ThSV Eisenach II weiter im Flow

Ohne zu glänzen, wurde der SV BW Goldbach/Hochheim mit 31:27 (15:13) bezwungen

Eine Woche nach dem 34:28-Sieg über Tabellenführer VfB TM Mühlhausen bezwang der ThSV Eisenach II den Tabellen-Dritten SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim mit 31:27 (15:13), untermauerte – ohne zu glänzen – seinen 2. Tabellenrang.

Binnen fünf starken Minuten, zwischen der 38. und 43. Minute, düste der ThSV Eisenach II entscheidend davon, traf vom 19:18 zum 24:18 und hielt die Gäste fortan auf Distanz. Beim 28:25 (52.) flackerte bei den „Hornets“ und ihrem mitgereisten Anhang Hoffnung auf, doch die Gastgeber machten rasch den Deckel drauf, klärten durch Treffer von Conrad Ruppert und Julius Brenner zum 30:25 (56.) die Punktevergabe. Beide Teams lieferten sich ein kampfbetontes und dennoch faires Spiel. Die Spieler kennen und schätzen sich. Trotz EM-Halbfinale Deutschland – Frankreich im TV hatten sich über 200 Zuschauer für Handball live in der Werner-Aßmann-Halle entschieden.

Qendrim Alaj: Unsere Abwehrarbeit gab den Ausschlag

Zeichnet uns sonst der Angriff aus, heute war es die Abwehr, die entscheidend für den Pflichtsieg war, resümierte Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II.

Dem Angriff fehlten das sonstige Tempo und die Torgefährlichkeit. Besonders im ersten Abschnitt agierten die Gastgeber zu statisch. Zum Ende der ersten Halbzeit und nach dem Seitenwechsel nahm das Angriffsspiel mehr Fahrt auf, drückte Qendrim Alaj als Spielgestalter auf das Tempo, gelangen sehenswerte Spielzüge, zu denen der obligatorische Kempa zählte. Florian Müller bediente von Rechtsaußen den in den Kreis fliegenden Qendrim Alaj, der zum 15:13-Pausenstand einnetzte. „Uns unterliefen im Angriff zu viele technische Fehler, wir agierten oft zu ungeduldig“, merkte Qendrim Alaj an. Auf seine Abwehr inklusive der Torhüter Christian Trabert und Bastian Freitag war Verlass. Christian Trabert parierte im ersten Abschnitt glänzend, wehrte bis zu seiner Auswechslung in der 49. Minute 13 Bälle ab. Gegen die Strafwürfe des 19-jährigen Leon Stehmann waren alle drei ThSV-Keeper machtlos.

Mein Dank gilt Ralf Messer, der mich als Co-Trainer unterstützte. Das war wichtig, stand ich doch mehr als geplant selbst auf dem Parkett, erklärte Qendrim Alaj.

In unserem Team standen 13 Spieler, die ich einst selbst in unseren Nachwuchsreihen betreute, erläuterte Ralf Messer, gemeinsam mit Severina Fritz seit etlichen Jahren das Trainerteam der ThSV-D-Jugend bildend. Ich habe heute mein Hauptaugenmerk auf die Abwehrarbeit gelegt, entsprechende Hinweise von der Seitenlinie gegeben. Uns gelangen etliche Ballgewinne, die zu Tempogegenstoßtreffern führten, freute sich Ralf „Mecky“ Messer.

© Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Linkshänder Florian Müller versenkte 6 Bälle.

Maic Sadewasser: Wir waren nicht clever genug

Wir haben zu viele Torchancen ausgelassen. Viele, zu viele, unserer Würfe wurden geblockt, bilanzierte Maximilian Manys, einer der ehemaligen Eisenacher in den Goldbacher Reihen.

Er war direkt aus dem Skiurlaub in Österreich in die Werner-Aßmann-Halle geeilt.

Diese Halle hat ein ganz besonderes Flair. Ich spüre bei jedem Besuch die Tradition. Es macht Spaß, hier Handball zu spielen, unterstrich Maic Sadewasser, der Coach des SV BW Goldbach/Hochheim.

