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ThSV Eisenach mit gelungener Generalprobe vor der DHB-Pokal-Aufgabe

Wartburgstädter bezwingen den Dessau-Roßlauer HV im Testspiel mit 29:23 (14:14)

Eine Woche vor dem Pflichtspielstart, der DHB-Pokal-Aufgabe beim VfL Lübeck-Schwartau (Sonntag, 29.08.2021 um 16.00 Uhr), vermeldete der ThSV Eisenach in einem Benefizspiel zugunsten der Flutopfer einen klaren 29:23 (14:14) -Erfolg über Ligakonkurrent Dessau-Roßlauer HV. Bis auf den leicht angeschlagenen Malte Donker kamen alle mit einem Vertrag ausgestatteten Eisenacher zum Einsatz.

„Es sollte die Generalprobe vor dem Pokalspiel sein. Diese haben wir im Kollektiv bestanden, konnten die Spielanteile auf alle Schultern verteilen. Unseren Zuschauern bereiteten wir viel Freude mit unserem Tempospiel nach vorn, zeigten uns zugleich in der Abwehr stabil, wozu jeder unserer drei Torhüter seinen Anteil hatte“, bilanzierte Markus Murfuni, der Coach des ThSV Eisenach. Für die Keeper Johannes Jepsen, Blaz Voncina und Thomas Eichberger (am Vortag das 28. Lebensjahr vollendend) notierte Mannschaftsleiter Ronny Oelschläger eine Fangquote von zusammen 36 Prozent. „Nur 23 Gegentore sprechen für unsere Deckungsarbeit. Nach vorn haben wir den Ball schnell und erfolgreich laufen lassen. Es war aus meiner Sicht eine sehr gute Generalprobe. Die anstrengenden Wochen der Vorbereitung sind nun abgeschlossen. Jetzt richtet sich der Focus auf das Pokalspiel an der Ostseeküste“, erklärte Eisenachs Rückraumspieler Daniel Dicker. Klare Nachteile im Tempospiel, nach vorn und nach hinten, diagnostizierte Uwe Jungandreas, der Coach des Dessau-Roßlauer HV. „Wir haben 16 Gegentore im Tempospiel kassiert. Durch Undiszipliniertheiten und Unzulänglichkeiten kassierten wir zu viele Zeitstrafen“, merkte der seit 2014 beim Dessau-Roßlauer HV das Traineramt besetzende Uwe Jungandreas an. In dieser Saison hat er erstmals mit Vanja Radic einen Co-Trainer an seiner Seite. „In punkto Härte, Zielstrebigkeit und Kompromisslosigkeit müssen wir noch zulegen. Wir haben allerdings nicht so einen breiten und qualitativ guten Kader wie der ThSV Eisenach, zudem mussten wir bei diesem Test auf einige verletzte Spieler verzichten, hatten keinen etatmäßigen Rechtsaußen dabei“, ergänzte der 59-jährige Uwe Jungandreas. Der vom Wilhelmshavener HV gekommene Linkshänder Yannick Pust sowie Timo Löser, Lennart Gliese und Libor Hanisch standen nicht zur Verfügung. Die Zugänge Malvin Haeske (19 Jahre, Rückraum rechts, von der MT Melsungen), Elias Gonsau (21 Jahre, Rückraum links, per Zweitspielrecht vom SC DHfK Leipzig) und der groß gewachsene Kreisläufer Tillmann Leu (20 Jahre, von den Mecklenburger Stieren) waren in der Werner-Aßmann-Halle am Ball. Im Angriff geht weiterhin nahezu alles über Kapitän Vincent Sohmann. Nach seiner zweiten Zeitstrafe (wegen Meckerns, 37.Min.) verblieb der 26-jährige Regisseur auf der Bank. Auf dem Parkett fehlte dann die ordnende Hand. Linksaußen Jakub Hrstka, mit 6 Treffern auch bester Werfer des Teams aus Sachsen-Anhalt, wusste zu gefallen.

