ThSV Eisenach II brennt im zweiten Abschnitt ein Angriffsfeuerwerk ab

Bildquelle: sportfotoseisenach – Nachwuchskoordinator Mark Dragunski, hier während einer Auszeit, hatte wieder das Coaching übernommen
Nach 37:32 (12:15) -Sieg bei der HSG Freiberg keimt Hoffnung auf den Klassenerhalt
„Die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder: Letzte Ausfahrt Freiberg“, unter diesem Slogan startete der ThSV Eisenach II am Samstag zum Punktspiel der MHV-Regionalliga ins Sächsische. Das Team um Spielertrainer Qendrim Alaj zeigte, es hat noch richtig Puls. Im Kellerderby bei der HSG Freiberg siegte es 37:32 (12:15). Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt nun 4 Punkte, bei noch 7 zu absolvierenden Spielen. Das Rennen in Sachen Klassenerhalt ist noch offen.

ThSV Eisenach II mit 25 Treffern nach dem Seitenwechsel
Eine klare Steigerung in Abwehr und Angriff nach dem Seitenwechsel mündete im verdienten Sieg. „Die klare Botschaft des Abends: Wenn die Mannschaft an ihr Potential glaubt, diszipliniert aufspielt, geht noch was“, erklärte Maik Nowak, der vor Ort anwesende Sportliche Leiter des ThSV Eisenach. Nach dem Seitenwechsel markierte der ThSV Eisenach II mit präzisen Abschlüssen 25 Treffer! „Marec Stupka ist mit seiner Leistung vorangegangen“, freute sich Maik Nowak über den 19-jährigen Linkshänder auf Rechtsaußen, auf dessen Konto 9 Treffer aus 10 Versuchen gingen. Ole Gastrock Mey und Armend Alaj ließen sich von Fehlwürfen nicht entmutigen, versenkten je 7 Bälle. „Unser Torwarttrainer im Kasten hat viel geholfen“, führte Maik Nowak mit Blick auf den das Gehäuse der Zweiten hütenden Stanislaw Gorobtschuk aus. Für den 37-jährigen Keeper hatte Mannschaftsbetreuer Jan Gesell insgesamt 15 Paraden notiert, was eine Fangquote von 32 Prozent entsprach. Nur zwei technische Fehler im zweiten Abschnitt waren ein Pfund, mit dem der ThSV Eisenach II wucherte. „Wie spielten nach dem Seitenwechsel in die Tiefe und schlossen konsequent ab“, unterstrich Marec Stupka. Nach der 23:21-Führung (42.) glichen die Freiberger um den langjährigen Zweitbundesliga-Torjäger Adrian Kammlodt (einst EHV Aue, HC Elbflorenz, TV Großwallstadt) nochmals zum 23:23 aus (44.), doch danach dominierten die Gäste von der Wartburg, wurde es in der mit 500 Zuschauern gefüllten Ernst-Grube-Halle zunehmend ruhiger. „Ballgewinne ließen uns ins Tempospiel kommen“, vermerkte Marec Stupka. Spielertrainer Qendrim Alaj dirigierte mit Übersicht das Angriffsspiel, bediente mehrfach Conrad Ruppert am Kreis, der zum 25:23 für seine Farben versenkte (46.). Jannes Rehm löste ihn im zweiten Abschnitt mit Bravour für Abwehraufgaben ab. Marec Stupka erhöhte im Doppelpack auf 30:26 (51.). Eine Fackel von Ole Gastrock-Mey zischte zum 31:26 ins Freiberger Netz. „Wir blieben cool. Die für den ThSV Eisenach typische DNA mit Kampfgeist und Leidenschaft ließ uns den einen oder anderen Fehler ausmerzen“, unterstrich der 19-jährige Linksaußen Leif Katzwinkel, der zum wichtigen 34:30 einnetzte (58.). „Alle, auch die nicht zum Einsatz gekommenen Wechselspieler, waren mit Herzblut dabei“, betonte Qendrim Alaj, für den Jan Gesell bei dessen 6 Treffern eine 100-Prozent-Wurfquote notiert hatte. Das Coaching auf der Bank hatte erneut Nachwuchskoordinator Mark Dragunski übernommen. „Das hat wieder sehr geholfen“, richtete Maik Nowak ein dickes Danke an den 2, 14 Meter großen Ex-Nationalspieler. Armend Alaj machte mit seinem Treffer zum 36:30 (59.) den ersten Auswärtssieg des ThSV Eisenach II perfekt. Ein Doppelpunktgewinn, der neue Hoffnung auf den Klassenerhalt keimen lässt.