Erinnerungen an Punktspiele als Aktiver mit dem HC Empor Rostock im Thüringer Handballtempel wurden bei ihm wach. Ihn ärgerte es, dass seine Schützlinge den nicht seinen besten Tag erwischenden ThSV Eisenach II nicht mehr in die Bredouille gebracht haben.

Wir werfen einen möglichen Sieg weg. Wir waren nicht clever genug. Die Automatismen griffen nicht wie erwartet, der Focus ging verloren. In der zweiten Halbzeit haben wir es abreißen lassen, schafften es aber, noch einmal näher zu kommen. Doch dann wollten wir zu schnell zu viel, trafen falsche Entscheidungen, konstatierte der Regelschul-Lehrer auf der Gästebank.

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Er lobte die Leistung des angeschlagen in die Partie gegangenen Torhüters Andreas Fehr. Der Ex-Eisenacher, über 60 Minuten im Kasten, kaufte seinen einstigen Teamkollegen 13 Bälle ab.

Julian Rothhämel zerrte ständig an den Ketten, hob Maic Sadewasser die Leistung des universell einsetzbaren Rückraumspielers hervor.

Der Eisenacher Rückraum sei ausgesprochen diszipliniert aufgetreten, habe mehr Druck entwickelt.

Wir haben zumindest nicht so hoch wie in der Vorwoche Tabellenführer VfB Mühlhausen verloren, vermerkte der Gästecoach augenzwinkernd.

Zwei stärke Torhüter

Der ThSV Eisenach II startete mit Ardit Ukaj auf Links- und Florian Müller auf Rechtsaußen, Julius Brenner, Qendrim Alaj und Armend Alaj im Rückraum, Max Schlotzhauer am Kreis und Christian Trabert im Tor, wobei Leonard Tölke für Abwehraufgaben Qendrim Alaj ablöste, führte nach einem Gegenstoßtreffer 4:2 (10.). Ardit Ukaj hatte Julius Brenner per Steilpass bedient. Doch die Hausherren kamen nicht auf Touren. Die Gäste, mit Richard Sülzenbrück auf Links und Jonas Höfner auf Rechtsaußen, Julian Rothhämel Max Köthe und Arne Nienstedt im Rückraum, Daniel Bohrt am Kreis und Andreas Fehr im Tor variierten das Tempo, hatten zunächst mit Körperfinten und wuchtigen Distanzwürfen Erfolg. Julian Rothhämel traf zum 6:7 (16.) und Max Köthe zum 7:8 (17.). ThSV-Keeper Christian Trabert stand immer wieder im Brennpunkt, stellte seine Klasse unter Beweis. Das 8:9 durch Leon Stehmann vom Kreis (19.) bedeutete die letztmalige Gästeführung. Maic Sadewasser wechselte immer wieder durch, Maximilian Manys übernahm die Regieposition, Julian Kubald rückte auf Links- und Lukas Erdmann auf Rechtsaußen. Goldbachs Schlussmann Andreas Fehr parierte spektakulär gegen Armend Alaj und Julius Brenner (20.). Dem 12:11, Ardit Ukaj lochte aus spitzem Winkel ein (25.), ließ Max Köthe den 12:12-Ausgleichstreffer folgen (26.). Er narrte gleich mehrere ThSV-Abwehrspieler. Der letztmalige Gleichstand. Auf vorgezogener Abwehrposition sorgte nun Leonard Tölke für Verunsicherung im Angriff der Gäste. Qendrim Alaj netzte schlitzohrig selbst ein, bediente Max Schlotzhauer zum 14:12 (28.).

© Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II, am Siebenmeter-Strich.