Eisenach wechselt mit Tempospiel auf die Überholspur

„Mit der ersten Halbzeit war ich eigentlich zufrieden“, erklärte Uwe Jungandreas. Beim 2:5 (9.) durch den nachsetzenden Max Emanuel lagen seine Schützlinge vorn. Nach dem Eisenachs Ivan Snajder einen Siebenmeter neben das DRHV-Gehäuse setzte (13.) schaltete Yannick Danneberg auf der Gegenseite am schnellsten und netzte zum 5:7 ein (14.). Mit der Umstellung auf eine offensivere Abwehr einschließlich der daraus resultierenden Ballgewinne und überfallartigen Gegenstößen übernahmen die Gastgeber langsam die Spielkontrolle. Zunehmend standen die Gäste (7 Zeitstrafen!) auch in Unterzahl auf dem Parkett. Ivan Snajder traf zum 7:7 ins leere Gästegehäuse. Alexander Saul und Ruben Sousa fanden sich beim 9:8 zum Duett (18.). „Bereits in der ersten Halbzeit hatten wir Probleme beim Rückzugsverhalten“, gestand Uwe Jungandreas. Beim 9:10 (20.) lagen die Gäste letztmalig vorn. In den folgenden 40 Spielminuten gelangen ihnen nur noch 13 Treffer. Eisenachs Abwehr riegelte ab. Einen Ballgewinn des zwischenzeitlich als Deckungsspitze agierenden Fynn Hangstein nutzte Ivan Snajder zum 12:10 (23.). Alexander Saul scheiterte am glänzend reagierenden DRHV-Schlussmann Philipp Ambrosius (28.), der auch einen Ball von Daniel Dicker abwehrte. Jakub Hrustka traf drei Sekunden vor der Halbzeitsirene zum 14:14.

Eisenachs Abwehr lässt nur noch 9 Gegentreffer zu

Daniel Hideg bediente kurz nach Wiederanpfiff Peter Walz zum 15:14. Der Eisenacher Kapitän stand mit 4 Treffern aus 4 Versuchen in der Statistik. Nach Regelwidrigkeit an Martin Potisk versenkte Fynn Hangstein vom Siebenmeterstrich zum 16:14 (32.). Die Eisenacher wechselten kräftig durch. Der auf Linksaußen eingewechselte Routinier Adrian Wöhler traf aus schwierigen Positionen gleich doppelt zum 18:16 (34.). Peter Walz erhöhte von Kreis auf 19:16 (35.). Dank der Treffer von Vincent Sohmann und Malvin Haeske blieben die Gäste auf Tuchfühlung (20:18, 36.). „Nach dem Ausfall von Max Emanuel reicht die Qualität des Kaders einfach nicht mehr aus, um das Spiel offen zu gestalten“, gestand Uwe Jungandreas. Wegen Wadenproblemen nahm der Rückraumspieler vorsorglich auf der Bank Platz. „Wir legten in der Abwehr noch eine Schippe drauf, unser Innenblock agierte noch offensiver“, bilanzierte ThSV-Coach Markus Murfuni. Das schnelle Umschaltspiel vermochten die Gäste nicht zu stoppen. Der gute Julian Malek im DRHV-Kasten verhinderte mit 7 abgewehrten Bällen im zweiten Abschnitt Ärgeres. In doppelter Überzahl vollendete Willy Weyhrauch zum 23:18 (41.). Spektakulär der Treffer von Peter Walz zum 24:19 (42.). ThSV-Keeper Blaz Voncina parierte gegen den freien Jacob Hrustka (49.). Eisenachs Tempospiel waren die Gäste einfach nicht mehr gewachsen. Adrian Wöhler netzte aus der Distanz zum 27:21 ein (50.), um kurz darauf von seiner Stammposition, von Linksaußen, zu scheitern. Peter Walz zirkelte das Leder von der Mittellinie in den verwaisten Kasten zum 28:22 (52.), Daniel Hideg legte zum 29:22 nach (53.). „Wir vergaben dann leichtfertig einige Bälle“, räumte Daniel Hideg ein. „Uns gelangen in dieser Phase 6 Ballgewinne, zu einem Kontertor reichte es nicht“, merkte Uwe Jungandreas kritisch an. Dem Gastgeber gelang der 30. Treffer nicht. Oliver Seidler traf wenige Sekunden vor der Sirene zum 29:23-Endstand.

Der Dessau-Roßlauer HV schloss die letzte Zweiligasaison auf Platz 15 ab und qualifizierte sich dadurch nicht für den DHB-Pokal. Am Dienstag um 19.30 Uhr gastieren die Schützlinge von Uwe Jungandreas zum nächsten Vorbereitungsspiel bei Drittligist Eintracht Hildesheim. Ernst wird es erst am 12.09.202, wenn zum Punktspielstart die Rimpar Wölfe in der Anhalt-Arena auflaufen.

Statistik

ThSV Eisenach: Jepsen, Voncina, Eichberger; Iffert (1), Wöhler (3), Potisk (2), Hangstein (4/4), Walz (4), Hideg (2), Tokic (3), Sousa (2), Dicker, Schneibel, Snajder (3), Weyhrauch (3), Saul (2)
Dessau-Roßlauer HV: Ambrosius, Malek; Hrstka (6/1), Sohmann (5), Birlzer, Schmidt, Haeske (2), Gansau, Danneberg (4), Neumann, Scheithauer, Emanuel (4), Seidler (2), Leu

Siebenmeter: ThSV Eisenach 4/5 – Dessau-Roßlauer HV 1/2
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 0 – Dessau-Roßlauer HV 14 Min.
Schiedsrichter: Nottrodt/Rudolph
Zuschauer: 194

Th. Levknecht

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