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ThSV Eisenach II erobert die Festung Sportzentrum Breitungen

Kapitän Qendrim Alaj führt sein Team zum 32:25 (13:14) -Sieg bei der HSG Werratal / Grundstein mit einer starken Deckungsleistung gelegt

Derbysiege schmecken ganz lecker, ein Sieg in der Sporthalle Breitungen ist eine besondere Delikatesse, erklärte Qendrim Alaj, der Kapitän des ThSV Eisenach II, nach dem 32:25 (13:14) -Erfolg bei der HSG Werratal, zu dem er selbst 9 Treffer (5 vom Siebenmeter-Strich) beisteuerte.

Der mit 29 Jahren älteste Eisenacher Feldspieler heuerte während seiner eigenen Laufbahn 2-mal bei der HSG Werratal an, hat also eine ganz besondere Beziehung zum samstäglichen Gastgeber. Diese hatten aber auch andere, auf dem Parkett in der Sporthalle Breitungen standen vor offiziell 250 Zuschauern auf jeder Seite sechs Akteure, die schon das Trikot des Kontrahenten trugen. Der ThSV Eisenach II hatte sich im Vorfeld selbst die Favoritenrolle zugeschrieben, wurde dieser mit einer bärenstarken zweiten Halbzeit auch gerecht. Frühzeitig verstummte nach Wiederanpfiff die erwartungsvoll gestimmte Anhängerschaft der Gastgeber.

ThSV-Keeper Maximilian Steppan mit 18 Paraden
Dass Handballspiele in der Abwehr gewonnen oder verloren werden, das bewahrheitete sich einmal mehr.

Unsere starke Deckung im Zusammenspiel mit dem Torhüter gab den Ausschlag, konstatierte Daniel Hellwig, der Coach des ThSV Eisenach II.

Mit 18 Paraden gewann Eisenachs Schlussmann Maximilian Steppan das Duell der Keeper um Längen. Aber auch die Torwurfeffektivität (32 Treffer aus 42 Würfen) konnte sich sehen lassen.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten wir noch die Kompaktheit in der Abwehr. Jeder hat für den anderen gekämpft. Im Angriff spielten wir überwiegend besonnen, ließen uns nicht zu übereilten Abschlüssen hinreißen, merkte Eisenachs Rückraumspieler Julius Brenner an, der trotz harter Körperattacken immer wieder den Weg in die Tiefe suchte und 7 Treffer markierte.

Der ThSV Eisenach II traf vom 14:16-Rückstand (32.) zur 20:16-Führung (40.). Sascha Kleint, bei den Gastgebern überraschend auf der Regieposition aufgeboten, vor zwei Jahren noch Kapitän beim ThSV Eisenach II, im zweiten Abschnitt durch Oberschenkelprobleme gehandicapt, bemängelte erneut das Überzahlspiel seiner Mannschaft.

Da waren wir nicht clever genug. Nach dem 3-Tore-Rückstand sind wir in Hektik verfallen, uns unterliefen technische und Abspielfehler. Unsere Chancenverwertung war erneut nicht gut. So war gegen eine starke junge Eisenacher Mannschaft nicht zu gewinnen, resümierte der 36-jährige Routinier.

Effektivität: ThSV II mit 32 Treffern aus 42 Würfen
Die Gäste machten Nägel mit Köpfen. Qendrim Alaj versenkte die nach Regelwidrigkeiten an Ole Gastrock-Mey und Patrick Cuturic verhängten Strafwürfe, zog mit „Auge“ zur eigenen 28:20-Führung ab (53.).

Ja, wir haben im Angriff mit Kopf gespielt, die Vorgaben des Trainers bestens umgesetzt. Unser Dank geht an die zahlreich mitgereisten Anhänger, die uns über die gesamten 60 Minuten lautstark unterstützt haben, betonte Qendrim Alaj.

Coach Daniel Hellwig setzte bis in die Schlussphase auf seine Stammformation mit Ardit Ukaj auf Links- und Philipp Urbach auf Rechtsaußen, Ole Gastrock-Mey, Qendrim Alaj und Julius Brenner im Rückraum, Patrick Cuturic am Kreis und Maximilian Steppan im Tor.

Auf unserer Bank sind stets alle mitgegangen, haben die Teamgefährten auf dem Parkett unterstützt, vermerkte Daniel Hellwig einen aus seiner Sicht wichtigen Aspekt.

Aron Büchner kam nur für einen Siebenmeter ins Tor. Der ThSV-Coach wechselte für die letzten knapp 5 Minuten die jungen Tizian Reum und Karl-Marius Schnell ein. Der Ex-Werrataler Tizian Reum traf zur zwischenzeitlichen 9-Tore-Führung (31:22, 57.).

