ThSV Eisenach zehrt von seiner starken ersten Halbzeit

Bildquelle: sportfotoseisenach – Vincent Büchner trifft gegen den Bergischen HC
Wartburgstädter stocken mit 33:31 (21:13)-Sieg über den Bergischen HC ihre Bilanz auf 15 Pluspunkte auf, klettern zudem auf den 12. Tabellenplatz
„Siege gegen direkte Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt sind enorm wichtig“, betonte Felix Aellen, der Spielgestalter des ThSV Eisenach, nach dem 33:31 (21:13) -Erfolg über den Bergischen HC. Die Wartburgstädter sammelten die Pluszähler 14 und 15 ein, kletterten auf den 12. Tabellenplatz, haben ein Plus von 5 Punkten auf den Bergischen HC und zugleich 8 Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze, auf denen der SC DHfK Leipzig und die HSG Wetzlar (jeweils 7 Punkte) rangieren. Der Bergische HC belegt mit 10 Punkten den 16. und ersten Nichtabstiegsplatz.
Nach einer 8-Tore-Führung zur Halbzeitpause wackelte der Doppelpunktgewinn noch. Die Eisenacher verloren im zweiten Abschnitt ihre Souveränität, die Gäste holten Treffer um Treffer auf. Beim 32:30 (58.) stand die Partie plötzlich auf des Messers Schneide. Der sonst so treffsichere Vincent Büchner scheiterte von Linksaußen an BHC-Schlussmann Christopher Rudeck. Die Gäste steuerten nach einer Auszeit den möglichen Anschlusstreffer an. Doch Tillman Leu eroberte das Leder in der Deckung, Max Benecke machte mit seinem Treffer zum 33:30 den Eisenacher Sieg perfekt. „Wir haben, im Gegensatz zur Niederlage in Stuttgart, die Nerven behalten. Zwei starke Abwehraktionen in den letzten Minuten sicherten uns den verdienten Sieg“, bilanzierte Eisenachs Rechtsaußen-Spieler Gian Attenhofer, mit 7 Treffern, alle im ersten Abschnitt, bester Werfer des ThSV Eisenach.

Standing Ovations bei der Verabschiedung von Fynn Hangstein
Von einer „katastrophalen ersten Halbzeit mit 14 technischen Fehlern“ sprach Fynn Hangstein, Rückraumspieler des Bergischen HC. Er war erst vor vier Wochen vom ThSV Eisenach nach Wuppertal gewechselt, wurde unmittelbar vor dem Anpfiff mit Standing Ovation verabschiedet. „Ich trage euch in meinem Herzen“, so sein symbolischer Fingerzeig in Richtung der 2.850 Zuschauer in der ausverkauften Werner-Aßmann-Halle. Fynn Hangstein kämpfte sich mit seinen neuen Teamgefährten im zweiten Abschnitt heran. „Wir fanden dann zu unserem Spiel. Aber zu spät. Die Hypothek aus der ersten Halbzeit war einfach zu groß“, erklärte der 25-jährige Rückraumspieler, der für den ThSV Eisenach in 135 Pflichtspielen 682 Tore erzielt hatte.

Mit Abwehrstabilität und Angriffseffektivität zur 10-Tore-Fphrung
Beide Teams warteten mit einer für Bundesligaverhältnisse ungewohnt hohen Zahl an technischen Fehlern auf. Dem ThSV Eisenach unterliefen derer 16, dem Bergischen HC gar 20. Mit einer ganz starken ersten Halbzeit legten die Wartburgstädter den Grundstein zum Sieg. „Überragend, unsere Abwehr und unser Tempospiel“, betonte Gian Attenhofer. „Wir brachten ganz viel Energie auf das Parkett, kamen mit ganz viel Tempo aus der Abwehr“, bilanzierte Rückraumspieler Max Beneke. „Wir haben in der ersten Halbzeit überragend gedeckt, mit ganz starkem Rückzug, gepaart mit Tempospiel nach vorn. Uns unterliefen freilich auch einfache Fehler“, konstatierte ThSV-Coach Sebastian Hinze. Er schickte zunächst Vincent Büchner auf Links- und Gian Attenhofer auf Rechtsau0en, Oskar Joelsson, Felix Aellen und Stephan Seitz im Rückraum, Tillman Leu am Kreis und Matija Soikic im Tor auf das Parkett. Tillman Leu traf vom Kreis zum 4:1 (7.). Eisenachs Angriffsspiel lief hochtourig. Die Deckung stand kompakt. Keeper Matija Spikic parierte mehrfach glänzend. Über beide Außen wurde zum 7:3 abgeschlossen (12.). Mit Wechseln im Rückraum versuchte BHC-Coach Markus Pütz mehr Sicherheit zu erreichen. Was blieb, waren die technischen Fehler in Serie. Freilich auch unter dem Druck der Eisenacher Abwehr. Dominik Solak feierte nach einer knappen Viertelstunde sein Heimdebüt im Eisenacher Trikot. Wenig später traf er zum 13:7 (19.). Stephan Seitz eroberte das Leder marschierte im ICE-Tempo gen BHC-Kasten und vollendete zum 14:7 (20.). Der ThSV-Express hatte richtig Fahrt aufgenommen. Felix Aellen zirkelte per Dreher den Ball zum 16:9 ins Netz (23.). Peter Walz verwertete ein Joelsson-Zuspiel zum 17:9 (24.). Ein Wechsel auf der Torhüterposition, Lukas Diederich kam für Christopher Rudeck, sowie am Kreis, Lars Mitchell Kooij löste Aron Seesinmg ab, brachte bei den Gästen nicht den erhofften Erfolg. Einen neuerlichen technischen Fehler der Gäste nutzte Gian Attenhofer zum 19:9 (27.). Die Laola-Welle rollte über die Ränge. Die Gäste schafften es zumindest, nicht mit einem zweistelligen Rückstand in die Halbzeitpause zu gehen.

