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ThSV Eisenach mit Sahnetag an der Elbe

Wartburgstädter siegen erstmals in Dresden, bejubeln klaren 30:22 (16:15) -Erfolg beim HC Elbflorenz

Ein Sieg in Dresden ist mal fällig, unter dieser Maßgabe reiste der ThSV Eisenach in die Elbestadt.

Dieser gelang eindrucksvoll! Die Wartburgstädter erteilten dem HC Elbflorenz eine Lehrstande und siegten auch in der Höhe verdient mit 30:22 (16:11). Mehr noch, die Sachsen hatten Glück, in eigener Halle nicht zweistellig unter die Räder zu kommen. In der 57. Minute, nach dem 5. Treffer von Ante Tokic, führten die Männer aus der Werner-Aßmann-Halle gar 30:19.

Wer keine Zweikämpfe gewinnt, kann auch kein Handballspiel gewinnen, analysierte Rico Göde. Eisenach hat uns abgekocht, mit diesem hinzugefügten Satz traf der Elbflorenz-Trainer den Nagel auf den Kopf.

Sein Rückraum hatte erneut Ladehemmung. Nur beim 1:0 leuchtete eine Dresdner Führung an der Anzeigetafel. Das 2:2 nach 5 Minuten war zugleich der letztmalige Gleichstand. Beim 8:13 (24.) lagen die Eisenacher bereits mit 5 Treffern vorn. Dresdens Versuch einer Aufholjagd nach Wiederanpfiff (13:16, 33.) blieb ein Versuch. Die Eisenacher machten Nägel mit Köpfen, trafen zum 13:20 (43.) und 16:26 (51.), steuerten einem im Vorfeld nicht vermuteten klaren Sieg entgegen.

Nach den zwei bitteren Niederlagen zu Saisonbeginn, im DHB-Pokal und im ersten Punktspiel, sehen wir uns nach dem 4. Sieg in Folge in einem Flow, erklärte Misha Kaufmann.

Der Eisenacher Coach trat aber gleich auf die Euphoriebremse:

Für uns gilt es demütig, am Boden zu bleiben. Das ist unser Erfolgsrezept.

Elbflorenz Manager Wöhler: Wir fanden keine Mittel gegen die offensive Abwehr
Von einem verdienten Sieg für den ThSV Eisenach sprach Karsten Wöhler, der Manager des HC Elbflorenz, viele Jahre für den ThSV Eisenach in der Bundesliga am Ball und später auch Manager beim Thüringer Traditionsverein.

Gegen die offensive Abwehr der Eisenacher haben wir zu keiner Zeit richtige Mittel gefunden. Die erarbeiteten Torchancen ließen wir zu oft ungenutzt verstreichen. Unsere Abwehr stand hingegen nicht kompakt, resümierte Karsten Wöhler

Jannis Schneibel mit überragender Spielführung
Von einer für sein Team ganz wichtigen Partie mit einer „kontrollierten starken Leistung mit einer Supermentalität“, sprach Misha Kaufmann nach dem Abpfiff.

Wir waren taktisch gut eingestellt. Im ersten Abschnitt gelangen Dresden viele Tore über die Flügel. Um das einzudämmen, haben wir in der zweiten Halbzeit umgestellt. Wir schlossen dann selbst über die Flügel ab, resümierte der Eisenacher Coach.

Seine Außen Ante Tokic und Ivan Snajder netzten mit hoher Effizienz zusammen 10 Bälle ein. Der Eisenacher Trainer zollte dem 22-jährigen Jannis Schneibel für eine „überragende Leistung auf der Mitte“ ein dickes Lob.

Er wird von Woche zu Woche besser, fügte Misha Kaufmann hinzu.

Er musste auf seine länger verletzten Philipp Meyer und Robert Krass verzichten. Bis auf Keeper Max Mohs hatte der HC Elbflorenz alles an Deck. Auch Nils Kretschmer war wieder dabei. Die Unparteiischen Pawel Fratczak und Paulo Ribeiro hatten die Partie sicher im Griff. Beide Teams erleichterten ihnen auch das Amtieren. Nach jeder harten Aktion gab es die versöhnliche Geste.

Die Abwehr bildete einmal mehr den Grundstein

Wir haben den Grundstein erneut in der Abwehr gelegt, erklärte Eisenachs Linkshänder Malte Donker, der für den leicht angeschlagenen Alexander Saul über weite Strecken im rechten Rückraum agierte.

Eisenach hat uns deckungstechnisch auseinandergenommen, bekannte Elbflorenz- Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig.

Dessen 10 Treffer hatten letztendlich nur statistischen Wert. Die Eisenacher brillierten einmal mehr mit ihrer 5:1-Abwehr. Neu: Der erst 19-jährige Marko Grgic füllte exzellent die Rolle als vorgezogene Spitze aus, markierte zudem 4 Treffer. Trainer Misha Kaufmann setzte auf gezielte Angriffs- und Abwehrwechsel. Beeindruckend erneut Ivan Snajder, in der Abwehr und im Angriff. Hinter ihrer beweglichen und kompakten Abwehr um Daniel Hideg und Ivan Snajder wussten die Wartburgstädter mit Erik Töpfer einen starken Keeper, der 44 Prozent der Bälle abwehrte. Seine Vorderleute bereinigten schon viele Situationen vorab! Kollege Johannes Jepsen „garnierte“ die gute Torwartleistung, als er in der 12. Minute den Siebenmeter-Ball und den Nachwurf von Lukas Wucherpfennig spektakulär abwehrte. Das Duo Töpfer/Jepsen stach das Duo Mallwitz/Noack auf der anderen Seite aus.

