ThSV Eisenach II hat noch Puls

Bildquelle: ElAntaki – Ole Gastrock-Mey mit Power in Richtung Kasten des HSV Bad Blankenburg
Stani hält, Duje dirigiert die Abwehr, Ole und Marec treffen
Ein ganz starkes Lebenszeichen des ThSV Eisenach II: 33:27 (17:17) -Sieg über den HSV Bad Blankenburg
„Derbysieger, Derbysieger!“ Die Spieler des ThSV Eisenach II sangen und tanzten, begleitet von Ovationen der über 300 Zuschauer, nach dem Abpfiff auf dem Parkett der Werner-Aßmann-Halle. Im Thüringenderby der Regionalliga des Mitteldeutschen Handballverbandes sendete der Tabellen-Letzte ein starkes Lebenszeichen, bezwang den HSV Bad Blankenburg mit 33:27 (17:17). „Wir haben bewiesen, wir haben noch Puls“, strahlte Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II, der sich wieder auf seine Rolle als Angriffsregisseur konzentrieren konnte. Das Coaching übernahm erneut Nachwuchskoordinator Mark Dragunski. Der Ex-Nationalspieler hatte die weibliche D-Jugend seines Ex-Vereins SGSH Dragons und deren Mamas aus dem Sauerland mitgebracht, die am Wochenende in Eisenach weilten, sich mit den Mädels der JSG Erbstromtal zum freundschaftlichen Vergleich trafen. Auch diese unterstützten lautstark das Team des ThSV Eisenach II, waren begeistert vom Thüringer Handballtempel. Unüberhörbar, die Dragu-Dragu-Rufe der Gäste der SGSH Dragons in Richtung Mark Dragunski.

Wer waren die Protagonisten beim ThSV Eisenach II? Torhüter Stanislaw Gorobtschuk lief zu großer Form auf, seinen 7 Paraden in der ersten Halbzeit folgten gleich 12 nach dem Seitenwechsel. In der Summe starke 19 Paraden! Die Deckung vor ihm, angeführt vom Innenblock mit Oldie Duje Miljak und Ole Gastrock-Mey, riegelte ab. Ole Gastrock-Mey zündete im Angriff Fackel auf Fackel. Mannschaftsleiter Jan Gesell hatte für den Rückraumkanonier 9 Treffer notiert. Für den jungen Linkshänder Marec Stupka standen 8 Treffer aus 8 Versuchen in seiner Statistik. Eine 100-Prozent-Wurfquote! Wichtig, dem ThSV Eisenach II unterliefen, im Gegensatz zu den letzten desaströsen Auftritten, nur 9 technische Fehler. Die Zahl der Fehlwürfe, nämlich 13, hielt sich in einem bescheidenen Rahmen. Der auf Tabellenplatz 9 angereiste HSV Bad Blankenburg wurde nach dem Seitenwechsel nicht nur ausgebremst, sondern regelrecht überrollt. Selbst der Toptorjäger der Liga, Vaclav Kovar, kam kaum zum Zuge. Ihm gelangen ganze 4 Feldtore, hinzu kamen 6 Treffer vom Siebenmeter-Strich. Vielfach wurden nach dem Seitenwechsel Wurfversuche der Gäste geblockt. Der ThSV Eisenach II meisterte auch die vielen Unterzahlphasen. Die Referees Martin Bilski und Danny Trumpf verhängten gegen die Gastgeber 14 Strafminuten, gegen den HSV Bad Blankenburg gerade einmal 2. Und auch bei den zugesprochenen Siebenmetern, 7 für den HSV Bad Blankenburg, 2 für den ThSV Eisenach II, waren die Gäste im Vorteil. Diese hatten Norbert Ban, der gemeinsam mit Jörg Heinemann auf Ebene des Thüringer Handballverbandes als Schiedsrichtergespann fungiert, als Rückraumspieler dabei. Der Ex-Eisenacher Jonas Bogatzki fehlte verletzungsbedingt, hatte die Fahrt in seine einstige Heimstätte nicht mit angetreten.
„Wir hatten eine Idee und diese dann auch zu 70 Prozent umgesetzt. Wir haben geduldig und bis auf den Punkt gespielt. Die Mannschaft hat gezeigt, wozu in der Lage ist. Die Abwehr war im Kollektiv überragend. Beide Außen bestachen mit einer hundertprozentigen Wurfquote. Schwierigkeiten haben wir gemeistert“, konstatierte Mark Dragunski. Von nahezu 60-minütigen gut strukturiertem Handball sprach Marec Stupka. „In unseren Reihen steckt noch viel Energie. Wir leben noch“, betonte der 18-jährige Rechtsaußen. Die theoretische Chance auf den Klassenerhalt besteht weiterhin. Eine Siegesserie müsste her. Auch nach dem Derbysieg bleibt der ThSV Eisenach II Schlusslicht der Tabelle. Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt 4 bzw. 5 Punkte.