Ballgewinn in doppelter Unterzahl, doch es wurde noch einmal eng
„Wir vermochten den Flow der ersten nicht mit in die zweite Halbzeit zu nehmen“, befand Max Beneke. „Wir sind eigentlich gut in die zweiten 30 Minuten gestartet, schafften es aber zunehmend offensiv nicht, wie im ersten Abschnitt, über die schnelle Mitte zu kommen, im Positionsangriff erfolgreich abzuschließen“, rekapitulierte Sebastian Hinze. Für zusätzliche Stimmung auf Parkett und Rängen sorgte ein Ballgewinn in doppelter Unterzahl (34.). Kurz darauf schlug Felix Aellen mit dem Hinterkopf auf, musste vom Parkett. Vukasin Antonijevic übernahm vorübergehend die mittlere Aufbauposition. „Wir kämpften uns Treffer um Treffer heran“, erklärte BHC-Rückraumspieler Fynn Hangstein. BHC-Torhüter Christopher Rudeck stärkte nun seinen Vorderleuten den Rücken. Beim 26:22 (47.) war das ThSV-Polster auf 4 Tore geschmolzen. „Mit unseren Fehlern stieg das Selbstbewusstsein der Gäste“, bekannte Max Beneke. Beim 29:23 (50.) sah es noch nicht danach aus, dass der Eisenacher Sieg noch in Gefahr geraten würde. Vom „im Innenblock verzetteln“ sprach Sebastian Hinze. „Uns fehlte vorn die hundertprozentige Konsequenz. Es wurde immer enger“, blickte der Eisenacher Coach auf die Crunchtime vom 29:23 (50.) über 31:28 (56.) zum 31:29 (57.) und 32:30 (58.). Wichtig, aus Eisenacher Sicht, im Nachsetzen traf Felix Aellen zum zwischenzeitlichen 32:29 (57.), sowie zwei erfolgreiche Defensivaktionen.

Auf Platz 12 zum Auswärtsspiel nach Gummersbach
„Wir haben mit dem BHC eine kampfstarke Mannschaft bezwungen, belegen nach 21 Spieltagen mit 15 Pluspunkte den 12. Tabellenplatz. Das hätte uns vor Saisonbeginn fast keiner zugetraut“, erklärte ein am Rosenmontag bestens gelaunter Eisenacher Geschäftsführer Rene Witte. Selbstbewusst, aber ohne Erfolgsdruck, reist der ThSV Eisenach bereits am Donnerstag, 19.02.2026 zum Auswärtsspiel nach Gummersbach.
Statistik
ThSV Eisenach: Spikic, Heinevetter; Joelsson (2), Reichmuth, Beneke (1), Attenhofer (7), Walz (2), Ende, Aellen (5/1), Meyer (1), Solak (4), Antonijevic, Seitz (2), Kurch, Büchner (6), Leu (3)
Bergischer HC: Rudeck, Oberosler, Diedrich; Beyer (7/1), Becher, Schöttle (6), Hangstein (3), Barbarskas (1), Kooij (1), Babak (4), Massoud, Voss-Fels (2), Fuchs (3), Seesing, Steinhaus (1), Wassielewski (3)
Zeitstrafen:
ThSV Eisenach 3 x 2 Min. – Bergischer HC 5 x 2 Min.
Siebenmeter:
ThSV Eisenach 1/2 – Bergischer HC 1/1
Schiedsrichter: Schulze /TönniesZuschauer: 2.850 (ausverkauft)