Wir zeigten in diesem Ostduell mehr Biss. Überragend die Spielführung von Jannis Schneibel, der selbst traf und Lücken schaffte. Überzeugend Marko Grgic als Abwehrspitze. Mit unserer Abwehr stellten wir die Gastgeber vor unlösbare Aufgaben, konstatierte Peter Walz.

Der Kapitän erwähnte seinen großen Anteil am Sieg nicht.

Vorn und hinten hat es gepasst, freute sich Timothy Reichmuth, der bemängelte, nach der 11-Tore-Führung nachgelassen zu haben.

Die etwa 30 mitgereisten ThSV-Fans hatten da längst akustisch die Hoheit in der mit 1.469 Zuschauern gefüllten BallsportArena.

Nun freuen wir uns auf das Heimspiel am Samstag gegen TuSEM Essen, wollte Malte Donker noch vermerkt wissen.

Wartburgstädter mit frühzeitiger Weichenstellung
Den nach exakt einer Minute von Fynn Hangstein ausgelassene Siebenmeter steckten die Eisenacher sofort weg. Trainer Misha Kaufmann begann mit Ivan Snajder auf Links- und Ante Tokic auf Rechtsaußen, Fynn Hangstein, Jannis Schneibel und Malte Donker im Rückraum, Peter Walz am Kreis sowie Erik Töpfer im Tor. Daniel Hideg und Timothy Reichmut kamen zunächst für Abwehraufgaben. Dresdens 6:0-Abwehr ließ sich mehrfach von Jannis Schneibel narren, der zum 2:6 einnetzte (10.). Eine Dresdner Auszeit verpuffte ohne die erhoffte Wirkung. Fynn Hangstein versenkte, unbeeindruckt vom Fehlwurf zu Beginn, vom Strich zum 5:8 (14.) und 7:12 (20.), ließ Torhüter Marino Mallwitz keine Abwehrchance.

Wir hätten eigentlich zur Pause schon deutlicher führen können, bekannte Timothy Reichmuth.

Der namentlich gut besetzte Dresdner Rückraum blieb nur ein laues Lüftchen. Die Treffer der Gastgeber fielen vornehmlich über die Außenpositionen (Wucherpfennig, Dierberg). Einer Doublette der Eisenacher zwischen Marko Grgic und Ivan Snajder entsprang der Treffer zum 11:16-Pausenstand.

Wir boten einfach zu wenig Gegenwehr, bekannte Elbflorenz-Außen Lukas Wucherpfennig.

Hausherr wurde nervös, Gast immer selbstbewusster

Wir versuchten nach Wiederanpfiff zu verkürzen, beim 13:16 lag das Momentum auf unserer Seite, doch wir scheiterten am Eisenacher Schlussmann, uns unterlief zudem ein technischer Fehler, bekannte Rico Göde.

Der Eisenacher Deckungs-Innenblock, mit Daniel Hideg und Ivan Snajder, sowie Marko Grgic als vorgezogene Spitze, behielten den Durchblick. Beim Hausherrn stieg die Nervosität, beim Gast das Selbstbewusstsein. Im 7 gegen 6, mit zwei Kreisläufern (Walz und Sousa) erhöhte der ThSV Eisenach auf 13:20 (43.). Ein Torhüterwechsel, der Ex-Eisenacher Marius Noack kam für Marino Mallwitz in den Elbflorenz-Kasten, änderte nichts an der Dominanz der Eisenacher. Marko Grgic traf zum 16:26 (51.). Längst war die erste Heimniederlage des HC Elbflorenz gegen den ThSV Eisenach eingetütet. Ante Tokic nutzte einen der zahlreichen Ballgewinne von Ivan Snajder zum 19:30 (58.). Den Sachsen blieb nur leichte Ergebniskosmetik.

Statistik
HC Elbflorenz: Mallwittz, Noack; Zobel (1), Wucherpfennig (10/4), Emanuel, Dierberg (3), Buschmann, Dumcius, Kretschmer (1), Jungemann (2), Stavast (3), Greß, Vanco (1), Mylonas, L. Wellner (1), J. Wellner
ThSV Eisenach: Töpfer, Jepsen; Reichmuth, Hübke, Hangstein (6/4), Ulshöfer, Walz (2), Grgic (4), Hideg, Tokic (5), Sousa, Donker (2), Schneibel (6), Snajder (5), Weyhrauch, Saul
Siebenmeter: HC Elbflorenz 4/5 – ThSV Eisenach 4/5
Zeitstrafen: HC Elbflorenz 1 x 2 Min. – ThSV Eisenach 4 x 2 Min.
Schiedsrichter: Fratczak/ Ribeiro
Zuschauer: 1.469

Th. Levknecht

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