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ThSV: Knisternde Spannung vor dem Derby

Am Donnerstagabend (Anwurf 19.30 Uhr) steigt in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle das mit Spannung erwartete Thüringenderby in der 2. Handballbundesliga der Männer zwischen dem ThSV Eisenach und der SG Werratal.
Vor nicht allzu langer Zeit trennten beide Vereine noch (Handball-) Welten. Im Jahre 2001 rang die SG Werratal um den Klassenerhalt in der Regionalliga, der ThSV Eisenach war in der 1. Handballbundesliga eine feste Größe. Eisenachs Abstieg und der Aufstieg der Südthüringer führt beide nun erstmals um Punkte zusammen. „Für uns ist es einen Riesenerfolg, mit dem ThSV Eisenach in einer Klasse zu spielen“, stellt Peter David, der Trainer der SG Werratal, mit Stolz fest. Seine Schützlinge haben nach einem verkorksten 0:6 Punktestand inzwischen längst ihre Zweitligatauglichkeit nachgewiesen. Am vergangenen Wochenende wurde mit der TSG Ludwigsburg-Oßweil immerhin der Vorjahreszweite nach einer glanzvollen zweiten Halbzeit mit 36:31 vom Parkett der „heimischen“ Sporthalle in Schmalkalden geschickt. Die Formkurve zeigt deutlich nach oben, kommt aber auch nicht unerwartet. Die in der Bundesliga bekannten Vigindas Petkevicius, Rene Croy, Jürgen Ley oder Anthony Pistolsei sowie die international erfahrenen Igor Ardan, Martin Martanovic, Francois Woum-Woum oder Milos Hacko sind wahrlich keine heurigen Hasen. Mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren ist Erfahrung Trumpf bei der SG Werratal. Rene Croy, Sohn des ehemaligen DDR-Fußballnationaltorhüters Jürgen Croy, lehrt trotz seiner 37 Lenze die gegnerischen Abwehrreihen noch immer das Fürchten. Mit 84 erzielten Treffern belegt der Rückraumspieler damit Rang 12 in der Torschützenliste. Zu den wichtigsten Leistungsträgern zählt zweifellos Torhüter Milos Hacko. Doch seit dem 14. Spieltag müssen die Werrataler auf ihren Keeper verzichten. Bei einer Dopingkontrolle wurden bei dem Slowaken Reste eines meldepflichtigen Medikamentes gefunden, dass aber von Seiten der SG Werratal nicht gemeldet worden war. Die Anti-Doping-Kommission des DHB verhängte daraufhin eine dreimonatige Sperre für den 30-jährigen Schlussmann. Zur Nummer 1 ist dadurch der Ex-Eisenacher Stefan Schuchardt aufgerückt. Der inzwischen 26-Jährige wechselte als Youngster 1998 vom ThSV Eisenach zur SG Werratal. Er war am vergangenen Sonntag einer der Garanten des Sieges über Ludwigsburg-Oßweil. Seine Mannschaftskameraden und er fiebern dem Derby entgegen. „Die Favoritenrolle liegt freilich eindeutig beim Gastgeber“, will Coach Peter David Druck von seinen Schützlingen nehmen. „Das ist vielleicht sogar unser Vorteil. Vielleicht bereiten wir uns ja selbst das schönste Weihnachtsgeschenk“, fügt Peter David verschmitzt an.
Runar Sigtryggsson, der Spielertrainer des ThSV Eisenach, weiss, dass die Partie kein „normales Ligaaspiel“ ist. Zur Einstimmung war das komplette Team am Sonntag Zeuge des Werrataler Erfolges über Ludwigsburg-Oßweil. „Werratal wartete mit einer überzeugenden Leistung auf“, verteilt Runar Sigtryggsson Komplimente nach Südthüringen. Dass er dennoch Schwachstellen ausgemacht hat, fügt der 32-Jährige nur leise an. „Stimmt die kämpferische Einstellung, so wie zuletzt beim Auswärtssieg in Obernburg, werden wir als Sieger das Parkett verlassen. Solche Derbys werden zumeist über den Kampf, weniger von der Taktik entschieden“, so der Isländer.
Die Eisenacher können auf die Erfolgsformation vom vergangen Wochenende bauen. Sie hoffen, Andrej Kastelic (mittlerweile 93 Saisontreffer und auf Platz 9 der Torjägerliste aufgerückt), kann seine Glanzform konservieren, Kapitän und Regisseur Danjiel Grgic hält die Spielfäden sicher in der Hand, Havard Augensen bestätigt die Leistung am Kreis, Krisztian Szep-Kis taut nach seinem Comeback in Obernburg im Derby auf. „Wir hoffen auf eine stimmungsvolle Kulisse, auf einen spannenden Handballabend“, blickt Runar Sigtryggsson auf den Donnerstagabend.
Der bisherige Kartenvorverkauf lässt auf eine gut gefüllte Werner-Aßmann-Halle schließen. Einen Tag vor Heiligabend wird natürlich auch der Weihnachtsmann mit kleinen Geschenken zugegen sein, lädt Live-Musik im Foyer zum Verweilen und Tanzen nach dem Abpfiff ein. „Die Handballfans aus beiden Lagern können gemeinsam eine Party feiern“, blickt Barbara Schwabenthal, die Geschäftsführerin der ThSV-Marketing GmbH, auf den Abend.
Trotz der vielfältigen Kartennachfragen, an der Tageskasse sind ab 18.15 Uhr ausreichend Tickets vorhanden. Wegen der Parkplatzssituation bittet der ThSV Eisenach mit Kraftfahrzeugen anreisende Handballanhänger um rechtzeitiges Eintreffen und um Beachtung der Hinweise der Helfer des Technischen Hilfswerkes.

Rainer Beichler | | Quelle:

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