Zur Halbzeit hätten wir klarer führen müssen. Nach dem Seitenwechsel haben wir schlechten Handball geboten, hinten und vorn lief nicht mehr viel zusammen. Der ThSV Eisenach II hat völlig verdient gewonnen, gab Lars Kremmer, der Keeper der HSG Werratal (auch mit Eisenach-Vergangenheit), freimütig zu.

Philipp Urbach trifft über Rechtsaußen
Beide Teams starteten feurig, angestachelt durch den Derbycharakter und die gut gefüllten Zuschauerränge. Nach einer Rangelei schickten die Spielleiter Eisenachs Julius Brenner und Werratals Julian Rothämel zum Abkühlen für zwei Minuten auf die Bank. Enno Beyer traf kurz darauf für die Hausherren zum 6:4 (11.). Daniel Hellwig griff zur grünen Karte. Die Gastgeber attackierten frühzeitig Eisenachs Distanzwerfer Ole Gastrock-Mey und Julius Brenner. Roland Selmeci ließ die Hausherren mit seinem Treffer zum 10:7 jubeln (20.). ThSV-Schlussmann Maximilian Steppan sendete wichtige Signale an seine Vorderleute. Julius Brenner zog aus dem rechten Rückraum zum Anschlusstreffer ab (10:9, 22.). Tom Kreutzer (von Linksaußen) und Tim Winner (im Nachsetzen vom Kreis) versenkten zum 12:9 (25.), Patrick Cuturic scheiterte frei an Werratals Torhüter Lars Kremmer (27.). Doch die Eisenacher schalteten noch vor der Pause in einen höheren Gang, in der Abwehr und im Angriff. Philipp Urbach (4 Treffer vor der Pause) markierte per Tempogegenstoß den neuerlichen Anschlusstreffer (12:11, 27.). Beim Stand von 14:13 parierte ThSV-Keeper Maximilian Steppan als letzte Aktion der ersten Halbzeit gegen den freien Enno Beyer, dessen Pulver frühzeitig feucht geworden war.

Hausherren finden keine Mittel gegen Eisenachs Abwehr
Nach Wiederanpfiff übernahmen die Gäste das Sagen. Der Eisenacher Innenblock riegelte ab. Ole Gastrock-Mey, bereits nach 13 Minuten mit einer zweiten Zeitstrafe belegt, agierte mit erstaunlicher Abgeklärtheit bei der Abwehrarbeit zusammen mit Patrick Cuturic. Was dennoch auf den ThSV-Kasten kam, Torhüter Maximilian Steppan stand richtig. Eisenachs junger Rückraumspieler Julius Brenner sah sich immer wieder schmerzhaften Körperattacken ausgesetzt, ließ sich aber beim Treffer zum 16:17 (37.) nicht stoppen. Fortan gaben die Wartburgstädter die Führung nicht mehr aus der Hand. Qendrim Alaj täuschte ein Abspiel an, zog aber selbst zum 16:20 ab (40.). Die Gastgeber verkürzten durch einen Konter von Tom Kreutzer noch einmal auf 18:20 (45.), die Gäste antworteten durch Patrick Cuturic und Philipp Urbach zum 18:22 (46.). Eine Auszeit von Adrian Wendlandt, dem Coach der HSG Werratal, einschließlich personeller und taktischer Veränderungen, fruchtete nicht. Ardit Ukaj versenkte von Linksaußen ins kurze Eck (18:23, 47.). Ein Doppelschlag von Julius Brenner zum 19:25 (49.) bedeutete mehr als eine Vorentscheidung. Die Spieler der HSG Werratal und ihr Anhang resignierten. Nach einer Freiwurfablage zappelte ein Ball von Ole Gastrock-Mey zum 21:29 im Kasten der HSG Werratal (54.). Lars Kremmer hatten da seinen Platz inzwischen für Rene Meißner geräumt. Die ThSV-Fanschar skandierte „Auswärtssieg! Auswärtssieg!“, das Team des ThSV Eisenach II tanzte wenig später auf dem Parkett, jubelte gemeinsam mit den eigenen Anhängern.

Statistik
HSG Werratal: Kremmer, Meißner, Handschuch; Panasenko, Rothämel (4), Kreutzer (6/3), Kleint (2), Goller (2), Meißner, Bilic (1), Winner (1), Warlich, Scharfenberg, Selmeci (4), Beyer (5)
ThSV Eisenach II: Steppan, Büchner; Brenner (7), Bourtal, Schnell, Cuturic (3), Urbach (5), Meyer, Reum (2), Gastock-Mey (4), Ukaj (2), Hennig, A. Alaj, Q. Alaj (9/5),
Siebenmeter: HSG Werratal 3/3 – ThSV Eisenach II 5/5
Zeitstrafen: HSG Werratal 6 x 2 Min. – ThSV Eisenach II 6 x 2 Min.
Schiedsrichter: Langbein/Schmidt
Zuschauer: 250

Th. Levknecht

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