ThSV Eisenach II startet mit Derbysieg in die Oberligasaison

Gebrüder Alaj werfen zusammen 18 Tore – Keeper Bastian Freitag pariert 18 Bälle beim 31:29 (17:14)-Erfolg beim SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim

Siege in der Nessetalhalle in Goldbach sind ein besonderer Genuss, hatte Qendrim Alaj im Vorfeld erklärt.

Der Spielertrainer des ThSV Eisenach II und sein Team kamen zum Start in die Saison der Oberliga Männer in diesen Genuss. Beim SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim, einem heißen Titelanwärter, bejubelte der ThSV Eisenach II vor nahezu 300 Zuschauern einen 31:29 (17:14)-Erfolg. Die Gebrüder Alaj, Qendrim und Armend, markierten zusammen 18 Tore. Mit 18 abgewehrten Bällen sorgte Bastian Freitag für einen klaren Vorteil auf der Torhüterposition. SDie Gastgeber brachten von 9 ihnen zuerkannten Siebenmeter gleich 6 nicht am 18-jährigen Eisenacher Keeper vorbei. Schon vor der Pause kam das Aus für Eisenachs Rückraumspieler Julius Brenner nach der 3. Zeitstrafe Das Fehlen von Andreas Fehr, Maximilian Manys und Alexander Werner war beim Vizemeister der Vorsaison nicht zu übersehen. Die Neuzugänge Leon Stehmann, Julian Kubald, Maurice Mensing und Arne Nienstedt wirkten mit. Beide Teams begegneten sich in einer überaus fairen Gangart. Die von den Referees Robin Arnold und Max Nottrodt verhängten 24 Strafminuten erwecken einen falschen Eindruck.

Wir kamen nicht zur schnellen Mitte, uns fehlten die schnellen Tore. Unser Rückraum strahlte zu wenig Torgefahr aus, bekannte der Ex-Eisenacher Daniel Bohrt, an diesem Tag beim Gastgeber die Kapitänsbinde tragend.

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Er war maßgeblich an der Aufholjagd seines Teams nach dem 5-Tore-Rückstand (15:20, 33.) beteiligt. Beim Stand von 28:30 landete ein Ball des Studenten am rechten Pfosten (59.).

Uns unterliefen unnötige Fehler, sodass die Hausherren uns noch einmal nahekamen, resümierte Eisenachs Torhüter Bastian Freitag.

Unsere Spielintelligenz hat gewonnen. Ich hatte im zweiten Abschnitt nicht das Gefühl, die Punkte noch aus der Hand zu geben. In der hitzigen Crunchtime behielten wir kühlen Kopf, glaubten an unser System, agierten abgezockter, konstatierte Qendrim Alaj, der auch einigen 17-Jährigen in der Schlussphase Einsatzzeiten einräumte.

Die Eisenacher waren torhungriger und cleverer. Wir ließen zu viele klare Torchancen gegen den wohl besten Torhüter der Liga aus. Ein Lob meiner Mannschaft, dass sie nach dem 5-Tore-Rückstand nicht aufgegeben hat. Hoffnungsvoll, das Agieren der jungen Leon Stehmann und Oliver Ruhe. An beiden werden wir bei entsprechender Steuerung noch unsere Freude haben. Ärgerlich, wir hatten eine vollbesetzte Bank, hätten ein höheres Tempo gehen können, resümierte Maic Sadewasser.

Er setzt in den kommenden Spielen auf eine Steigerung.

Ja, ich erwarte eine Reaktion, betonte der Norddeutsche in Diensten der Nessetaler.

© Th. Levknecht / ThSV Eisenach
Armend Alaj erkundigt sich beim Zeitnehmer und Sekretär.

