ThSV Eisenach II startet im Vogtland in die Mammutaufgabe 4. Liga

HC Einheit Plauen am Samstag Gastgeber für das Team um Spielertrainer Qendrim Alaj 

Erstmals geht die zweite Männermannschaft des ThSV Eisenach zu Punktspielen in der 4. Liga, der Regionalliga des Mitteldeutschen Handballverbandes, an den Start. Der Thüringenmeister steht vor einer gewaltigen Herausforderung, ja einer Mammutaufgabe. 

„Wir werden in der 4. Liga in eine völlig neue Rolle schlüpfen, nämlich die des Außenseiters. In dieser wollen wir viele Überraschungen schaffen und Punkte für den Klassenerhalt sammeln“, erklärt Qendrim Alaj. Auf den 33-Jährigen lastet als Spielertrainer enorm viel Arbeit. Nicht mehr im Kader stehen Philipp Urbach (Karriereende) und Leonard Tölke, der berufsbedingt Thüringen verlässt. Emil Weiß nimmt demnächst ein Medizinstudium auf und legt den Handball erst einmal zur Seite. Maarten Elwert, der junge Linkshänder, der in der Aufstiegssaison aus dem rechten Rückraum für Furore sorgte, hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen, wurde Ende Juli operiert und wird lange ausfallen. Rückraumspieler Julian Rothhämel ist der einzige externe Neuzugang. Der 26-Jährige kam vom Thüringer Oberligisten SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim. Qendrim Alaj rechnet für die Punktspiele mit den jungen Marec Stupka (Rechtsaußen) und Bastian Freitag (Torhüter) aus dem Bundesligakader. Zum Punktspielstart im „Abenteuer 4. Liga“ steht am Samstag, 06.09.2025 um 17.00 Uhr ein Auswärtsspiel beim HC Einheit Plauen an (Dreifelder-Sporthalle am Berufsschulzentrum „Anne Frank“, Wieprechtstraße 11). Zum ersten Heimspiel empfängt der ThSV Eisenach II am Samstag, 13.09.2025 um 19.30 Uhr den HC Aschersleben. 

sportfotoseisenach – Im Rückraum gefordert: Julius Brenner

Abwehrarbeit soll verbessert werden

„Ganz wichtig wird der Mannschafts-Zusammenhalt sein. Besonders nach Niederlagen oder gar einer Niederlagenserie. Wir müssen bei dieser Herkulesaufgabe als Team, Verein und Fans zusammenstehen. Wir wissen, was wir können, werden uns nicht verstecken, werden mit den uns auszeichnenden Tugenden die Punktspiele bestreiten“, blickt Qendrim Alaj auf die MHV-Regionalliga-Saison gegen unbekannte Kontrahenten und mit weiten Reisen. „Jede Woche wartet auf uns ein Top-Spiel. Es wird sich zeigen, ob unsere Mannschaft mental stark genug für den Kampf um den Klassenerhalt ist“, betont Qendrim Alaj. Er weiß, die Abwehrarbeit muss deutlich verbessert werden. „Dazu gehört das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter“, unterstreicht Qendrim Alaj. Der Deckungs-Innenblock mit dem jungen Ole Gastrock-Mey und dem bundesligaerfahrenen Routinier Duje Miljak wird mit seinen Nebenleuten Schwerstarbeit zu verrichten haben. 

sportfotoseisenach – Neuzugang vom SV BW Goldbach/Hochheim: Julian Rothhämel

Holprige Saisonvorbereitung

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Die Saisonvorbereitung verlief für den ThSV Eisenach II alles andere als optimal. Verletzungen und Krankheiten ließen nur eingeschränktes Training zu. Erhoffte Neuzugänge blieben aus. Zu Test- und Turnierspielen stand zumeist nur ein kleiner Kader zur Verfügung. Taktik-Training, so Qendrim Alaj, sei kaum möglich gewesen. In der Vorwoche fanden zwei Trainingsspiele statt. Gegen den SV Town & Country Behringen/Sonneborn sprang ein 20-Tore-Sieg heraus. Tags darauf unterlag der ThSV Eisenach II dem badischen Oberligisten TSV Roth-Malsch knapp mit einem Treffer. Nach diesen zwei Testspielen nahm der ThSV Eisenach II mit kleinem Kader (8 Feldspieler) noch an einem Turnier in Goldbach teil. Lediglich gegen den gastgebenden Oberligisten SV BW Goldbach/Hochheim, mit dem 40-jährigen Neuzugang Stephan Harseim im Tor, gelang ein 17:17-Remis. Die anderen Turnierspiele gegen den TSV Simbach (aus Bayern) und den TV Hersfeld (aus Hessen) gingen verloren. „Eine gut organisierte Veranstaltung“, zollte Qendrim Alaj dem SV Goldbach/Hochheim ein Lob. Er selbst konzentrierte sich ausschließlich auf seine Trainerrolle. 

sportfotoseisenach – Conrad Ruppert gehört zum Kreisläuferteam

Gleich eine Standortprüfung 

Zum Punktspielauftakt geht es in die 65.000 Einwohner zählende Kreisstadt des Vogtlandkreises. Der hier beheimatete HC Einheit Plauen schloss die vergangene MHV-Regionalliga-Saison auf einem beachtlichen 4. Tabellenplatz ab. In seinen Reihen steht der Ex-Eisenacher Joel Stegner, der auf allen Rückraumpositionen zum Einsatz kommt. Die Gäste von der Wartburg treffen am Samstag folglich auf einen ehemaligen Teamgefährten, der sich in Plauen gut entwickelt, einen Stammplatz erkämpft hat und besonders motiviert sein wird.

Der HC Einheit Plauen um seinen Trainer Mario Schuldes setze auf einen schnellen Handball, schnelle Mitte, erste und zweite Welle, ergab die Videoanalyse von Qendrim Alaj. „Viele Angriffszüge laufen zur Kreismitte, 1 gegen 1-Aktionen prägen ebenso das Angriffsspiel einer Mannschaft mit einem Mix aus erfahrenen und jungen Spielern, die von einer kompakten Abwehr profitiert“, beschreibt der Eisenacher Spielertrainer den samstäglichen Gastgeber. Für sein Team wird die Partie in Plauen gleich eine Standortprüfung. Torhüter Christian Trabert kann berufsbedingt nicht dabei sein. 

Der ThSV Eisenach II wird wahrscheinlich in Plauen in folgender Formation auflaufen: Aron Büchner und Bastian Freitag im Tor sowie die Feldspieler Leif Katzwinkel, Ardit Ukaj, Ole Gastrock-Mey, Julius Brenner, Julian Rothhämel, Qendrim Alaj, Jannis Rehm, Duje Miljak, Felix Cech, Marec Stupka, Armend Alaj, Conrad Ruppert und Max Schlotzhauer. Vielleicht rückt noch der eine oder andere A-Jugendliche in den Kader. 

Th. Levknecht 

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