Tempo, Kreativität und Passgenauigkeit

Aufgrund von zwei Zeitstrafen kurz vor der Pause starteten die Eisenacher in doppelter Unterzahl in den zweiten Abschnitt. Die Gäste konnten daraus kein Kapital ziehen. Der zur Kreismitte eingelaufene Florian Müller erhöhte gar auf 16:13 (32.). Bei den Gästen war es Julian Rothhämel, der das Angriffsspiel seines Teams forcierte, doch er bekam zu wenig Unterstützung. Dank seiner Torgefahr und der Kaltblütigkeit von Leon Stehmann per Strafwurf blieben die Gäste bis zum 19:18 auf Tuchfühlung (38.). Qendrim Alaj war es, der beim Hausherrn den Motor in einen höheren Gang schaltete. Tempo, Kreativität und Passgenauigkeit im Angriff, gepaart mit Abwehrstabilität, waren angesagt. Max Schlotzhauer, Ardit Ukaj, Armend Alaj, Julius Brenner und Qendrim Alaj versenkten zum 24:18 (43.). Eine Doublette der Gebrüder Alaj endete mit dem Treffer zum 25:19 (47.). Maic Sadewasser griff zur grünen Karte, nahm personelle Umstellungen vor, die kurzzeitig fruchteten.

Durch Ballgewinne konnten wir verkürzen, schildert der Goldbacher Coach die Phase zum 27:24 (51.), die Philipp Urbach mit dem 28:24 beantwortete (52.), und zum 28:25 (52.), die der ThSV Eisenach II mit zwei Treffern beantwortete.

Sehenswert das Zusammenspiel zwischen Qendrim Alaj und dem 17-jhährigen Conrad Ruppert zum 29:25 (53.). Kurz darauf kaufte der ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Bastian Freitag dem freien Richard Sülzenbrück und dem ebenso freien Leon Stehmann das Leder ab. Inzwischen stand beim Gastgeber mit Leif Katzwinkel, Jannes Rehm, Emil Weiß, Conrad Ruppert und Joel Stegner die Jugendbrigade auf dem Parkett. Julius Brenner wuchtete zum 30:25 ein (56.). Zwei Rothhämel-Treffer zum 30:27 (58.) brachten den Sieg des Tabellen-Zweiten nicht in Gefahr, zumal Max Köthe eine Zeitstrafe kassierte (59.). Der mit den Greenhörnern auf dem Parkett stehende „Oldie“ Philipp Urbach (29 Jahre) überwand Andreas Fehr zum 31:27 (59.). Dass der 17-jährige Emil Weiß als letzte Aktion einen Siebenmeter nicht am 33-jährigen Andreas Fehr vorbeibrachte, blieb nur eine Randnotiz. Wie in der Vorwoche tanzte das Team des ThSV Eisenach II ausgelassen auf dem Parkett.

ThSV Eisenach II reist am Samstag nach Ronneburg

Am Samstag, 03.02.2024 steht für den ThSV Eisenach II das schwere Auswärtsspiel beim HSV Ronneburg an. Es folgen zwei Heimspiele, jeweils freitags: am 09.02.2024 gegen den SV Behringen/Sonneborn und am 16.02.2024 gegen die HSG Werratal. Der SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim empfängt am Samstag, 03.02.2024 um 18.00 Uhr den LSV Ziegelheim.

© Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Max Schlotzhauer rackerte unaufhörlich am Kreis, markierte selbst zwei Treffer.

Statistik
ThSV Eisenach II: Trabert, Freitag, Büchner; Müller (6), Brenner (5), Rehm, Urbach (2), Stegner, Schlotzhauer (2), Toelke, Ukaj (6), A. Alaj (3/1), Katzwinkel, Q. Alaj (6/1), Weiß, Ruppert (1)
SV BW Goldbach/Hochheim: Fehr; Wellendorf (4), Rothhämel (6), Nienstedt (1), Ruhe, Manys, Bohrt, Kubald, Stehmann (9/5), Erdmann, Obst, Sülzenbrück (3), Köthe (4), Höfner
Siebenmeter: ThSV Eisenach II 2/3 – SV BW Goldbach/Hochheim 5/6
Zeitstrafen: ThSV Eisenach II 4 x 2 Min. – SV BW Goldbach/Hochheim 5 x 2 Min.
Schiedsrichter: Hanse/Nottrodt
Zuschauer: 215

Th. Levknecht

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