ThSV Eisenach fehlt die Kaltschnäuzigkeit

Wartburgstädter unterliegen dem VfL Gummersbach 24:26 (14:15)

Bildquelle: © Ch. Heilwagen / ThSV Eisenach
Eisenachs Manuel Zehnder beim Torwurfversuch gegen Gummersbachs Julian Köster.

Wir hatten 3-mal die Chance zum Ausgleichstreffer, ärgerte sich Eisenachs Abwehrchef Philipp Meyer.

Beim 19:20 verpassen wir es mit dem Ausgleichstreffer die Partie zu drehen, sinnierte Peter Walz, der Kapitän des ThSV Eisenach, der seinen Vertrag unter der Wartburg gerade um zwei Jahre verlängerte.

Koester, Julian (Vfl Gummersbach)
Yoav Lumbroso (ThSV Eisenach,36) Nationalspieler Julian Köster stoppt Yoav Lumbroso.

Der VfL Gummersbach agierte cleverer. Der ThSV Eisenach unterlag im Aufeinandertreffen von zwei Traditionsvereinen dem Altmeister mit 24:26 (14:15).

Uns fehlte die Kaltschnäuzigkeit, konstatierte Eisenachs Trainer Misha Kaufmann.

Da dachte der Schweizer an die Ausgleichschancen. Sein Team kämpfte sich nach 4-Tore-Rückständen (14:18, 38./ 16:20, 41.) mit großer Leidenschaft zurück. Beim Stand von 19:20 scheiterte Manuel Zehnder nach Foulspiel an Peter Walz vom Siebenmeter-Strich an Gummersbachs Keeper Daniel Rebmann (48.). Beim Stand von 20:21 brachte Marko Grgic zunächst das Leder nicht am Gästekeeper vorbei (51.), zog Sekunden später Justin Kurch nach einem Tempogegenstoß einen Aufsetzer mit zu viel Schmackes ab, das Leder landete über dem Gummersbacher Kasten (52.). Nach dem Treffer von Ole Pregler zum 20:22 brachte dann auch Timothy Reichmuth das Leder von Linksaußen nicht an Daniel Rebmann vorbei. Der in der 18. Minute eingewechselte Keeper schwang sich mit einer Fangquote von 46 Prozent zum „Man of the match“ auf.

Er entschied das Torhüterduell. Tom Kiesler brillierte im zweiten Abschnitt mit einer überragenden Abwehrleistung, benannte VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson zwei Komponenten für den Spielausgang.

Daniel Rebmann hat uns den Zahn gezogen, räumte Eisenachs Geschäftsführer Rene Witte ein.

Wir haben die bittere Niederlage in Wetzlar weggesteckt, letztendlich entschieden erneut nur kleine Details gegen uns, bilanzierte Misha Kaufmann.

© Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Manuel Zehnder traf wieder zweistellig, zu Punkten reichte es dennoch nicht für den ThSV Eisenach.

Philipp Meyer: Wir lassen uns nicht abschütteln!

Anzeige

Von einer „bitteren Lernzeit für sein Team“ sprach Rene Witte. Der ThSV Eisenach startete mit zwei knappen, mit zwei vermeidbaren Niederlagen, in das neue Kalenderjahr.

Wir lassen uns nicht abschütteln, betonte geradezu trotzig Philipp Meyer.

Die nächste Möglichkeit zu punkten ergebe sich schließlich schon kommenden Donnerstag. Die Wartburgstädter gastieren bei Frisch Auf! Göppingen, das am Samstag beim Tabellen-Letzten HBW Balingen-Weilstetten mit 29:30 unterlag.

© Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Yoav Lumbroso blieb ohne Torerfolg

Wartburgstädter können Führung nicht mit in die Pause nehmen

Im ersten Abschnitt haben wir lange geführt, verhelfen den Gästen durch unsere Fehler zur Halbzeitführung, erklärte Misha Kaufmann.

Anfangs taten wir uns schwer, gestand Gudjon Valuir Sigurdsson.

