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ThSV-Erfolg durch wichtige Treffer in Unterzahl

Die vermeidbare 34:36-Niederlage drei Tage zuvor beim Traditionsderby in Aue steckte den Eisenachern noch in den Gliedern; gegen die SG Bietigheim/Metterzimmern lösten sich erst spät die Bremsen, um beim Abpfiff mit einem 32:28 (16:14)-Erfolg den fest eingeplanten Doppelpunktgewinn auch zu verbuchen. ThSV-Coach Zdenek Vanek und ThSV-Präsident Gerhard Sippel zeigten sich nach dem Abpfiff froh über den Punktezuwachs, lobten ausdrücklich die Einsatzbereitschaft aller Akteure. Damit gelang zugleich die Revanche für die in der 1. DHB-Pokal-Hauptrunde unmittelbar vor dem Saisonstart erlittene Niederlage beim Aufsteiger.

Zu den Leistungsträgern beim ThSV Eisenach zählte einmal mehr der am 19. Dezember 20 Jahre jung werdende Stefan Kneer. Der Junioren-Europameister bestätigte eine Offerte des SC Magdeburg. Der ThSV Eisenach unterbreitete dem Rückraumspieler Anfang der Woche ein neues Vertragsangebot. Der laufende Kontrakt unter der Wartburg endet am 30.06.06. Nach dem erfolgreichen Ablegen des Abiturs im Vorjahr am Elisabeth-Gymnasium hat der aus Sinzheim stammende Stefan Kneer inzwischen an der Berufsakademie in Eisenach ein Studium (technisches Management) aufgenommen. Der praktische Teil erfolgt bei der Firma MITEC. Die ThSV-Verantwortlichen hoffen, dass dieser Umstand ihr «Juwel» auch bewegt, in Eisenach zu bleiben.

Die Eisenacher, zunächst mit Philipp Emmelmann am Kreis und Stephan Mellack auf der Regieposition, kamen vor knapp 1000 Zuschauern nur schwer in Tritt. Die Gäste, ohne ihren verletzten Junioren-Nationalspieler Christian Heuberger, agierten von Beginn respektlos, ja sogar selbstbewusst. Bietigheim deckte Eisenachs Abwehrschwächen immer wieder schonungslos auf. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter klappte nur mangelhaft. So egalisierten die Gäste zumeist postwendend die Eisenacher Führung. Im Angriff lebten die Eisenacher über weite Strecken der ersten Halbzeit vornehmlich von der Durchschlagskraft von Stefan Kneer. Aus dem linken Rückraum wuchtete er im ersten Abschnitt sechs Bälle ins Netz. Die Gäste hatten aber auf der Gegenseite stets die richtige Antwort parat. Die zweitligaerfahrenen Andreas Epple und Gerit Winnen (insgesamt 9 Treffer) hebelten Eisenachs Deckung mehrfach aus. Beim 9:10 (18.) lagen gar die Gäste knapp vorn. ThSV-Coach Zdenek Vanek reagierte, brachte den leicht angeschlagenen Markus Dau am Kreis und Tomas Sklenak auf der Regieposition. Andrej Kastelic (auf Zuspiel von Sklenak), Stefan Kneer und Markus Dau nach präziser Vorlage von Krisztian Szep-Kis brachten die Hausherren mit 12:10 (22.) in Vorhand. Doch dann scheiterten Szerp-Kis und Kastelic, die Gäste antworteten mit dem 13:14 (28.) durch ihren agilen Kreisläufer Philipp Amann. Die Eisenacher setzten zu einem Vorpausenzwischenspurt an. Andrej Kastelic versenkte einen an ihm selbst verwirkten Strafwurf zum 14:14-Ausgleich. Nach einem Ballgewinn hatte Zbynek Vesely das Glück des Tüchtigen und vollendete zum 15:14 (29.). ThSV-Keeper Karsten Lehmann wehrte einen Siebenmeter von Gerit Winnen ab, Krisztian Szep-Kis schmetterte zum 16:14 Halbzeitstand ein.

Nach dem Seitenwechsel häuften sich die Zeitstrafen gegen Eisenach. Stefan Kneer musste kurz hintereinander zwei Mal auf die Bank. Dennoch, nach vorn ging die Post jetzt ab. Stephan Mellack hielt die Fäden fest in der Hand, führte seine Mitspielerin in Unterzahl zum 19:16 (38.). Dann musste Markus Dau auf die Strafbank. Daniel Baumgarten wusste sich nur durch Foulspiel zu helfen. Die Unparteiischen zückten den roten Karton (39.). «Eine harte, aber durchaus vertretbare Entscheidung», kommentierte Zdenek Vanek. Profitieren konnten die Gäste davon jedoch nicht. «Überzahl für uns war eine Bestrafung», formulierte Gästecoach Severin Englmann, mit 28 Jahren jüngster Bundesligatrainer, sarkastisch nach dem Abpfiff. Seine Schützlinge verloren nämlich sämtliche Überzahlsituationen. Aus einer 4:6-Unterzahlsituation ging der ThSV Eisenach als 2:0 Sieger hervor. Andrej Kastelic versenkte selbst aus spitzestem Winkel von Linksaußen. Wenn sich Stephan Mellack und Markus Dau suchten und fanden, versenkte Markus Dau das Leder vom Kreis, wie zum 24:21 (50.). Er hielt ebenso tapfer durch wie Torhüter Karsten Lehmann, der trotz einer schmerzhaften Leistenverletzung sich in der zweiten Halbzeit im Verbund mit seinen Vorderleuten sichtlich steigerte. Nach einer Parade des Eisenacher Kapitäns verwertete Zbynek Vesely dessen Steilvorlage zum 27:24 (54.). Krisztian Szep-Kis setzte nun mehrfach zum erfolgreichen Wurf an. Der eingewechselte Tomas Sklenak brillierte mit seinen individuellen Stärken, ebnete mit zwei Solis zum 29:25 (57.) den Weg zur Entscheidung.

Statistik
ThSV Eisenach: Lehmann, Nositschka (bei einem Siebenmeter); Kneer (7), Sklenak (2), Weiß, Riehn, Emmelmann, Dau (4), Mellack, Baumgarten, Vesely (5), Kastelic (7/2), Szep-Kis (7)
SG Bietigheim/Metterzimmern: Toskic, Hinisch; Winnen (9(3), Grimm (1), Salzer (3), Amann (6), Pflugfelder, Epple (2), Henning, Kübler (1), Rose (5), Bartels (1)
Zeitstrafen: Eisenach 7 x 2 Min. (Rot gegen Baumgarten nach Foulspiel, 39.Min.); Bietigheim 2 x 2 Min.
Siebenmeter: Eisenach 2/2; Bietigheim 5/3
Schiedsrichter: Gante/Steinebach (Attendorn/Siegen)

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