ThSV Eisenach – Im Keller brennt noch Licht

Bildquelle: Arnold

ThSV Eisenach II bejubelte vor stimmungsvoller Kulisse im Ausweichquartier Sportzentrum Breitungen 38:36 (23:18) -Erfolg über den HC Einheit Plauen und darf in Sachen Klassenerhalt hoffen 

„Im Keller brennt noch Licht“, erklärte ein aufgekratzter Aron Büchner treffend. Er musste die Aufgaben im Tor des ThSV Eisenach II allein erledigen, hatte sich Bastian Freitag im Training eine schwere Verletzung zugezogen. Aron Büchner parierte 11 Bälle und entschied das Torhüterduell des Abends für sich. Überhaupt, auf der Ausfall-Liste des ThSV Eisenach II standen mehr Namen, als Mannschaftsverantwortlicher Jan Gesell auf dem Spielprotokoll eintrug. Mit unbändigem Siegeswillen, mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, wurde ein 38:36 (23:18) -Erfolg über den HV Einheit Plauen bejubelt. „Dieser Sieg ist auch für Basti Freitag und für unsere Physiotherapeutin Jasmin Görtz, die extra aus Nürnberg angereist ist, um uns zu unterstützen“, wollte Aron Büchner vermerkt wissen. Erfolgreichster Werfer des HC Plauen war der ehemalige tschechische Nationalspieler Petr. Linhart mit 13 Treffern. Der ThSV Eisenach II ziert zwar weiterhin das Tabellenende in der Regionalliga Männer des Mitteldeutschen Hanfballverbandes, hat mit diesem Doppelpunktgewinn aber Anschluss zu den davor platzierten Teams. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt erhielt neue Nahrung! 

Im Ausweichquartier Sportzentrum Breitungen, die Werner-Aßmann-Halle stand aufgrund von Hallenfußball-Turnieren am Wochenende nicht zur Verfügung, bildeten nahezu 300 Zuschauer eine stimmungsvolle Kulisse, feuerten Fans des ThSV Eisenach und der HSG Werratal das Team von der Wartburg an. „Großer Dank geht an die HSG Werratal, die unser Heimspiel in Breitungen ermöglicht und uns so vortrefflich unterstützt hat“, betont Qendrim Alaj, der Spielertrainer des ThSV Eisenach II, nach dem Offensivspektakel mit 74 Treffern.  Er, Bruder Armend Alaj, Ardit Ukaj und Felix Cech waren einst selbst für die HSG Werratal am Ball. Sicher auch ein Vorteil des Abends. 

Qendrim Alaj brilliert als Angriffsregisseur 

Der verletzte Routinier Duje Miljak übernahm das Coaching von der Bank. Qendrim Alaj dirigierte von Beginn das Angriffsspiel auf dem Parkett, setzte seine Mitspieler in Szene. Für Abwehraufgaben wurde er von Jannes Rehm abgelöst. Der 19-jährige Student bekam für seine Abwehrarbeit ein Sonderlob vom Spielertrainer. „Wir wollten den Sieg unbedingt, präsentierten uns als wahres Kollektiv, trotzten den personellen Widrigkeiten. Jeder war bereit, dem anderen zu helfen. Wir haben gezeigt, wozu wir selbst in kleiner Besetzung in der Lage sind. Alle können sehr stolz auf diese Leistung sein“, erklärte Qendrim Alaj. Dass er zwei Siebenmeter nicht unterbrachte, blieb am Ende nur als Schönheitsfleck. Ein klar strukturiertes Angriffsspiel bildete die Grundlage. Qendrim Alaj war der Kopf dieses klar strukturierten Angriffsspieles, mit treffsicheren Rückraum-Kollegen an seiner Seite. Ole Gastrock-Mey wuchtete 8 Bälle aus 12 Versuchen ein. Julius Brenner, von einer Gehirnerschütterung genesen, keinen Zweikampf scheuend, markierte 7 Treffer aus 8 Versuchen, holte noch zwei Siebenmeter heraus. Spielzüge zur Rechtsaußenposition lautete eines der Erfolgsrezepte. Armend Alaj netzte von hier 8 Bälle (aus 10 Versuchen) ein. Als die Gäste Mitte der zweiten Halbzeit zum 27:27 ausgeglichen hatte, markierte Armend Alaj drei Treffer in Folge zum richtungsweisenden 30:27. Qendrim Alaj initiierte ebenso Spielzüge zur Kreismitte-Position. Der erst kürzlich das 19. Lebensjahr vollendende Conrad Ruppert versenkte von hier 7 Bälle (aus 8 Versuchen). „Die Schwächephase in der zweiten Halbzeit haben wir gemeistert, uns zum letztendlich verdienten Sieg gekämpft“, konstatierte Conrad Ruppert. 

