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Traditionsderby im Erzgebirge ohne Zuschauer

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Das Team des ThSV Eisenach hofft auf die Rückkehr in den Punktspielbetrieb der 2. Handballbundesliga der Männer.

Das 97. Aufeinandertreffen zwischen EHV Aue – ThSV Eisenach als Geisterspiel/ Spielabsagen in den Handballbundesligen mehren sich

Handball-Zweitbundesligist ThSV Eisenach bestritt am 30.10.2021, beim 29:27-Heimsieg über den TV Emsdetten, sein letztes Punktspiel. Der anschließenden Länderspielpause folgte eine Zwangspause, weil sich gleich 10 Spieler der Wartburgstädter mit dem Corona-Virus infiziert hatten und sich – in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt – in Quarantäne begaben. Alle Spieler, Trainer, Betreuer und Mitarbeiter der ThSV-Marketing GmbH sind zweifach gegen Corona geimpft. Dadurch gebe es bisher auch nur leichte oder mittelschwere Symptome bei den betroffenen Spielern, informierten die Wartburgstädter. Die Punktspiele in Dormagen (12.11.) sowie die Heimspiele gegen den TuS Ferndorf (17.11.) und TuSEM Essen (20.11.) wurden abgesetzt und werden neu terminiert. Für Samstag, 27.11.2021, zum wahrscheinlichen Wiedereinstieg des ThSV Eisenach in den Punktspielbetrieb, also nach 4-wöchiger Pause, soll in der Erzgebirgshalle Aue-Lößnitz das Traditionsderby zwischen dem EHV Aue und dem ThSV Eisenach steigen. Doch die 97. Auflage wird ohne Zuschauer ausgetragen. Darüber informierte Rüdiger Jurke, der Manager des EHV Aue, seinen Eisenacher Kollegen Rene Witte.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Rene Witte, der Manager des ThSV Eisenach.

Das ist natürlich schade, wollten uns doch viele Fans nach Aue begleiten und uns im Derby lautstark unterstützen, erklärt der Eisenacher Manager.

Der Freistaat Sachsen will angesichts rasant steigender Corona-Zahlen das öffentliche Leben in weiten Teilen einschränken. „Schwer, aber notwendig“ seien die Maßnahmen, wird Ministerpräsident Michael Kretschmer zitiert. Mit diesem „Wellenbrecher“ wolle man erreichen, dass die täglich steigenden Infektionszahlen sinken, die Gesundheitsämter wieder Kontakte nachverfolgen können und die Krankenhäuser nicht überlaufen. Profisport ist weiterhin möglich, allerdings ohne Zuschauer. Welche schwerwiegenden Folgen eine Corona-Erkrankung hat, erfuhr Stefan Swat, der Coach des EHV Aue, der nur knapp überlebte: Zwei Monate Intensivstation. Zwölf Tage Koma. Und ein langer Weg zurück ins Leben. Wie begegnet Stefan Swat Corona-Leugnern?

Diese Leute sollen auf die Intensivstationen gehen und sich das Leid dort anschauen, so der Coach des EHV Aue in einem Interview.

Spielabsagen häufen sich
Unterdessen mehren sich die Spielabsagen in den Handballbundesligen aufgrund von Covid 19-Fällen. Am Wochenende mussten in der 2. Liga neben der Partie zwischen dem ThSV Eisenach und TuSEM Essen auch die Begegnungen zwischen der SG BBM Bietigheim und den Eulen Ludwigshafen sowie – ganz kurzfristig – HC Elbflorenz gegen den HSC Coburg abgesagt werden. Im Handball-Oberhaus fielen die Partien TSV Hannover-Burgdorf – SG Flensburg-Handewitt und auch SC Magdeburg – TuS Nettelstedt-Lübbecke aus. Beim SC Magdeburg sind in den letzten zwei Tagen sechs Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Personen weisen schwache bis mäßige Symptome auf und befinden sich in häuslicher Quarantäne.

In den Clubs der Handballbundesliga eine Impfquote von 99 Prozent
In der Handball-Bundesliga gibt es nach Aussage von HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann kein Problem mit einer Umsetzung der aktuell diskutierten 2G-Regel für die Profis.

Wenn es kommt, werden wir es umsetzen. Das würden wir durchgesetzt bekommen im Handball, sagte der Liga-Chef am Samstag.

Nach der 2G-Regel dürften dann wegen des Kampfes gegen die Corona-Pandemie nur noch geimpfte und genesene Sportler spielen. Nach Angaben von Frank Bohmann gibt es in den Clubs der Handball-Bundesliga eine Impf- und Genesenen-Quote von 99 Prozent.

Nach unserem letzten Stand sind genau drei Spieler und ein Betreuer in den 18 Erstliga-Clubs nicht geimpft oder genesen, alle Clubs boostern ihre Teams gerade, so der HBL-Geschäftsführer.

Th. Levknecht

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