Spaß an Abwehrarbeit
„Der anfängliche 5-Tore-Rückstand war ein Weckruf für uns alle. Die Aufholjagd nach dem 5:10 war der Schlüssel zum Erfolg. Dass wir gleich nach der Halbzeitpause in Führung gingen, war enorm wichtig. Wir haben Teamgeist und Charakterstärke demonstriert“, sprudelte es aus Linksaußen Ardit Ukaj heraus.
Der Start, mit einem 5:10-Rückstand (11.Min.), versprach nichts Gutes. „Wir haben nicht lamentiert, an unserem Matchplan festgehalten. Wir haben unsere Angriffe lange ausgespielt, sind bei angezeigtem Zeitspiel nicht hektisch geworden. Den Positionsangriff der Gäste im 6 gegen 6 haben wir unter Kontrolle gehabt“, hob Ole Gastrock-Mey hervor. „Wir behielten nach dem 5:10-Rückstand den Kopf oben, haben unser Tempo dosiert. Überragend unsere Abwehr einschließlich eines famosen Stani Gorobtschuk im Tor. Zum erfolgreichen Handball gehört auch die Abwehrarbeit. An der hatten wir heute Spaß. Uns gelangen zuletzt fehlende Ballgewinne. Alle unseres Teams, auch die nicht eingesetzten Wechselspieler, waren mit viel Emotionen dabei. Unsere schöne Sportart lebt von Emotionen. Die Stimmung auf der Haupttribüne hat uns beflügelt. Vielen Dank an unsere Fans“, betonte Qendrim Alaj. Sein Team ließ den Funken vom Parkett auf die Ränge überspringen! Qendrim Alaj kam für das Angriffsspiel auf das Parkett, wurde für Abwehraufgaben zumeist von Duje Miljak abgelöst. Qendrim Alaj inszenierte das kreative Angriffsspiel. An seiner Seite im Rückraum Ole Gastrock-Mey und Armend Alaj. (Aufgrund einer im Training zugezogenen Fußverletzung fehlte Julius Brenner. Fortwährende Knieprobleme zwingen Kapitän Julian Rothhämel weiter in die Zuschauerrolle.) Conrad Ruppert besetzte über die gesamte Distanz die Kreisposition, Marec Stupka und Ardit Ukaj die Außenpositionen.

Zum Spielverlauf
Nach dem 3:3 (5.) zogen die Gäste mit effizient abgeschlossenen Angriffszügen auf 5:10 davon (11.). Mark Dragunski rief das Team zur Auszeit. Neue Instruktionen fanden erst nach und nach ihre Umsetzung. Eisenachs Abwehrarbeit verbesserte sich, im Angriff wurde besonnen aufgespielt. Der aufgerückte Duje Miljak bediente Conrad Rupperrt, der vom Kreis zum 10:12 einnetzte (18.). Noch unterlief dem Gastgeber der eine oder andere Fehler. Die Gäste trafen vom Siebenmeter-Strich zum 11:14 (22.). Eisenachs Ole Gastrock-Mey ließ sich von Holztreffern und Fehlwürfen nicht entmutigen. Er und Marec Stupka trafen zum 14:15-Anschlußtreffer (27.). Dem 15;17 (39.) ließen Ole Gastrock-Mey und Qendrim Alaj noch die Treffer zum 17:17-Pausenstand folgen.