Der Ex-Eisenacher Joel Stegner konnte verletzungsbedingt beim HC Einheit Plauen nicht mitwirken, verfolgte die Partie von der Bank. „Das wäre natürlich ein Highlight-Spiel für mich gewesen. Schade, dass ich nicht mitspielen konnte“, erklärte der 21-Jährige. „In der ersten Halbzeit waren wir mit dem Kopf nicht da, die Motivation war nicht hoch genug. Wir gewannen kein 1 gegen 1-Duell, hatten keine Torwartleistung. Nach dem Seitenwechsel wurde alles deutlich besser. Absprachen wurden eingehalten, unser Keeper parierte etliche Bälle. Als wir auf zwei Tore herankamen, fabrizierten wir erneut Fehler. Doch dann gelang uns der Treffer zum 27:27-Ausgleich. Während einer Auszeit hieß die Devise, kein Risiko eingehen. Doch was machen wir? Wir werfen drei Bälle einfach weg. Nah dem 31:27 hat uns wohl der Glaube gefehlt, hier noch was reißen zu können. Auswärts 36 Tore zu erzielen, ist sicher ein Top-Wert, 38 Gegentore sind freilich zu viel“, bilanzierte Joel Stegner. 

Ole Gastrock-Mey mit 5 Treffern bis zur 11. Minute

Der ThSV Eisenach II spielte die Gäste regelrecht schwindlig, setzte ihnen bis zur Halbzeit 23 Bälle ins Netz. Ole Gastrock-Mey wuchtete zum 5:1 ein, markierte bis zur 11 Minute bereits 5 Treffer, traf zum 9:5. Dem flüssigen Kombinationsspiel vermochten die Gäste nicht Paroli zu bieten. Den Rückraum-Fackeln von Ole Gastrock-Mey folgten Treffer vom Kreis durch Conrad Ruppert, wie beim 13:7 (15.). Eine Auszeit des Gästetrainers änderte nichts. Selbst als die Eisenacher durch drei Zeitstrafen nur noch zu dritt auf der Spielfläche standen, vermochte der HC Plauen nur unwesentlich zu verkürzen (15:10/20.). Qendrim Alaj erhöhte für sein Team auf 17:11 (22.). Felix Cech zog aus dem linken Rückraum zum 18:12 ab (24.). Marec Stupka besetzte die Rechtsaußenposition. Nach zwei Siebenmeter-Treffern der Gäste trafen sich die Eisenacher beim Stand von 18:14 mittels Auszeit für neue Instruktionen (25.). Conrad Ruppert und Julius Brenner erhöhten auf 20:14 (27.), Armend Alaj auf 22:15 (28.). 

Schwächephase gemeistert

Anzeige

Mit neuem Elan kamen die Gäste aus den Kabinen. Linkshänder Petr Linhart traf nun immer wieder. Torhüter Jan Misar im Kasten des HC Plaue parierte mehrfach, auch einen Siebenmeter von Qendrim Alaj. Die Gäste steckten die rote Karte für Jakub Sira nach grobem Foulspiel an Julius Brenner weg (33.). Der Vorsprung des ThSV Eisenach II schmolz (23:21/34.). Der HC Plauen versuchte es mit einer offensiven Deckung, um vor allem den Aktionsradius von Qendrim Alaj einzuengen. Conrad Ruppert scheiterte zwar vom Kreis (37.), doch die Eisenacher behaupteten zunächst ihre Führung. Conrad Ruppert verwerte ein Qendrim-Alaj-Zuspiel zum 26:24 (41.), Julius Brenner behauptete sich zum 27:25 (43.). Doch die Eisenacher patzten bei eigener Überzahl, Gian Corda und Maximilian Krüger glichen zum 27:27 aus (45.). Der Sieg des ThSV Eisenach wackelte. Aber nur kurz! „Wir haben uns gegenseitig gepusht. Fantastisch, die Unterstützung von den Rängen. Wir behielten den Kopf oben, zogen wieder auf 4 Tore weg und hielten die Gäste auf Distanz“, beschreibt Qendrim Alaj diese kritische Phase. Armend Alaj behielt vom Strich die Nerven, verwandelte zum 32:28 (51.). Ole Gastrock-Mey ließ das Netz zum 34:30 (54.) und 36:32 (56.) zappeln. Ardit Ukaj lochte zum 37:33 Ein (57.). Am Ende stand grenzenloser, schier überschäumender Jubel! 

Statistik

ThSV Eisenach II: Büchner; Brenner (7), Rehm, Stupka, Ruppert (7), Gastrock-Mey (8), Ukaj (3), Cech (1), A. Alaj (8/1), Katzwinkel, Q. Alaj (4)

HC Einheit Plauen: Reinhardt, Misar; Corda (3), Wokan (6), Krüger (2), Linhart (13/5), Kotesovec, Bednarik, Machacek (4), Jahn (7), Zbiral (1), Sira

Siebenmeter: ThSV Eisenach 1/3 – HC Einheit Plauen 5/5

Zeitstrafen:

ThSV Eisenach 6 x 2 Min., Rot für Brenner nach 3. ZS (59.)

HC Einheit Plauen: 4 x 2 Min., Disqualifikation Sira n. grobem Foulspiel (33.)

Zuschauer: 288 im Sportzentrum Breitungen 

Anzeige