Der Kempa bleibt im Repertoire des ThSV II

Der Auftakt ging an die Hausherren mit Julian Rothhämel, Max-Florian Köthe und Max Schelenz im Rückraum. Die Eisenacher brauchten Zeit, um sich mit dem Ball ohne Haftmittel zu gewöhnen. Max Wellendorf traf per Tempogegenstoß zum 4:1 (6.). Die Gäste, mit Ardit Ukaj auf Links- und dem neuen Kapitän Philipp Urbach auf Rechtsaußen, Julius Brenner, Qendrim Alaj (in der Abwehr von Leonard Tölke abgelöst) und Armend Alaj im Rückraum, Max Schlotzhauer am Kreis und Bastian Freitag im Tor, fanden langsam zu ihrer Sicherheit. Bastian Freitag im Tor sendete wichtige Signale. Armend Alaj zog aus dem linken Rückraum scharf zum 5:5 ab (10.). Doch so richtig rund lief es bei den Gästen von der Wartburg noch nicht. Philipp Urbach scheiterte gleich doppelt, ein Ball von Julius Brenner landete auf dem Tornetz. Wenig später zog der Rückraumspieler resolut zum 8:9 ab (19.). Bei den Hausherren häuften sich die Fehler. Der Deckungsverband wirkte bei Anspielen von Qendrim Alaj geradezu schläfrig. Max Schlotzhauer versenkte vom Kreis zum 9:10 (21.). Fortan gab der ThSV Eisenach II die Führung nicht mehr aus der Hand. Die Gastgeber vermochten in keinster Weise die Kreise von Qendrim und Armend Alaj einzuengen. Sehenswert der Kempa zum 10:13. Der auf Rechtsaußen gekommene Florian Müller bediente den in den Kreis fliegenden Qendrim Alaj. Ardit Ukaj erhöhte von Linksaußen auf 10:14 (25.). Goldbach nutzte eine doppelte Unterzahl (auch wegen eines Wechselfehlers) der Eisenacher, um durch Daniel Bohrt zum 13:14-Anschlußtreffer einzunetzen. Qendrim Alaj markierte mit präzisem Wurf das 14:16 (30.). ThSV-Keeper Bastian Freitag parierte und zirkelte das Leder aus dem eigenen Kreis zum 14:17-Pausenstand in den verwaisten Kasten der Schützlinge von Maic Sadewasser.

Spannung pur bis zur letzten Sekunde

Mit dem jungen Joel Stegner im Rückraum startete der ThSV Eisenach II in den zweiten Abschnitt. Beim 15:20 (34.) durch den schnellen Florian Müller schien eine Vorentscheidung gefallen. Sehenswert die Dubletten zwischen Qendrim Alaj und Kreisspieler Max Schlotzhauer, wie beim 17:21 (36.). Goldbachs Arne Nienstedt schmetterte das Leder nach einem Konter über das Eisenacher Gehäuse. Die Hausherren brachten neues Personal. Die Youngster Oliver Ruhe und Leon Stehmann brachten nicht nur frischen Wind, sie beeindruckten mit ihrer Unbekümmertheit. Beim 20:22 durch Jonas Höfner vom Kreis (43.) keimte wieder Hoffnung beim Gastgeber, auf dem Parkett und den Zuschauerplätzen. Auch, weil den Eisenachern Ballverluste unterliefen. Doch die Hausherren scheiterten weiter vom Siebenmeter-Strich. Mancher der Werfer dürfte mit Albträumen die anschließende Nacht verbracht haben. Wurfpech kam hinzu. Ein Innenpfostenball von Julian Kubald sprang beim Stand von 23:26 ins Feld zurück (51.). Doch die Gastgeber fighteten mit Herzblut. Beim 26:27 durch Max Schelenz (54.) schien eine Wende möglich. Die Phonzahlen auf den gut besuchten Zuschauerplätzen stiegen. Nach Regelwidrigkeit gegen Armend Alaj verwandelte Qendrim Alaj den fälligen Strafwurf zum 26:28 (54.). Es blieb hochgradig spannend. Daniel Bohrt scheiterte vom Strich an Bastian Freitag, doch der Nachwurf zappelte zum 28:29 (58.). Der einsatzstarke Armend Alaj tankte sich zum 28:30 durch (59.). Es folgte der Holztreffer von Daniel Bohrt. Sekunden später dann doch der neuerliche Anschlusstreffer durch Julian Kubald (60.). Da waren noch 33 Sekunden zu spielen. Die Eisenacher sicherten das Leder, Qendrim Alaj lochte mit seinem 10. Treffer zum 29:31-Endstand ein. „Derbysieg! Derbysieg!“ skandierte das tanzende Team des ThSV Eisenach II vor dem eigenen Fanblock.

© Th. Levknecht / ThSV Eisenach
Losgelöst bejubeln Spieler und Betreuer des ThSV Eisenach II den Derbysieg.

Statistik
SV BW Goldbach/Hochheim: Donaj, Meusing; Wellendorf (4/2), Rothhämel (4/1), Schelenz (4), Nienstedt, Ruhe (1), Heinze, Bohrt (7), Kubald (1), Stehmann (2), Erdmann, Obst, Köthe (2), Höfner (4)
ThSV Eisenach II: Freitag (1 Tor), Büchner; Müller (5), Brenner (1), Urbach, Stegner, Schlotzhauer (4), Rehm, Toelke, Ukaj (2), A. Alaj (8), Starke, Katzwinkel, Q. Alaj (10/2), Beyer, Elwert
Siebenmeter: SV BW Goldbach/Hochheim 3/9 – ThSV Eisenach II 2/2
Zeitstrafen: SV BW Goldbach/Hochheim 4 x 2 Min. – ThSV Eisenach II 8 x 2 Min, Rot für Brenner n. 3. ZS (30.)
Schiedsrichter: Arnold/Nottrodt
Zuschauer: 273

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