Gorobtschuk-Gala
Marec Stupka netzte 25 Sekunden nach Wiederbeginn zum 18:17 ein. Armend Alaj behauptete sich zum 20:18 (33.). Die Hausherren übernahmen die Spielkontrolle. Die Stani-Gorobtschuk-Show war zudem eingeläutet. Der Torwarttrainer der Eisenacher Bundesligamannschaft lief unter den Augen von Bundesligacoach Sebastian Hinze zur Hochform auf. Er kaufte auch Liga-Toptorjäger Vaclav Kovar einen Siebenmeter ab (36.). Ein Rückhandanspiel von Qendrim Alaj veredelte Ardit Ukaj zum 23:20 (38.). Mit vollster Überzeugung zog Ole Gastrock-Mey zum 24:21 ab (42.). Die Hausherren spielten im Angriff besonnen, konnten sich hinten auf ihre Abwehr verlassen. Die Gäste fanden kaum noch Lösungen. Ihre mitgereisten Fans versuchten sie zu pushen. Vergebens! Der ThSV Eisenach II war längst auf der Überholspur. Marec Stupka netzte von Rechtsaußen zum 26:23 ein (43.). Linksaußen-Kollege Ardit Ukaj erhöhte auf 27:23 (46.). Ein Torwartwechsel beim HSV Bad Blankeburg blieb ohne Einfluss auf den Spielverlauf. Die Gäste bissen sich an Eisenachs Abwehr die Zähne aus. Gorobtschuk, Miljak & Co. bekamen Szenenapplaus. „Ja hätten sie doch in den vergangenen Spielen so gespielt“, sinnierte ein eingefleischter Fand der Zweiten des ThSV Eisenach II. Ole Gastrock-Mey und Qendrim Alaj erhöhten auf 30:24 (50.). Nach einem Supka-Soppelpack leuchtete ein 32:25 auf der Anzeigetafel (54.). Armend Alaj erhöhte auf 33:25 (52.). Zwischen den Eisenacher Treffern, beifallsumrauschte Paraden von Stanilaw Gorobtschuk. Der HSV Bad Blankenburg hatte längst resigniert. Mit solch geballter Gegenwehr des Schlusslichtes hatte er nicht gerechnet. In den Schlussminuten konnte sich auch der eingewechselte Aron Büchner im ThSV-Kasten noch auszeichnen.

Heimspiel gegen den HC Elbflorenz II
Am Samstag, 28.02.2026 genießt der ThSV Eisenach II erneut Heimrecht, empfängt um 19.30 Uhr mit dem HC Elbflorenz II ein Spitzenteam der Liga. Mit dem Spiel gegen den HSV Bad Blankenburg dürfte er beste Werbung für den kommenden Samstag gemacht haben….
Statistik
ThSV Eisenach II: Gorobtschuk, Büchner, Mingram; Rehm, Nothum, Stupka (8), Ruppert (2), Schlotzhauer, Kryeziu, Miljak, Gastrock-Mey (9), Ukaj (4), Cech, A. Alaj (6), Katzwinkel, Q. Alaj (4/2)
HSV Bad Blankenburg: Vaicekauskas, Lutz; Ban (3), T. Scherer (4), Kyvala, Graefe, Doskar (3), M. Scherer (2), Jonas (3), Konarik (1), Hermanovsky, Standhardt, Uhrinak (1), Kovar (10/6)
Siebenmeter: ThSV II 2/2 – HSV Bad Blankenburg 6/7
Zeitstrafen: ThSV II 7 x 2 Min. – HSV Bad Blankenburg 1 x 2 Min.
Schiedsrichter: Bilski/Trumpf
Zuschauer: 311