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ThSV Eisenach jubelt nach Kempa-Treffer in der Grafschaft

Wartburgstädter siegen bei der HSG Nordhorn-Lingen mit 27:26 (11:11) • Ganz stark in Abwehr und Angriff: Kapitän Peter Walz

Damit hatte wohl keiner gerechnet! Der ThSV Eisenach siegte am 2. Advent beim Erstbundesliga-Absteiger HSG Nordhorn-Lingen mit 27:26 (11:11). Die Wartburgstädter ließen sich vor offiziell 746 Zuschauern in der EmslandArena Lingen im gesamten Spielverlauf durch Rückstände nicht beirren, behielten ihre Linie bei.

Wir ließen uns nicht abschütteln, betonte ThSV-Manager Rene Witte.

Trainer Misha Kaufmann hatte die zuletzt fehlenden Linkshänder Alexander Saul und Willy Weyhrauch wieder dabei.

Nach einmaligem Training vor dem Trip nach Nordhorn, vermerkte Rene Witte.

Malte Donker und Ivan Snajder fehlten noch. Die Gastgeber hatten nahezu alles an Deck. Die 5:1-Abwehr mit Fynn Hangstein auf vorgezogener Position war einmal mehr der Schlüssel zum Eisenacher Erfolg. Der Mut zum Risiko, im Angriff mit dem 7. Feldspieler zu agieren, wurde belohnt. In der Schlussphase, nach einem 3-Tore-Rückstand (18:21, 48.), initiierten die Eisenacher erfolgreich Angriffszüge zur Kreismitte, beeindruckten zugleich mit unbändigem Kampfgeist in der Abwehr. Bärenstark in Abwehr und Angriff, ThSV-Kapitän Peter Walz! Auch, als die Gastgeber zum 23:21 durch Sander Visser trafen (51.) und Alexander Saul eine Zeitstrafe kassierte, behielten die Wartburgstädter kühlen Kopf. Jannis Schneibel traf zum 23:22 und konnte wenig später von Luca de Boer, dem Abwehrchef der Gastgeber, nur regelwidrig gestoppt werden. Fynn Hangstein (insgesamt 6 Treffer, 3 vom Strich) versenkte den fälligen Strafwurf zum 23:23 (53.) und netzte von gleicher Stelle nach Foulspiel an ihm selbst zum 24:24 ein (55.). Spannung und Dramatik pur waren angesagt, die ihren Kulminationspunkt in den drei Schlussminuten fanden. Eisenachs leidenschaftlich kämpfende Abwehr setzte das gastgebende Zwei-Städte-Team unter Druck. Mit Erfolg! Kreisspieler Peter Walz (4 Treffer bei 4 Würfen) markierte das 25:25 (57.). Dem Gastgeber unterlief durch Patrick Midema ein technischer Fehler, Ante Tokic vollendete zum 25:26 (58.). Georg Pöhle glich zum 26:26 aus. Eine Aktion von Eisenachs Jannis Schneibel stuften die Spielleiterinnen als Stürmerfoul an Markus Stegefelt ein. Ballbesitz für die HSG Nordhorn-Lingen. Eisenachs Abwehr stellt frühzeitig den ballführenden Spieler. Kein Durchkommen für die Hausherren. Zeitspiel angezeigt. Der Wurf von Georg Pöhle geht über den Eisenacher Kasten. ThSV-Trainer Misha Kaufmann greift 13 Sekunden vor dem Ende zur grünen Karte. Der letzte Angriffszug wird besprochen. Was für ein Selbstbewusstsein! Dieser wird mit einem Kempa durch Jannis Schneibel auf Zuspiel von Adrian Wöhler zur Eisenacher Glückseligkeit abgeschlossen.

