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Trainer Misha Kaufmann spricht von einem 4-Punkte-Spiel

ThSV Eisenach gastiert am Dienstagabend zu einem Nachholspiel in Dormagen

Am vergangenen Wochenende musste der ThSV Eisenach zuschauen. Das vorgesehene Heimspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV fiel Corona-Fällen im Team aus Sachsen-Anhalt zum Opfer. Zwei Auswärtsspiele stehen für die Wartburgstädter in dieser Woche an. Am Dienstag, 01.03.2022 gastieren die Schützlinge von Misha Kaufmann in einer Nachholbegegnung vom 10. Spieltag bei Bayer Dormagen (Anwurf 19.30 Uhr), am Freitag, 04.03.2022 zur Partie des 25. Spieltages beim VfL Lübeck-Schwartau (Anwurf 19.30 Uhr).

Woche für Woche bestätigt die 2. Handballbundesliga ihre extreme Ausgeglichenheit. Am Sonntag sorgte der EHV Aue mit einem 25:23-Auswärtssieg bei Erstliga-Absteiger Eulen Ludwigshafen für eine faustdicke Überraschung. Der TuS Ferndorf bezwang den TV Emsdetten überaus klar mit 33:24. Nach dem Gewinn von drei Punkten in Bietigheim und gegen Coburg hatte sich Bayer Dormagen bei den Rimpar Wölfen etwas ausgerechnet, doch es setzte eine klare 22:31-Niederlage.

Da müssen wir gar nicht drumherum reden, sagt David Röhrig, das Spiel haben wir völlig in den Sand gesetzt.

David Röhrig übernahm in Rimpar die Trainerrolle von Peer Pütz, der aufgrund eines positiven Coronatests das Spiel am heimischen Monitor verfolgen musste. Peer Pütz hatte erst kürzlich das Traineramt von Dusko Bilanovic übernommen. Bayer Dormagen rangiert aktuell auf dem 20. und letzten Tabellenplatz, hat wie der TuS Ferndorf 12 Pluszähler vorzuweisen. Der EHV Aue belegt mit 15:29 Zählern Rang 18. Durch die unterschiedliche Anzahl absolvierter Spiele bietet die Tabelle ein verzerrtes Bild. Der ThSV Eisenach wird – nach erst 21 absolvierten Spielen – mit 19:23 Zählern auf Platz 13 geführt, hat damit derzeit gerade einmal 4 Pluspunkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, hat aber auch noch drei Nachholspiele zu bestreiten. Diese Konstellation zeigt, wie wichtig Eisenachs 34:32-Heimsieg über Eintracht Hagen war.

Damit endete ja auch unsere kleine Negativserie. Wir starteten ausgezeichnet in die Partie, doch nach unserer 12:5-Führung haben wir unbewusst unseren Spielrhythmus geändert, unsere Angriffe zu früh abgeschlossen, blickt Misha Kaufmann zurück.

So wurde es im zweiten Abschnitt zu einem Tanz auf der Rasierklinge.

Wir standen nach unserer klaren Führung nicht mehr kompakt in der Abwehr, schafften es auch nicht, unseren Torhüter so zu unterstützen, wie wir es vorhatten, resümierte Eisenachs Rückraumspieler Daniel Hideg.

„Die Partie ist auch ein Charaktertest!“
Misha Kaufmann sieht die Partie am Dienstagabend im Bayer Sportcenter als ein sogenanntes 4-Punkte-Spiel für beide Mannschaften. „Mit einem Sieg können wir uns von den gefährdeten Rängen entfernen. Das gelingt uns, wenn wir unser Leistungsniveau abrufen, zu unserem Spiel finden, mit einer stabilen Abwehr und Zug auf das Tor, viel Mentalität und Gesicht zeigen“, erklärt der Schweizer in Diensten der Thüringer. Er weiß, Teams, die mit dem Rücken zu Wand stehen, wie Bayer Dormagen, sind besonders gefährlich.

Jetzt aber mit voller Kraft gegen Eisenach“, hat Bayer Dormagen als Devise für den Dienstagabend ausgegeben. „Ich sehe die Partie auch als einen Charaktertest, unterstreicht Misha Kaufmann.

Er fordert Kampf, Einsatz, Wille, das für den anderen kämpfen. Der Eisenacher Trainer kann wahrscheinlich personell aus dem Vollen schöpfen. Auch nach dem Wochenende führt sein Fynn Hangstein weiterhin mit 150 Treffern die Torjägerliste der Liga an. Wichtig wird sein, wie den jungen Eisenacher Rückraumspielern unter Druck die Spielsteuerung gelingt.

Der TSV Bayer Dormagen, der Tabellen-Siebente der Vorsaison, hatte mit einer großen Verletztenmisere zu kämpfen. Vor allem der Ausfall des kompletten Rückraums über einen längeren Zeitraum machte das Angriffsspiel für die Gegner durchschaubar. Vor der Saison war der Kader zugunsten von mehr Qualität reduziert worden. Mit anderen Worten: Die Spieler, die zumeist längerfristige Verträge unterschrieben, erhalten auch mehr Lohn für ihre Leistung. Mit 2,07-Mann Andre Meuser (bisher 90 Saisontreffer) und Ante Grbavac stehen starke Individualisten im Rückraum. Martin Juzbasic im Tor (bisher 167 Paraden) unterstützt seine Vorderleute kräftig.

Trainer Dusko Bilanovic musste den Trainerstuhl in Dormagen räumen
Wenn es nicht so läuft wie gedacht, dann rückt irgendwann der Trainer in den Fokus der Betrachtung. Für die Dormagener Verantwortlichen gab es jedenfalls „nach einer sachlichen und intensiven Analyse des ersten Halbjahres der Saison 2021/22“ keine Alternative zum Schlussstrich unter die dreijährige Kooperation mit Dusko Bilanovic.

Unter Berücksichtigung aller Aspekte müssen wir nun feststellen, dass die Basis für eine weitere, erfolgversprechende gemeinsame Zusammenarbeit nicht mehr gegeben ist, erklärte Dormagens Handball-Geschäftsführer Björn Barthel.

Trainer Dusko Bilanovic nahm die Situation gelassen hin, verabschiedete sich mit einer Kiste Bier und kündigte an, dass er die Mannschaft von der Tribüne aus unterstützen werde. Peer Pütz (30) wurde vom Assistenten zum Chefcoach befördert – und soll im Idealfall mit seinem Team um Co-Trainer David Röhrig, Nicolas Brandt (Athletik), Joachim Kurth (Torhüter) sowie den sportlichen Leiter Walter Haase die Klasse halten. Und auch der Nachfolger von Pütz steht schon fest: Im Juli übernimmt Matthias Flohr (bald 40), der einen Vertrag unabhängig von der Ligazugehörigkeit bis 2024 unterschrieb. Natürlich möchte die gesamte TSV-Mannschaft dann auch in der 2. Liga weitermachen.

Th. Levknecht

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