ThSV Eisenach zeigt zu spät sein wahres Gesicht

Wartburgstädter unterliegen beim HSV Hamburg mit 29:33 (13:19) und empfangen zum Saisonausklang am Sonntag, 02.06.2024 die Füchse Berlin

Bildquelle: © Th. Levknecht
Victor Eiser, einst mit Motor Eisenach in der 1. Liga der DDR am Ball, lud das Team des ThSV Eisenach am Vortag der Partie beim HSV Hamburg in sein Restaurant „Victors Bratkartoffel“in der Hansestadt ein. Seine Nachfolger ließen es sich munden, danken für die vortreffliche Bewirtung. Auf dem Foto Victor Eiser (Mitte) mit dem Team des ThSV Eisenach im Restaurant „Victors Bratkartaoffel“.

Es klingt wie eine Floskel, es wurde das erwartet schwere Spiel. Der HSV Hamburg wollte sich vor dem Tag der Entscheidung des Schiedsgerichts zur Lizenz noch einmal von seiner besten Seite zeigen. Wir waren nach dem Erreichen des Klassenerhaltes nicht so bereit, wie wir alle das gewohnt sind. Positiv zu vermerken, nach der schwachen ersten Halbzeit unsere Steigerung in jedweder Hinsicht nach dem Seitenwechsel, blickte Maik Nowak, der Sportliche Leiter des ThSV Eisenach, auf die 60 Minuten in der Sporthalle Hamburg.

Der um seine Zukunft bangende HSV Hamburg verzückte seine über 3.600 Fans, bejubelte einen 33:29 (19:13) -Erfolg über die Wartburgstädter. Die Hansestädter zeigten sich, trotz des Damoklesschwertes Lizenzentzug, hoch motiviert. Von einer verdienten Niederlage sprach Eisenachs Geschäftsführer Rene Witte.

In der ersten Halbzeit bekamen wir in der Abwehr keinen Zugriff. Im zweiten Abschnitt haben wir uns zusammengerissen, gestalteten das Ergebnis enger. Ich freue mich über den ersten Bundesligaeinsatz unseres jungen Torhüters Bastian Freitag. Nach seinem rabenschwarzen Tag beim Heimsieg über die SG Flensburg-Handewitt gefiel heute Timothy Reichmuth als Vertreter von Ivan Snajder auf Linksaußen, wurde sogar bei seinen 4 Treffern mit einer 100-Prozent-Wurfquote notiert, bilanzierte Rene Witte.

Er habe in viele Gesichter bei den Gastgebern geschaut, die bei einem Lizenzentzug nicht wissen, wie es weiter geht.

Der HSV Hamburg macht eine tolle Arbeit, Trainer Torsten Jansen einen Super-Job. Wir hoffen, der HSV Hamburg bleibt drin, fügte Rene Witte hinzu.

Enttäuscht zeigte sich Eisenachs Trainer Misha Kaufmann vom Auftritt seines Teams.

Wir waren in der ersten Halbzeit nicht anwesend, uns fehlten Einstellung und Mentalität. Wir waren zu satt, fand der Schweizer klare Worte.

Sein Landsmann, Timothy Reichmuth, pflichtete ihm selbstkritisch bei.

Wir haben im ersten Abschnitt schlecht verteidigt, uns nicht an Absprachen gehalten, unseren Torhütern nicht geholfen und 19 Tore bis zur Halbzeit kassiert, so der Linksaußen, der bei seinen 4 Treffern mit einer 100-Prozent-Wurfquote notiert wurde.

Wir wussten, der Klassenerhalt ist geschafft. Uns fehlten Gier und Leidenschaft, ergänzte Moritz Ende.

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Von den mitgereisten Fans wurde das Team dennoch mit reichlich Beifall verabschiedet, sicherlich auch als Dank für die famose Saison.

Der HSV Hamburg, geführt vom torhungrigen Regisseur Leif Tissier (8 Treffer), startete mit einer 5:1-Führung (8.). Simone Mengon und Manuel Zehnder brachten den ThSV Eisenach auf zwei Treffer heran (8:6, 11.). ThSV-Coach Misha Kaufmann schickte den 19-jährigen Bastian Freitag zu dessen Bundesligadebüt ins ThSV-Gehäuse. Seine Vorderleute bekamen den Angriff der Hausherren aber nicht in den Griff. Personelle und taktische Wechsel auf Seiten der Eisenacher fruchteten nicht. Manuel Zehnder und Yoav Lumbroso wirbelten im Angriff. Die Gastgeber zogen auf 19:13 zur Pause davon. Gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit scheiterte Manuel Zehnder am ins HSV-Gehäuse eingewechselten Jens Vortmann (32.). Den Wartburgstädtern gelang nicht viel. Der Ex-Eisenacher Azat Valiullin traf gar zum 27:18 (43.). Der Weckruf für die Gäste. Ihr Angriffsspiel nahm an Schärfe zu, die Abwehr stand kompakter.

Wir spielten nun wesentlich besser, erklärte Misha Kaufmann.

ThSV-Abwehrchef Philipp Meyer zirkelte gar drei Bälle aus größerer Entfernung ins Hamburger Gehäuse. ThSV-Kapitän Peter Walz beantwortete Pfiffe von den Rängen mit resolutem Torwurf zum 27:31 aus Eisenacher Sicht (57.).

Zu mehr als Ergebniskosmetik reichte es aber nicht, vermerkte Moritz Ende.

Der Erfolg gegen den ThSV Eisenach in diesem letzten Heimspiel der Saison legte dann die Basis für die Stimmung in der Sporthalle Hamburg nach dem Abpfiff: Insgesamt acht Spieler wurden verabschiedet. Neben Routinier Jens Vortmann wurden auch Dani Baijens, den es zum internationalen Top-Team Paris Saint-Germain zieht, Aufstiegsheld Thies Bergemann, die U21-Akteure Max Niemann, Lennard Benkendorf und Alexander Pinski, sowie die beiden Winter-Nachverpflichtungen Dino Corak und Martin Risom von den Fans mit großem Applaus bedacht.

Der ThSV Eisenach verabschiedet seine ihn verlassenden Spieler nach dem Heimspiel am Sonntag, 02.06.2024 gegen die Füchse Berlin (Anwurf 16.30 Uhr).

© Th. Levknecht
Victor Eiser (li.) aus „Victors Bratkartoffel“ mit ThSV-Torjäger Manuel Zehnder (Mitte) und ThSV-Geschäftsführer Rene Witte (re.).

Statistik
HSV Hamburg: Bitter, Vortmann, Pinski; Tissier (8), Lassen (2), Weller (5), Corak, Andersen (4/2), Niemann, Hartwig (2), Christensen, Bergemann, Ilic (5), Benkendorf, Valiullin (1), Bajens (6)
ThSV Eisenach: Spikic, Kornecki, Freitag; Reichmuth (4), Zehnder (12/3), Patrail, Walz (3), Mengon (3), Grgic, Ende (2), Meyer (3), Lumbroso (1), Donker (1), Kraus, Kurch, Saul
Siebenmeter: HSV 2/3 – ThSV 3/5
Zeitstrafen: HSV 4 x 2 Min. – ThSV 6 x 2 Min.
Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah/ Suresh Thiyagarajah
Zuschauer: 3.669

Th. Levknecht

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