Der ThSV Eisenach, mit Ivan Snajder auf Links- und Moritz Ende auf Rechtsaußen, Manuel Zehnder, Yoav Lumbroso und Alexander Saul im Rückraum, Peter Walz am Kreis und Matija Spikic im Tor beginnend, stellte die Gäste mit einer offensiven Abwehr vor Probleme. Dominik Mappes und Julian Köster fanden kaum Lösungen. Eisenachs Manuel Zehnder schüttelte schnell die Negativerlebnisse vom Mittwoch in Wetzlar ab, übernahm die gewohnte Verantwortung beim Torwurf, lochte insgesamt 10 Bälle (bei 17 Versuchen) ein. Auf seinen Schultern lastet freilich ganz viel. Er traf per Strafwurf zum 6:5 (11.). Der mit in den Angriff aufgerückte Philipp Meyer erhöhte auf 7:5 (12.). ThSV-Keeper Matija Spikic stand mehrfach richtig, parierte und bekam Sonderbeifall von den Rängen. Beim VfL Gummersbach war zunächst Miro Schluroff mehrfach erfolgreich. Auf mehr als zwei Treffer ließen die Oberbergischen die Thüringer nicht weg. Dem 9:9 durch Lukas Blohme ließ Manuel Zehnder im Doppelpack das 11:9 folgen (20.). Dominik Mappes versuchte dem Gummersbacher Angriffsspiel mehr Kreativität zu verleihen. Er glich selbst zum 12:12 aus (24.). Die Gastgeber brachten Marko Grgic. Ihr Rechtsaußen Moritz Ende brachte das Leder nicht unter (29.), Juklian Köstner verschaffte sich mir einer Finte eine freie Wurfposition und lochte zum 13:14 Ein (29.). Dem Ausgleichstreffer von Simone Mengon ließ Dominik Mappes noch den Treffer zum 14:15-Pausenstand folgen.

© Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Die Referees nutzten gleich 3-mal den Videobeweis.

Gummersbachs Keeper Daniel Rebmann mit 46-prozentiger Fangquote

Der zweite Abschnitt begann mit zwei ausgelassenen Strafwurfchancen. Eisenachs Ivan Snajder scheiterte an Daniel Rebmann, Gummersbachs Milos Vujovic an Mateusz Kornecki. Den Gastgebern unterliefen ungewohnte Ballverluste, die Gäste trafen per Gegenstöße zum 14:18 (38.).

Trotz des 4-Tore-Rückstandes machte uns Eisenach das Leben schwer, gestand Gudjon Valur Sigurdsson.

Er musste ab der 39. Minute auf Milos Vujovic verzichten. Nach Videostudium zeigten die Referees ihm nach grobem Foul an Eisenachs Kapitän Peter Walz die rote Karte. Die Wartburgstädter fighteten mit wechselnden Rückraumbesetzungen, lautstark unterstützt vom eigenen Anhang, verkürzten vom 16:20 (41.) auf 19:20 (44.). Justin Kurch hatte zum Anschlusstreffer eingenetzt. Dem in der Schlussviertstunde dreifach möglichen Ausgleichstreffer stand vor allem Gummersbachs Torhüter Daniel Rebmann im Wege. Ole Pregler traf zum für die Gäste wichtigen 23:25 (59.). Der neuerliche Anschlusstreffer von Marko Grgic fiel erst 17 Sekunden vor der Sirene. Tilen Kodrin traf mit der Sirene zum 24:26-Endstand. Die Gäste jubelten mit ihrem mitgereisten Anhang. Die Eisenacher wurden mit aufmunterndem Beifall verabschiedet.

© Ch. Heilwagen / ThSV Eisenach
Enttäuscht, das ThSV-Team nach dem Abpfiff.

Statistik
ThSV Eisenach: Spikic, Kornecki, Plaue; Reichmuth, Zehnder (10/1), Patrail, Walz (3), Mengon (1), Grgic (3), Ende (2), Meyer (1), Lumbroso, Donker, Kurch (2), Snajder, Saul (2)
VfL Gummersbach: Ivanisevic, Rebmann; Vidarsson (1), Kodrin (1), Vujovic (5/3), Köster (4), Blohme (2), Häseler, Schluroff (4), Tskhovrebadze, Mappes (5/1), Pregler (4), Horzen, Kiesler, Zemann
Siebenmeter: ThSV Eisenach 1/4 – VfL Gummersbach 4/6
Zeitstrafen: ThSV Eisenach: 5 x 2 Min. – VfL Gummersbach: 2 x 2 Min., Rot für Vujovic n. grobem Foulspiel (39.)
Schiedsrichter: Köppl/Regner
Zuschauer: 2.794
Spielfilm: 7:5 (12.), 11:11 (22.), 14:15 (30.), 15:19 (40.), 19:20 (44.), 21:24 (56.), 23:24 (59.), 23:25 (59.), 24:25 (60.), 24:26 (60.)
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Zehnder – VfL Gummersbach: Rebmann, Kiesler, Pregler

Th. Levknecht

Anzeige
Anzeige