Wir sprachen mit Eisenachs Trainer Misha Kaufmann:
Was war für den Überraschungssieg ausschlaggebend?
Die Abwehr hat uns über die gesamte Spielzeit am Leben gehalten. Im Angriff haben wir zu viele gute Wurfchancen ausgelassen. Allein bis zur Halbzeit ließen wir 8 freie Bälle aus. Wir müssen effizienter werden. Trotz dieser Fehlwürfe gingen wir als Sieger vom Parkett. Unsere Abwehr erlaubte dem Erstbundesliga-Absteiger nur 26 Treffer. Erneut steigerten wir uns in der zweiten Halbzeit deutlich. Wir haben, seitdem ich in Eisenach bin, keine zweite Halbzeit verloren. Dennoch gab es eine Phase, in der ich das Gefühl hatte, der Mannschaft geht die Überzeugung verloren, doch sie kehrte zurück.

War der letzte Angriffszug so abgesprochen?
Ja, den haben wir während der Auszeit besprochen und der wurde erfolgreich umgesetzt.

Sie wechselten zwischenzeitlich den Torwart?
Ich wollte Thomas Eichberger eine Chance geben. Johannes Jepsen ist unsere klare Nummer 1. Unsere Torwart-Fangquote lag in Nordhorn jedoch nur bei 24 Prozent. Trotzdem haben wir gewonnen. Das spricht für unsere Abwehr. Das heißt zugleich, das Ganze funktioniert auch, wenn jemand nicht seinen besten Tag hat.

Welche Rolle haben Sie Jonas Ulshöfer zugedacht?
Gemeinsam mit Jannis Schneibel ist er der Kopf der Mannschaft. Beide erfüllen ihre Aufgabe auf der Mitte sehr gut. Wenn Jannis Schneibel eine Pause braucht, kommt Jonas Ulshöfer.

Ihr Kapitän Peter Walz ging wieder als großer Kämpfer voran…?
Seine Leistung in Abwehr und Angriff war wieder beeindruckend! Seine Zweikampfstärke, einfach genial! Dazu kam eine 100-prozentige Wurfquote!

Im 7 gegen 6 setzten Sie dieses Mal kaum auf den zweiten Kreisläufer?
Der Nordhorner Coach hatte sicherlich damit gerechnet. Ich entschied mich für eine andere Taktik. Das Wiedermitwirken unseres Linkshänders Alexander Saul ermöglichte verstärkte Kreuzbewegungen, um die Abwehr der Gastgeber in Bewegung zu bringen.

Während der Pressekonferenz nach der Partie sprachen Sie davon, den Sieg nicht gestohlen zu haben…?
Wir waren schon in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, nutzten unsere guten Torchancen nicht, gaben eine 11:9-Führung aus der Hand, sodass es beim Seitenwechsel 11:11 stand. Dabei war durchaus eine 14:10-Führung möglich. Nach dem Seitenwechsel sind wir über weite Strecken einem Rückstand hinterhergelaufen. Doch wir konnten uns steigern, was für unsere Qualität entspricht und zum letztendlichen Doppelpunktgewinn führte.

Statistik
HSG Nordhorn-Lingen: Ravensberger (1 Tor/ 11 Paraden), Buhrmeister (42.-55./ 1 Parade); Torbrügge (2), Weber (1), Mickal, Miedema, Stefgefelt (7/3), Fontaine, Terwolbeck (1), de Boer, Visser (3), Seidel (2), Possehl (1), Wasielewski, Pöhle (7/2), Kalaful (1)
ThSV Eisenach: Jepsen (7 Paraden), Eichberger (36.-47./ 2 Paraden); Iffert, Wöhler (2), Potisk, Hangstein (6/3), Ulshöfer (2), Walz (4), Hideg, Tokic (1), Sousa (1), Dicker, Schneibel (5), Weyhrauch (1), Saul (5)
Siebenmeter: HSG Nordhorn 5/6 – ThSV Eisenach 3/3
Zeitstrafen: HSG Nordhorn 5 x 2 Min. – ThSV Eisenach 6 x 2 Min.
Schiedsrichter: Daniela Kuschel und Sandra Senk
Zuschauer: 746 in der EmslandArena Lingen

Th. Levknecht

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