzwischen 31-jährige Rückraumspieler ein kampfbetontes Spiel. Der TV Emsdetten werde, so Marcel Schliedermann, wahrscheinlich in der Besetzung vom Auswärtsspiel bei Eintracht Hagen auflaufen. Warum der TV Emsdetten nun schon im dritten Jahr im Abstiegskampf stecke, beantwortet Marcel Schliedermann folgendermaßen: „Mit unsere in der Vorbereitung eingespielten Mannschaft sind wir eigentlich gut in die Saison in einer extrem ausgeglichenen Liga gestartet. Dann brechen uns verletzungsbedingt wichtige Eckpfeiler des Grundgerüstes weg. Damit meine ich vor allem die Rückraumspieler Gabor Langhans und Robin Jansen, die sich beide an der Wurfschulter operieren lassen mussten. Ihre Ausfälle konnten wir nicht kompensieren. Unsere Wechselmöglichkeiten waren begrenzt, vieles wurde auch zu einer Kraftfrage. Wir haben Punkte gelassen und sind wieder dahin gerutscht, wohin wir eigentlich nicht wollten. Ein Sieg über den ThSV Eisenach steht auf unserer Agenda.“

Ex-Eisenacher Dirk Holzner noch immer torhungrig 

Vom Auswärtsspiel bei Eintracht Hagen kehrte der TV Emsdetten mit einem Remis zurück. Eintracht Hagen führte nahezu über die gesamte Spielzeit, ging mit einem 25:21 (54.) in die Schlussphase. Doch es wurde ein Herzschlagfinale, dem die Emsdettener Maurice Paske und Paul Kolk ihren Stempel aufdrückten. Der Vorsprung von Hagen schmolz, doch beim Stand von 26:25 hatte Theo Bürgin für die Gastgeber alles klarmachen können, scheiterte aber am Emsdettener Keeper Maurice Paske, der den Ball gedankenschnell nach vorn warf. Paul Kolk pflückte das Leder herunter und veredelte es sehenswert mit der Sirene zum 26:26-Ausgleichstreffer. Erfolgreichste Werfer für den TV Emsdetten waren der erst kürzlich verpflichtete Schwede Örn Vésteinsson Östenberg mit 7 sowie der Ex-Eisenacher Dirk Holzner mit 5 Treffern. Linksaußen Dirk Holzner, inzwischen 32 Jahre, unterstreicht Jahr für Jahr seine Torgefährlichkeit, rangiert aktuell mit 155 Treffern auf Platz 4 der Torjägerliste der Liga. Um im Abstiegskampf zu bestehen, wurde kurz vor dem Ende der Transferperiode neben Örn Vésteinsson Östenberg auch der international erfahrene Josip Vekic verpflichtet. Der 23-jährige 2,10 Meter Linkshänder soll die entstandene Lücke durch die Verletzung des Ex-Eisenachers Gabor Langhans im rechten Rückraum schließen. 

Th. Levknecht 

Anzeige
Top