Noch zu unscharfe und unpräzise Torwürfe
„In der ersten Halbzeit fehlte mir noch etwas Mentalität“, räumte Qendrim Alaj ein. „In der Abwehr standen wir ganz gut, doch im Angriff lief es nicht so wie erhofft“, beschreibt Leif Katzwinkel den Großteil der ersten 30 Minuten. „Wir brauchten bis zum ersten Treffer fast 7 Minuten“, so Marec Stupka. Die Gastgeber starteten mit einer 3:0- und 5:3 Führung (6./12.). Die Eisenacher wechselten im Rückraum. Ole Gastrock-Mey, Jannes Rehm und Armend Alaj agierten zwischenzeitlich im Rückraum. Nach einer Parade von Stanislaw Gorobtschuk lupfte Armend Alaj im Gegenzug zum 7:7-Ausgleichstreffer ein (17.), versenkte wenig später sogar zum 7:8 (18.). Die Eisenacher schlossen überhastet und unpräzise ab, der knapp 40-jährige Tino Hensel im Kasten der HSG Freiberg parierte mehrfach. Die Gastgeber netzten zum 12:9 per Gegenstoß ein (25.). Einen Eisenacher Ballverlust nutzte Marc Schreiber zum 15:11. Jannes Rehm verkürzte noch bis zur Halbzeitsirene.

Hinten wird abgeriegelt, vorn kreatives Angriffsspiel präzise vollendet
„Nach dem Seitenwechsel zeigten wir ein anderes Gesicht, setzten das in der Halbzeitpause Besprochene gut um“, rekapitulierte Leif Katzwinkel. Oldie Tino Hensel im Tor der HSG Freiberg bekam kaum noch eine Hand ans Leder, wurde ausgewechselt. Seinem Nachfolger erging es ebenso. Ole Gastrock Mey, Qendrim Alaj und Armend Alaj im Rückraum, Leif Katzwinkel auf Links- und Marec Stupka auf Rechtsaußen und Conrad Ruppert am Kreis zündeten ein facettenreiches Angriffsfeuerwerk. Qendrim Alaj versenkte die seinem Team zuerkannten Siebenmeter schnörkellos, wie beim 20:20 (39.) und 21:21 (41.). Ballverlagernde Aktionen schloss Marec Stupka von Rechtsaußen ab, vollendete zum 23:24 (45.). Die Gäste von der Wartburg gaben die Führung nicht wieder ab. Der Gastgeber biss sich an der Eisenacher Abwehr die Zähne aus. Bälle, die diese passierten, wurden eine Beute von Stanislaw Gorobtschuk. „Wir bauten die Führung aus, brachten unseren Vorsprung ins Ziel, was im Heimspiel gegen den HC Elbflorenz II nicht gelungen war“, vermerkte ein aufgekratzter Marec Stupka.
Statistik
HSG Freiberg: Hensel, Runge, Uhlemann; Stenger (2), Chriaco (4), Schreiber (2), Wolf, Tischendorf (8/2), Neumann (5), Richter (1), Kammlodt (5), Kühn, Riedel (5), Tieken, Müller
ThSV Eisenach: Gorobtschuk, Büchner, Mingram; Brenner, Rehm (2), Nothum, Stupka (9), Ruppert (4), Schlotzhauer, Kryeziu, Gastrock-Mey (7), Cech, A. Alaj (7), Katzwinkel (2), Q. Alaj (6/4)
Siebenmeter: HSG Freiberg 2/3 – ThSV Eisenach II 4/4
Zeitstrafen: HSG Freiberg 4 x 2 Min. – ThSV Eisenach II 2 x 2 Min.
Schiedsrichter: Lippoldes/PunkteZuschauer: 500
